Film- und Medienstiftung NRW

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Filmstiftung Nordrhein-Westfalen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Film- und Medienstiftung NRW GmbH
Film- und Medienstiftung NRW Logo.svg
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Gründung 27. Februar 1991
Sitz Kaistraße 14
40221 Düsseldorf
Leitung Petra Müller
(Geschäftsführerin)
Werner Schwaderlapp
(Aufsichtsratsvorsitzender)
Website www.filmstiftung.de

Die Film- und Medienstiftung NRW GmbH (vormals Filmstiftung Nordrhein-Westfalen) ist ein staatliches Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf. Sie hat den Auftrag der kulturellen und wirtschaftlichen Förderung der Film- und Medienwirtschaft in Nordrhein-Westfalen.

Die Film- und Medienstiftung NRW ist mit einem durchschnittlichen Budget von rund 35 Millionen Euro einer der größten Filmförderer Europas. Zu den Gesellschaftern in NRW gehören neben Land und WDR auch das ZDF, RTL und die Landesanstalt für Medien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen bis zum 19. Juni 2011.

Im Jahr 1991 initiierten Ministerpräsident Johannes Rau und WDR-Intendant Friedrich Nowottny als Gründungsgesellschafter die regionale Filmförderung in Form einer GmbH. Erklärtes Ziel war es, Nordrhein-Westfalen (NRW) zu einem wichtigen Filmland in Europa zu machen. Dem Düsseldorfer Vorbild folgten später weitere Regionalförderungen in Deutschland und Europa.

Im Jahr 2003 wurden die Fördertätigkeiten des Filmbüros Nordrhein-Westfalen in die Film- und Medienstiftung NRW integriert (siehe Produktion 2).

Am 19. Juni 2011 gab die Organisation die Namensänderung von Filmstiftung Nordrhein-Westfalen zu Film- und Medienstiftung NRW bekannt. Als Grund dafür wurde angegeben, dass sich das Unternehmen „in Zukunft neben der klassischen Filmförderung auch dem Standortmarketing und der Förderung innovativer Medieninhalte widmen“ werde. In diesem Zug übernahm die Film- und Medienstiftung NRW auch die Aufgaben der Mediencluster NRW GmbH, die bislang für Neue Medien zuständig war.[1]

Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der bis 2001 als Geschäftsführer tätige Dieter Kosslick zum Festivaldirektor der Berlinale ernannt worden war, übernahm Michael Schmid-Ospach in den Jahren 2001 bis Ende März 2010 die Geschäftsführung der Film- und Medienstiftung NRW. Von April bis August 2010 leitete die Prokuristin Claudia Droste-Deselaers kommissarisch die Geschäfte der Film- und Medienstiftung NRW. Ihr folgte am 1. September 2010 Petra Müller, ehemalige Geschäftsführerin des Medienboard Berlin-Brandenburg.[2][3]

Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschafter der Film- und Medienstiftung NRW sind (Anteile in Klammern):

Förderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 hat die Film- und Medienstiftung NRW mehr als 2.100 Filme mit 642 Mio. Euro gefördert (Stand Februar 2016). Aufgrund der NRW-Effekt genannten Förderbedingung, dass der anderthalbfache Betrag der Fördersumme in NRW ausgegeben werden muss, entspricht dies einem verursachten Geldfluss von 870 Mio. Euro in NRW. Das jährliche Budget liegt bei durchschnittlich 35 Mio. Euro.

Bereits 1992 konnte die Filmstiftung mit der Komödie Schtonk von Helmut Dietl einen Erfolg verbuchen, der mit einer Oscar-Nominierung gekrönt wurde. Bislang gab es neun Nominierungen durch die Academy.[4]

Förderbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehbuchförderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehbuchautoren können – ob mit oder ohne Produktionsfirma im Rücken – Unterstützung für das Schreiben eines Drehbuchs beantragen. Als Voraussetzungen gelten hier meist ein Exposé und ein Wohnsitz in NRW. Drehbuchförderungen sind sowohl in der Produktion 1 als auch in der Produktion 2 möglich (Ausrichtung siehe dort).

Stoffentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. November 2006 führte die Film- und Medienstiftung NRW die Förderung der Stoffentwicklung als neues Förderinstrument ein. Produktionsfirmen können hier z. B. an fertigen Drehbüchern arbeiten.

Vorbereitungsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Instrument gilt der Unterstützung von Produzenten, die mit einem fertigen Drehbuch auf den 1. Drehtag zusteuern.

Produktion 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefördert wird die Produktionsvorbereitung ebenso wie die Postproduktion, die Produktion von abendfüllenden Spielfilmen, von Kurzfilmen, Millionenproduktionen und Low-Budget-Projekten. Die Entscheidungen werden hier durch ein Gremium gefällt, das aus dem Geschäftsführer, Vertretern des Landes NRW und den Gesellschaftern (WDR, ZDF, RTL) besteht. Die Förderung ist verknüpft mit der Maßgabe, 150 % der Fördersumme in NRW auszugeben. Die Förderung wird als bedingt rückzahlbares Darlehen gewährt.

Produktion 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entscheidungen über Förderungen werden hier durch wechselnde, unabhängige Filmexperten-Gremien, benannt durch das Filmbüro Nordrhein-Westfalen, gefällt. Der Schwerpunkt der Förderung liegt bei kleineren bzw. Low-Budget-Projekten, die nicht von vornherein auf den Markt zielen. Hier können auch Abschlussfilme der Filmschulen in NRW gefördert werden.

Verleihförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Verleihförderung wird das Abspiel von Filmen gefördert, was sowohl den Kinoverleih als auch Festivals und Filmreihen beinhalten kann. Analog zur Produktion 1 und Produktion 2 gibt es auch hier zwei Arten von Gremien/inhaltlichen Ausrichtungen der Förderung.

Kinoförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kinoförderung setzt sich zum einen mit Neu- und Umbaumaßnahmen auseinander, zum anderen mit dem angebotenen Programm. Da kleine Kinos mit extravagantem Spielplan wirtschaftlich nicht mit Multiplexen mithalten können, werden sie staatlich gefördert.

Besondere Förderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspielförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Film- und Medienstiftung NRW fördert talentierte Hörspielautoren mit Stipendien und ermöglicht mit ihrer Produktionsförderung das Entstehen außergewöhnlicher Hörspiele.

Gerd Ruge-Stipendium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gerd Ruge-Stipendium wurde erstmals im Jahr 2002 vergeben und seitdem einmal jährlich ausgeschrieben. Das mit 100.000 Euro dotierte Stipendium soll Dokumentarfilmern die Entwicklung ihres Kinoprojektes ermöglichen. Unter Vorsitz des Journalisten Gerd Ruge entscheidet eine achtköpfige Fachjury über alle eingereichten Anträge und vergibt dementsprechend den Stipendiumsbetrag.

Kinderfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonderes Augenmerk legt die Film- und Medienstiftung NRW auch auf den Kinderfilm. Filme wie Die wilden Hühner, Lauras Stern oder Der Schatz der weißen Falken wurden unterstützt.

Förderbeispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolgreiche geförderte Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammenarbeit mit Regisseuren (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beteiligungen und Mitgliedschaften der Film- und Medienstiftung NRW[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenwärtige Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung: Neuer Auftrag, neuer Name, neuer Look: Filmstiftung wird zur Film- und Medienstiftung NRW. Pressearchiv. In: www.filmstiftung.de. Film- und Medienstiftung NRW, 19. Juni 2011, abgerufen am 30. Juni 2011.
  2. Pressemitteilung: Petra Müller wird neue Geschäftsführerin der Filmstiftung NRW. In: www.filmstiftung.de. Filmstiftung Nordrhein-Westfalen GmbH. 20. April 2010. Abgerufen am 21. April 2010.
  3. Pressemitteilung: Petra Müller im Amt – Neue Geschäftsführerin der Filmstiftung NRW startet in Düsseldorf. In: www.filmstiftung.de. Filmstiftung Nordrhein-Westfalen GmbH. 1. September 2010. Abgerufen am 2. September 2010.
  4. Zum 15. Jubiläum der Filmstiftung NRW

Koordinaten: 51° 12′ 53″ N, 6° 45′ 13″ O