Filtrierer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Antarktischer Krill beim Filtrieren phytoplanktonreichen Wassers.
Indische Makrelen beim Plankton-Seihen.

Als Filtrierer werden Tiere unterschiedlicher systematischer Zugehörigkeit bezeichnet, die ihre Nahrung (Detritus, Plankton) aus dem Wasser herausfiltern.

Zur Nahrungsaufnahme erzeugen diese Tiere einen auf sie gerichteten Wasserstrom, aus dem sie mittels spezieller morphologischer Einrichtungen (Filter) Nahrungspartikel aus dem Wasser sieben und diese dann aufnehmen.[1]

Arten, die zur Nahrungsaufnahme aktiv einen Wasserstrom erzeugen, werden auch „Strud(e)ler“ genannt. Andere Tiere filtrieren das Wasser beim Schwimmen[2], wie etwa die Bartenwale[3]., die sich von tierischem Plankton (Krill) ernähren.

Einige, meist sessile (festsitzende) Arten, sind filtrierende Suspensionsfresser. Sie ernähren sich, indem sie die Suspension aus Wasser und den darin als Schwebstoffe enthaltenen festen Nahrungsteilchen durch ihre Siebvorrichtungen strömen lassen.

Steinkorallen nehmen mit der Nahrung jedoch auch Mikroplastik und Nanoplastik auf, welches sie ebenfalls aus dem Wasser filtern und in ihr Kalkskelett einbauen. Je höher jedoch die Belastung durch Plasikpartikel wird, desto schlechter wachsen die Korallen. Außerdem sind betroffene Korallen häufiger von der tödlichen Korallenbleiche betroffen.[4]

Einige Vogelarten, wie etwa Flamingos[5] oder Enten, filtrieren das Wasser mit einem Seihschnabel[3].

Fossilien belegen, dass Flugsaurier der Gattung Pterodaustro diese Art von Ernährung bereits vor 120 Millionen Jahren nutzten. Bei Untersuchungen von versteinertem Sauerierkot fielen den Paläontologen auffällig viele Planktonorganismen auf, wie sie für sich filtrierend ernährende Tiere typisch sind.[6]

Beispiele für Filtrierer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschiedliche, überwiegend aquatisch lebende Tiere, ernähren sich als Filtrierer, wobei es sich sowohl um frei lebende als auch um sessile Tiere handeln kann.

Fische[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarmfische, wie der Heringsartige Menhaden leisten als Filtrierer einen wichtigen Beitrag für die Wasserqualität
Auch die Larve des Neunauges lebt als Filtrierer

Zahlreiche Fische, die sich als Filtrierer ernähren, nutzen hierfür eine Kiemenreuse. Schwarmfische, wie der Atlantische Menhaden, tragen durch die Aufnahme von Phytoplankton dazu bei, die Wasserqualität zu verbessern, indem sie Stickstoffeinträge reduzieren, die zu übermäßiger Algenblüte und schließlich dem eine wichtige Rolle für das Ökosystem, da sie durch ihre Ernährung, außergewöhnlich stark auftretende auf natürliche Weise eindämmen, wodurch sie Gewässer vor dem Umkippen eines Gewässers führen können.[7]

Nesseltiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahaufnahme einer Hirnkoralle

Neumünder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Filtrierer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James-Flamingos bei der Nahrungsaufnahme

Vögel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn Vögel sich als Filtrierer ernähren, so nutzen sie einen Seihschnabel.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der Biologie. Filtrierer Spektrum der Wissenschaft, aufgerufen am 12. April 2022
  2. Glossar. Filtrierer Flussgebietsgemeinschaft Weser, aufgerufen am 12. April 2022
  3. a b c d Kompaktlexikon der Biologie. Filtrierer Spektrum der Wissenschaft, aufgerufen am 12. April 2022
  4. a b David Rennert: Müllschlucker der Meere. Korallen filtern Mikroplastik aus dem Meer vom 2. Dezember 2021 Der Standard, aufgerufen am 12. April 2022
  5. a b Flamingofakten. Nahrung der Flamingos Biologische Station Zwillbrock, aufgerufen am 12. April 2022
  6. „Flamingos“ des Jura entdeckt vom 26. August 2019 Bild der Wissenschaft, aufgerufen am 12. April 2022
  7. a b Modeling the role of menhaden as forage and filter feeders Virginia Institute of Marine Science, aufgerufen am 13. April 2022
  8. Wachsmodell eines Lanzettfischchens Universität Wien, aufgerufen am 12. April 2022
  9. Flussneunauge. Lampetra fluviatilis Bundesanstalt für Gewässerkunde, aufgerufen am 12. April 2022
  10. Wie sich Seelilien vor 450 Millionen Jahren ernährten Universität Tübingen, aufgerufen am 12. April 2022
  11. Schwämme versorgen Korallen mit Nährstoffen. Filtrierende Höhlenbewohner spielen entscheidende Rolle für Nahrungskreislauf im Riff Scinexx, aufgerufen am 12. April 2022
  12. Die Miesmuschel (Mytilus edulis) Schutzstation Wattenmeer, aufgerufen am 13. April 2022
  13. Cerastoderma edule. Gemeine Herzmuschel Südwestrundfunk, aufgerufen am 13. April 2022
  14. Zooplankton. Ciliaten – Wimpertierchen Scinexx, aufgerufen am 13. April 2022