Transaktion (Wirtschaft)

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Als ökonomische Transaktion bezeichnet man in der Wirtschaft die gegenseitige Übertragung von Verfügungsrechten an Gütern (Waren oder Dienstleistungen) oder Forderungen zwischen verschiedenen Wirtschaftssubjekten (z. B. Privatperson, Haushalt, Unternehmen, Staat).

Die Gesamtheit aller volkswirtschaftlichen Transaktionen, bei denen Wirtschaftsobjekte (Güter, Forderungen) mit Gegenleistung (Tausch) oder ohne Gegenleistung (Transfer, Schenkung) von einem Wirtschaftssubjekt (Unternehmen, private und öffentliche Haushalte) auf ein anderes übergehen wird als Wirtschaftskreislauf bezeichnet.[1]

Überblick[Bearbeiten]

Ökonomische Transaktionen laufen in der Realität nicht ohne Reibungsverluste ab, die als Transaktionskosten bezeichnet werden.[2] Dies können Informationsbeschaffungskosten (z. B. Informationssuche über potenzielle Transaktionspartner) oder Abwicklungskosten (z. B. Maklercourtage, Transportkosten) sein. Weiterhin wird in der Ökonomie davon ausgegangen, dass eine Transaktion nur dann zustande kommt, wenn sich beide Transaktionspartner einen Vorteil von ihr versprechen. Mit Transaktionen und ihren Kosten beschäftigt sich insbesondere die Volkswirtschaftslehre im Rahmen der Transaktionskostentheorie.

Die Bedeutung des Transaktionskonzeptes für die ökonomische Analyse besteht in der Abstraktion vom physischen Tauschvorgang. John Rogers Commons unterschied schon 1931 eine physische Tauschebene und eine Transaktionsebene.[3][4]

Gewöhnlich werden Transaktionen institutionenunabhängig definiert, obwohl sie immer auch unabdinglich institutionell-rechtlich konfundiert sind.[5] Oft wird der vertragliche Charakter von Transaktionen hervorgehoben.

Klassifikation[Bearbeiten]

Fünf Transaktionsarten lassen sich unterscheiden:[6]

  • Gut gegen Gut: Tausch, Realtausch/Naturaltausch
  • Gut gegen Forderung: Kauf/Verkauf von Gütern
  • Forderung gegen Forderung: Kauf/Verkauf von Forderungen (auch Kredittilgung, Umschuldung usw.)
  • Gut gegen Transfer: Realtransfer/Realschenkung
  • Forderung gegen Transfer: Forderungstransfer/Forderungsschenkung (auch Steuerzahlungen, Subventionen, Renten, Kindergeld, staatliche Transferzahlungen)

Geld ist in der Volkswirtschaftslehre kein Gut, sondern immer eine Forderung oder eine Verbindlichkeit.

Es kann sich um eine Leistung (Transaktion) mit oder ohne Gegenleistung handeln. Leistungen ohne Gegenleistung bezeichnet man als Schenkung oder Übertragung.

Beispiel[Bearbeiten]

Person A will ihr Fahrrad verkaufen, falls sie zumindest 50 Euro dafür erhält. Person B ist auf der Suche nach einem Fahrrad, möchte jedoch maximal 100 Euro dafür ausgeben. In diesem Fall wäre jeder Preis, der oberhalb der Preisuntergrenze von A und unterhalb der Obergrenze von B (also zwischen 50 und 100 Euro) liegt, für beide Parteien vorteilhaft und eine Transaktion könnte zustande kommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wirtschaftskreislauf – Definition im Gabler Wirtschaftslexikon
  2. Transaktion – Definition im Gabler Wirtschaftslexikon
  3. John R. Commons: Institutional Economics. American Economic Review, vol. 21 (1931), pp. 648–657. S. 652.
  4. John R. Commons: Institutional Economics. American Economic Review, vol. 21 (1931), pp. 648–657 – Text
  5. Anita Engels, Lisa Knoll: Wirtschaftliche Rationalität: Soziologische Perspektiven. VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 2012 (23. Januar 2012). ISBN 978-3-531-18003-8. S. 68.
  6. Alfred Stobbe: Volkswirtschaftliches Rechnungswesen. Auflage: 8., neu bearb. u. erw. Aufl. 26. September 1994. Springer, Berlin 1994, ISBN 978-3-540-57851-2. S. 15.