Finding Vivian Maier

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Film
Deutscher TitelFinding Vivian Maier
OriginaltitelFinding Vivian Maier
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch, Französisch
Erscheinungsjahr2013
Länge84 Minuten
AltersfreigabeFSK 0
JMK 0[1]
Stab
RegieJohn Maloof, Charlie Siskel
DrehbuchJohn Maloof, Charlie Siskel
ProduktionJohn Maloof, Charlie Siskel
MusikJ. Ralph
KameraJohn Maloof
SchnittAaron Wickenden

Finding Vivian Maier ist ein Kino-Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 von John Maloof. Er handelt vom Leben und Werk der Fotografin Vivian Maier.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film folgt John Maloof bei seiner Aufarbeitung des Werkes der Fotografin Vivian Maier. Zu Anfang erklärt Maloof, wie er auf der Suche nach alten Fotos für eine Publikation zur Lokalgeschichte eine Kiste mit Negativen bei einer Auktion ersteigerte. Die Bilder stellten sich als für sein Projekt ungeeignet heraus, gefielen ihm aber, sodass er begann, nach der Fotografin zu suchen, von der er nichts als ihren Namen kannte. Seine Recherche führt ihn zu früheren Bekannten der mittlerweile verstorbenen Vivian Maier sowie zu Familien, in denen sie als Haushälterin und Kinderfrau gearbeitet hatte. Aus Interviews mit ihnen setzt sich Stück für Stück ein Bild der Fotografin zusammen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finding Vivian Maier erreichte bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2014 den 2. Platz des Panorama Publikumspreises in der Kategorie Dokumentarfilm. 2015 wurde er für den BAFTA Film Award[2] und den Academy Award[3] in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert. Bei den IDA Documentary Awards der International Documentary Association war er in den Kategorien „Best Feature“ und „Best Writing“ nominiert, wovon er Letztere gewann.[4]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Kritik wurde Finding Vivian Maier vor allem aufgrund der „zwei unglaublichen Geschichten“ – die „Schnitzeljagd“ Maloofs und das außergewöhnliche Leben Maiers – überwiegend positiv aufgenommen.[5][6][7][8] Die Zeit beobachtete zudem bei Maloof die gleiche „Besessenheit“, die Vivian Maier auszeichnete. Es sei „eine Anti-Facebook-, Anti-Glamour-Geschichte, ein Affront für alle, die am Tropf des bedeutungsverheißenden Kulturbetriebs hängen.“[5] Auch Gabriele Summen, die sich in der Jungle World vom „spürbar mit viel Enthusiasmus produzierte[n] Dokumentarfilm“ an Malik Bendjellouls Searching for Sugar Man erinnert fühlte, überzeugte Maloofs Film, der „einfühlsam, selbstkritisch und Widersprüche nicht glattbügelnd“ Maiers Leben erkunde.[9]

Der NDR konstatierte eine „mühsame Detektivarbeit“ Maloofs, dessen Film „mit Erstaunen“ Maiers Leben rekonstruiere, mit zahlreichen Fotografien sowie Film- und Tonaufnahmen Maiers belege und „so das Bild einer verstörenden Persönlichkeit, die aber gleichzeitig eine großartige Fotografin war“ zeichne.[10]

Nach Verena Lueken (FAZ) entspricht der Film Maiers Werk: „Es gibt ein Selbstporträt von Vivian Maier. Um den Hals hängt ihre Roleiflex (sic!). Die Frau selbst aber ist nur zur Hälfte zu sehen. Eine Seite verschwindet nämlich sozusagen, weil ein Schatten auf die Figur fällt und sie in zwei Hälften spaltet. Und darum geht es auch in diesem Film: dass eine Frau zur Hälfte verschwindet. Und mit der anderen Hälfte schießt – denn im Gegensatz zu den Fotografen, mit denen sie nun verglichen wird, ist eines ganz deutlich: Ihr ging es nicht um das Bewahren von Augenblicken. Sondern um das Erlegen der Welt.“[11]

Laut Tagesspiegel geriet „der Versuch, aus einem Phantom wieder eine Person zu machen“ zu einem „temporeiche[n], niemals langweilige[n] Film“.[12]

Hannah Pilarczyk lobte auf Spiegel-Online, dass der Film „Werk und Biografie [...] unversöhnt nebeneinander stehen“ lasse: „Das ist nicht wenig in einer Zeit, in der verstärkt versucht wird, Leben und kreatives Schaffen von Künstlern soweit zur Deckung zu bringen, dass sich ein abschließendes Urteil über beides fällen lässt.“[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alterskennzeichnung für Finding Vivian Maier. Jugendmedien­kommission.
  2. BAFTA Awards – Film in 2015, abgerufen am 25. Januar 2015
  3. The 87th Academy Awards | 2015, abgerufen am 25. Januar 2015
  4. 30th Annual IDA Documentary Awards Winners, abgerufen am 25. Januar 2015
  5. a b Susanne Mayer: Hochbegabt und gut versteckt, Die Zeit vom 26. Juni 2014.
  6. Mirjam Kappes: Das Geheimnis der unentdeckten Straßenfotografin, Kultur-Port vom 30. Juni 2014.
  7. Tamsin Blanchard: Vivian Maier: the nanny with the secret life as a photographer, The Daily Telegraph, vom 11. Juli 2014.
  8. Mark Brown: Vivian Maier rarely seen photographs, The Guardian vom 14. Juli 2014.
  9. Gabriele Summen: Die Frau, die vom Himmel fiel, Jungle World, Nr. 26, 26. Juni 2014.
  10. Julia Jacob: Die Entdeckung einer Straßenfotografin (Memento vom 7. Juli 2014 im Internet Archive), NDR vom 24. Juni 2014.
  11. Verena Lueken: Video-Filmkritik: Die Weltseele in der Bilderkiste, FAZ vom 25. Juni 2014.
  12. Christian Schröder: Ein Phantom, eine Person, Tagesspiegel vom 26. Juni 2014.
  13. Hannah Pilarczyk: Wiederentdeckte US-Fotografin: Das Rätsel der Vivian Maier., Spiegel Online vom 27. Juni 2014.