Filippo Leutenegger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filippo Leutenegger (2013)

Filippo Franz Saverio Leutenegger[1] (* 25. November 1952 in Rom; heimatberechtigt in Zürich[1] und Thundorf TG) ist ein Schweizer Politiker (FDP), von 2003 bis 2014 Nationalrat und seit 2014 Zürcher Stadtrat.

Er ist verheiratet mit der TV-Journalistin Michèle Sauvain und lebt mit den drei gemeinsamen Kindern und seinen zwei Söhnen aus erster Ehe in Zürich.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Kindheit und Jugend verbrachte Filippo Leutenegger in Rom, sein Vater arbeitete dort bei der UNO. Zurück in die Schweiz kam er 1965, als ihn seine Eltern ins Internat der Klosterschulen Disentis und Altdorf schickten, wo er 1972 mit der Matura Typus A abgeschlossen hat.

Als Student der Universität Zürich engagierte er sich für Umweltthemen. 1979/80 gründete er mit anderen Studentenvertretern die Wochenzeitung (WOZ) in Zürich.

Nach Abschluss des Ökonomie- und Jurisprudenz-Studiums war Leutenegger ab 1980 bei der Schweizerischen Kreditanstalt in Zürich als Betriebswirtschafter tätig.

1981 trat er eine Stelle als Wirtschaftsredaktor bei der Konsumentensendung Kassensturz von SF DRS an. Von 1984 bis 1989 war er Italien- und Tessin-Korrespondent des Schweizer Fernsehens, danach bis 1990 Moderator der Wirtschaftssendung Netto. 1993 wurde Leutenegger Redaktionsleiter der Diskussionssendung Freitagsrunde und gründete im selben Jahr die politische Talkshow Arena, die unter seiner Leitung zum Zentrum der öffentlichen politischen Auseinandersetzung der Schweiz wurde und den Marktanteil mehr als verdoppelte.

1998 wurde Leutenegger zum Chefredaktor des Schweizer Fernsehens ernannt. Wegen unterschiedlicher Auffassungen mit Fernsehdirektor Peter Schellenberg verliess er das Fernsehen 2002. Wenige Tage später wurde er zum Geschäftsführer des schwer defizitären Medienunternehmens Jean Frey AG berufen, welches er innert eines Jahres sanierte und welches Ende 2006 mit grossem Gewinn an die Axel Springer AG verkauft wurde.

2000/2001 war er Mitglied des Verwaltungsrates der Schweizerischen Depeschenagentur.

Im Dezember 2006 gründete er einen Zeitschriften-Verlag, die neue-ideen.ch AG, der das Magazin neue-ideen. Das Magazin für das Eigenheim herausgibt.

Ausserdem ist er Gründungsmitglied der Schweizer Orthographischen Konferenz, Präsident des Vorstands des Vereins Aktion Medienfreiheit[2]. Zusammen mit seiner Frau gründete er mehrere Kinderkrippen und Horte in der Stadt Zürich.

Von 2011 bis 2014 war Leutenegger Präsident des Verwaltungsrats der Basler Zeitung, der den Auftrag hatte, das Unternehmen mit Verlag und Druckerei zu sanieren.[3] Von 2012 bis 2014 war Leutenegger Präsident des Wirtschaftsverbandes der Schweizer Kabel-TV-Unternehmen Swisscable.[4]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2002 gab Leutenegger seine Kandidatur für den Nationalrat bekannt. Bei den Wahlen im Oktober 2003 wurde er mit dem Slogan «Weniger Staat, mehr Schweiz» auf der Liste der Freisinnig-Demokratischen Partei mit dem drittbesten Listenresultat ins Parlament gewählt.

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2007 sowie bei den Wahlen vom 23. Oktober 2011 schaffte er jeweils die Wiederwahl in den Nationalrat. Er sass in der dortigen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK-NR) und war Mitglied der Geschäftsleitung und des Fraktionsvorstandes der FDP Schweiz. 2014 kandidierte er in der Stadt Zürich gleichzeitig als Stadtpräsident und als Mitglied der neunköpfigen Stadtregierung, des Stadtrats. Bei der Wahl ins Stadtpräsidium unterlag er der Amtsinhaberin Corine Mauch (SP) bereits im ersten Wahlgang. Hingegen schaffte er die Wahl in den Stadtrat auf dem achten Platz [5]. Er übernahm das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement von der nicht wiederkandidierenden Grünen Ruth Genner. Damit holte er der FDP auf Kosten der Grünen den zweiten Sitz im Stadtrat zurück, der bei einer Nachwahl im Jahre 2013 an Richard Wolff von der Alternativen Liste verlorengegangen war.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Filippo Leutenegger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stadtratsbeschlüsse vom 25. Januar 2017. In: Tagblatt der Stadt Zürich vom 1. Februar 2017, S. 37.
  2. Unser Vorstand. Aktion Medienfreiheit, abgerufen am 25. Dezember 2011.
  3. fxs./sda: «Basler Zeitung» geht an Tito Tettamanti. NZZ Online, 14. November 2011, abgerufen am 25. Dezember 2011.
  4. Swisscable: Auf Hajo Leutenegger folgt Filippo Leutenegger. In: presseportal.ch vom 16. März 2012
  5. [1] Website der Stadt Zürich