Financial Fairplay

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Das Financial Fairplay (FFP) ist ein Reglement der UEFA zur Klublizenzierung für die Teilnahme an den europäischen Klubwettbewerben der UEFA. Das Financial Fairplay ist das Nachfolger-Reglement des UEFA-Klublizenzierungsverfahren 1.0 (2002) und 2.0 (2005). Geregelt sind im FFP u.a. sportliche, infrastrukturelle, rechtliche und finanzielle Kriterien, die die Klubs erfüllen müssen. Die wesentlichen Änderungen des FFP zum Vorgänger UEFA-Klublizenzierungsverfahren 2.0 bestehen in den finanziellen Kriterien, die eine steigende Verschuldung der europäischen Fußballclubs verhindern sollen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund massiv ansteigender Spielergehälter und Ablösesummen können manche Vereine die Ausgaben nicht mehr durch laufende Einnahmen decken. Stattdessen muss die Finanzierung über Kredite oder durch den Einsatz von privatem Vermögen erfolgen. Um dem entgegenzuwirken, wurde durch die UEFA das Reglement Financial Fairplay verabschiedet.

Regeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlauf der jeweils vergangenen drei Jahre müssen relevante Einnahmen die relevanten Ausgaben mindestens ausgleichen. Sollte dies nicht der Fall sein, wird auch das davor liegende Jahr betrachtet, um zu beurteilen, ob zumindest eine positive Entwicklung zu erkennen ist.

Sollten die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, kann die Differenz (vorerst nicht mehr als 45 Millionen Euro) durch private Geldgeber oder Investoren ausgeglichen werden. Ab 2018 soll neu verhandelt werden, wie hoch dieser Betrag maximal sein darf mit dem Ziel, diesen auf Null zu senken.

Sollten die Regeln durch einen Verein nicht eingehalten werden, kann dieser durch die UEFA sanktioniert werden. Die Vereine haben mit der UEFA vereinbart, die Sanktionen zu akzeptieren.

Inkrafttreten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich sollten die Regeln ab der Saison 2013/14 gelten, die Einführung erfolgte 2015.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits bei der Einführung wurde das nicht eindeutig formulierte Regelwerk und die Bestrafung von eher kleineren Klubs stark kritisiert.[2] Inzwischen halten Branchenkenner das Regelwerk für gescheitert. Strukturell gewährleiste es, dass „die großen Vereine groß bleiben und die kleinen Vereine klein“.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Dehesselles: Bilanzierung und Lizenzierung im Profifußball: DFL-Lizenzierungsordnung und UEFA Financial Fair Play. ausgewählte Themen - ein kritischer Vergleich. 1. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-6941-7.
  • Union des Associations Européennes de Football (Hrsg.): UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay - Ausgabe 2010. 2010 (uefa.com [PDF]).
  • Union des Associations Européennes de Football (Hrsg.): UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay - Ausgabe 2012. 2012 (uefa.com [PDF]).
  • Lena Eggerstedt: Probleme der Lizenz- und Schiedsgerichtsverträge im deutschen Berufsfußball - Unter Berücksichtigung der neuen UEFA-Club-Lizenzierungsvorschriften (= Schriften zum Sportrecht. Band 10). 1. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2008, ISBN 978-3-8329-3253-4.
  • Benjamin Reister: Endspurt des Wahnsinns. In: Sponsors Verlags GmbH (Hrsg.): Sponsors Ausgabe März 2011. Sponsors Verlags GmbH, Hamburg März 2011, DNB 018278000, S. 17.
  • Florian Oedinger: "Ich bin kein Träumer". In: Sponsors Verlags GmbH (Hrsg.): Sponsors Ausgabe Juli 2011. Sponsors Verlags GmbH, Hamburg Juli 2011, DNB 018278000, S. 38–40.
  • Alexander Graeser / Hendrik Drinkuth: Graubereiche des Financial Fair Plays. In: Sponsors Verlags GmbH (Hrsg.): Sponsors Ausgabe Februar 2012. Sponsors Verlags GmbH, Hamburg Februar 2012, DNB 018278000, S. 40–41.
  • Arnd Hovemann: Was Financial Fair Play ändert. In: Sponsors Verlags GmbH (Hrsg.): Sponsors Ausgabe Februar 2012. Sponsors Verlags GmbH, Hamburg Februar 2012, DNB 018278000, S. 38–39.
  • Tobias Kuske: So geht's nicht weiter. In: Sponsors Verlags GmbH (Hrsg.): Sponsors Ausgabe März 2012. Sponsors Verlags GmbH, Hamburg März 2012, DNB 018278000, S. 24–25.
  • Henning Eberhardt / Tobias Kuske: Kein Durchmarsch mehr. In: Sponsors Verlags GmbH (Hrsg.): Sponsors Ausgabe April 2011. Sponsors Verlags GmbH, Hamburg April 2011, DNB 018278000, S. 32–33.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FAZ: Neymar und das Financial Foul Play, vom 08.08.2017, geladen am 21.09.2017
  2. Finanzregeln aufgeweicht: Investoren dürfen Fußballklubs mit Geld zuschütten - Spiegel Online, 2. Juli 2015
  3. FAZ: Neymar und das Financial Foul Play, vom 08.08.2017, geladen am 21.09.2017