Finkenbach (Laxbach)

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Finkenbach
Der Finkenbach in Hirschhorn

Der Finkenbach in Hirschhorn

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238968
Lage Hessen, Baden-Württemberg;
Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Laxbach → Neckar → Rhein → Nordsee
Ursprung Zusammenfluss von Hinterbach und Falkengesäßerbach bei Oberzent-Finkenbach
49° 32′ 0″ N, 8° 54′ 57″ O
Zusammenfluss von links mit dem Ulfenbach zum Laxbach bei HirschhornKoordinaten: 49° 26′ 51″ N, 8° 53′ 39″ O
49° 26′ 51″ N, 8° 53′ 39″ O
Länge ca. 12,5 km[1] 
(mit Hinterbach ca. 22 km )
Einzugsgebiet 73,787 km²

Der Finkenbach ist ein Gewässer im südlichen Odenwald, das sich bei Hirschhorn von links mit dem Ulfenbach zum Laxbach vereint und dann bald in den Neckar mündet.

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Finkenbach entsteht aus dem Zusammenfluss von Hinterbach und Falkengesäßerbach bei Oberzent-Finkenbach. Für diese beiden Quellbäche sind teilweise auch andere Bezeichnungen im Gebrauch; der Hinterbach wie der Falkengesäßerbach werden auch mit dem Namen "Finkenbach" belegt.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Zusammenfluss seiner zwei Quellbäche an läuft der Finkenbach konsequent in südlicher Richtung bis zu seiner Mündung. Am Südrand der Ortschaft Finkenbach speist ihn von links der Preuschengrund und ein Bach aus dem Lenzegrund. Danach beginnt das seine ganze Auenbreite umfassende Naturschutzgebiet Finkenbachtal bei Finkenbach, er zieht hierin zunächst westlich am Berg Kobelstreich vorbei. Etwas weiter südlich fließt ihm von der rechten Seite der kleine Hörlenbach zu. Der folgende Auenabschnitt zwischen dem Hörlenbachskopf (360 m ü. NN) rechts und den Alten Schlägen links gegenüber nennt sich Großwiese, dort verstärkt ihn der Steingrund von links. Der Finkenbach fließt durch die Bruchwiesen am Engertalskopf (312 m ü. NN) vorbei, verlässt dabei das Naturschutzgebiet und zwängt sich anschließend zwischen Mühlberg und Zweckgrund hindurch. Er tritt daraufhin auf die Gemarkung Eberbach-Brombach über und erreicht kurz darauf den Nordrand des zu Oberzent gehörenden Taldorfes Ober-Hainbrunn, das sich zumeist etwas oberhalb des östlichen Hangfußes dahinzieht, während er sich hier an die westliche Talseite hält. Bei Unter-Hainbrunn fließt ihm von links der Zweigrund zu. Der Bach läuft nun ins ausgewiesene Naturschutzgebiet Hainbrunner Tal bei Hirschhorn ein, hier speist ihn gleich von links der Hämmelsbach. Weiter flussab mündet von rechts der Brombach, sein bedeutendster Zufluss unterhalb der Quellbäche. Zuletzt erreicht er die Stadt Hirschhorn, wo der Ulfenbach fast im rechten Winkel von rechts auf ihn trifft und sich mit ihm zum Laxbach vereint. Dieser mündet nach etwa 700 m eigenen Laufs in den Neckar.

Daten und Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Finkenbach ist ein ca. 12,5 km (mit Hinterbach ca. 22 km) langer, feinmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach im Buntsandstein-Odenwald[2]. Sein Gesamteinzugsgebiet beträgt 73,787 km², es ist in Richtung Nord-Süd langgestreckt und von bewaldeten Hängen und Böschungen geprägt und von wiesenbestandenen, grünen Talauen. In den Böden des Bachtales kann das Wasser nur mäßig bis gering versickern. Die Gesteinslagen an den Hängen bestehen überwiegend aus Sandsteinen sowie aus Ton- und Schluffsteinen, teilweise liegen dem Gerölle auf. Das Tal füllen häufig quartäre, relativ bindige Lockergesteine.

Dem Einzugsgebiet des Finkenbachs benachbart ist im Westen das des Geschwisterflusses Ulfenbach, im Norden und Nordosten fließen die konkurrierenden Nachbarbäche jenseits der zentralen Odenwälder Wasserscheide über die Mümling in den Main. Im Osten jenseits der Kammlinie der Hirschhorner Höhe liegt das Einzugsgebiet des Gammelsbachs, der in den Neckar mündet. Im Südosten läuft dazwischen der viel kleinere Igelsbach zum Neckar und ein paar Hangbäche.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Finkenbach kommen Bachforelle, Bachneunauge, Groppe und Aal vor[3]. Auch die Gelbbauchunke, die Helm-Azurjungfer und der Hellen- sowie der Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling sollen im Finkenbachtal vorkommen[4]. Die früher ansässige, seltene Flussperlmuschel ist wohl spätestens in den achtziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts ausgestorben[5]. Die noch immer zahlreichen Querbauwerke im Gewässer behindern Fische und andere Wasserbewohner bei der Wanderung.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name GKZ Länge
(km)
Zufluss-
richtung
Bemerkung
Hinterbach 238968000[A 1] 9,5 rechts rechter Quellbach
Falkengesäßerbach 238968200[A 2] 6,9 links linker Quellbach
(mit seinem Airlenbach genannten Oberlauf 9,0 km)
Preuschengrund 238968314 0,8 links
Hörlenbach 0,3 rechts
Steingrund 238968392 0,5 links
Zweigrund 238968720 2,0 links
Sommerrain rechts
Hämmelsbach 238968740 1,6 links
Untere Hämmelsbach links
Brombach 238968800 3,8 rechts

Anmerkungen:

  1. Manchmal auch die GKZ 2389682
  2. Manchmal auch die GKZ 238968

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Finkenbach (Laxbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WRRL in Hessen
  2. Typ 5.1: Feinmaterialreiche silikatische Mittelgebirgsbäche (PDF; 191 kB)
  3. GN Schwarzbach/Hornbach: Warum müssen unsere Fließgewässer für Fische und andere Lebewesen durchwanderbar sein? (PDF; 6,7 MB)
  4. Natura 2000 Finkenbachtal und Hinterbachtal
  5. Rote Liste und Artenverzeichnis der Schnecken und Muscheln Baden-Württembergs (PDF; 10,6 MB)