Finkenbach (Laxbach)

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Finkenbach
Abschnittsfolge des linken Hauptstrang-Oberlaufs:
Airlenbach → Falkengesäßerbach
Der Finkenbach in Hirschhorn

Der Finkenbach in Hirschhorn

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238968
Lage Odenwald

Hessen

Baden-Württemberg

Hessen

Flusssystem Rhein
Abfluss über Laxbach → Neckar → Rhein → Nordsee
Ursprung Zusammenfluss von Falkengesäßerbach und Hinterbach:
in Oberzent-Finkenbach
49° 32′ 0″ N, 8° 54′ 57″ O
Quelle des Falkengesäßerbach-Oberlaufs Airlenbach:
Nordwestrand von Airlenbach
49° 35′ 46″ N, 8° 55′ 5″ O
Quellhöhe ca. 403 m ü. NHN[LUBW 1]
Zusammenfluss von links mit dem Ulfenbach zum Laxbach in HirschhornKoordinaten: 49° 26′ 51″ N, 8° 53′ 40″ O
49° 26′ 51″ N, 8° 53′ 40″ O
Mündungshöhe ca. 120 m ü. NHN[LUBW 1]
Höhenunterschied ca. 283 m
Sohlgefälle ca. 13 ‰
Länge mit Airlenbach und Falkengesäßerbach:
 21,6 km[LUBW 2] 
nur Namensabschnitt:
0 9,4 km[LUBW 2]
Einzugsgebiet 73,913 km²[LUBW 3]

Der Finkenbach ist rund 22 km langer Bach, der etwa südwärts durch den südlichen Odenwald fließt und sich in der Kleinstadt Hirschhorn im hessischen Odenwaldkreis von links mit dem Ulfenbach zum Laxbach vereint, der dann dort bald in den Neckar mündet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Finkenbach entsteht aus dem Zusammenfluss von Hinterbach und Falkengesäßerbach bei Oberzent-Finkenbach. Für diese beiden Quellbäche sind teilweise auch andere Bezeichnungen im Gebrauch; der Hinterbach wie der Falkengesäßerbach werden auch mit dem Namen "Finkenbach" belegt.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Zusammenfluss seiner zwei Quellbäche an läuft der Finkenbach konsequent in südlicher Richtung bis zu seiner Mündung. Am Südrand der Ortschaft Finkenbach speist ihn von links der Preuschengrund und ein Bach aus dem Lenzegrund. Danach beginnt das seine ganze Auenbreite umfassende Naturschutzgebiet Finkenbachtal bei Finkenbach, er zieht hierin zunächst westlich am Berg Kobelstreich vorbei. Etwas weiter südlich fließt ihm von der rechten Seite der kleine Hörlenbach zu. Der folgende Auenabschnitt zwischen dem Hörlenbachskopf (360 m ü. NN) rechts und den Alten Schlägen links gegenüber nennt sich Großwiese, dort verstärkt ihn der Steingrund von links. Der Finkenbach fließt durch die Bruchwiesen am Engertalskopf (312 m ü. NN) vorbei, verlässt dabei das Naturschutzgebiet und zwängt sich anschließend zwischen Mühlberg und Zweckgrund hindurch. Er tritt daraufhin auf die Gemarkung Eberbach-Brombach über und erreicht kurz darauf den Nordrand des zu Oberzent gehörenden Taldorfes Ober-Hainbrunn, das sich zumeist etwas oberhalb des östlichen Hangfußes dahinzieht, während er sich hier an die westliche Talseite hält. Bei Unter-Hainbrunn fließt ihm von links der Zweigrund zu. Der Bach läuft nun ins ausgewiesene Naturschutzgebiet Hainbrunner Tal bei Hirschhorn ein, hier speist ihn gleich von links der Hämmelsbach. Weiter flussab mündet von rechts der Brombach, sein bedeutendster Zufluss unterhalb der Quellbäche. Zuletzt erreicht er die Stadt Hirschhorn, wo der Ulfenbach fast im rechten Winkel von rechts auf ihn trifft und sich mit ihm zum Laxbach vereint. Dieser mündet nach etwa 700 m eigenen Laufs in den Neckar.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der direkten Zuflüsse vom Zusammenfluss der Oberläufe zum Zusammenfluss mit dem Ulfenbach zum Laxbach. Gewässerlänge übernommen[LUBW 2] oder abgemessen[LUBW 4], Einzugsgebiet< übernommen[LUBW 5] oder abgemessen[LUBW 6] sowie Höhe[LUBW 1] nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Name GKZ Lage Länge
in km
EZG
in km²
Mündungs­ort Mündungs­höhe
in m ü. NHN
Bemerkungen
Falkengesäßerbach 238968[A 1] linker Oberlauf ca. 9,400 ca. 22,700 Oberzent-Finkenbach ? 00000 mit Oberlauf Airlenbach
Hinterbach 2389682[A 2] rechter Oberlauf ca. 9,400 ca. 17,010 Oberzent-Finkenbach ? 00000
(Bach aus dem Preuschengrund) 238968314 links0 ca. 0,900 ca. 00,800 Unterfinkenbach ? 00000
(Bach aus dem Lenzengrund) links0 ca. 0,900 ca. 01,000 Unterfinkenbach ? 00000
Hörlenbach rechts ca. 0,500 ca. 00,800 ? 00000
(Bach aus dem Steingrund) 238968392 links0 ca. 0,600 ca. 00,900 ? 00000
(Bach aus dem Heiligenwald) links0 ca. 0,600 ca. 01,000 Sägewerk nach Unterfinkenbach ? 00000
(Bach aus den Brunnenwiesen) 2389684 links0 ca. 1,600 ca. 01,000 Oberzent-Ober-Hainbrunn ? 00000
(Bach vom Sommerrain) 23896852 rechts ca. 0,800 ca. 01,100 gegenüber Ober-Hainbrunn ? 00000
(Bach aus dem Zweigrund) 2389686 links0 ca. 2,000 ca. 01,700 Hirschhorn-Unter-Hainbrunn 165 00000
Hämmelsbach 23896872 links0 ca. 1,600 ca. 01,700 nördlich unter Hirschhorn-Hämmelsbacher Hof 160 00000
Untere Hämmelsbach 23896874 links0 ca. 0,700 ca. 01,000 südwestlich unter Hämmelsbacher Hof 153 00000
(Bach aus der Brunnenstube) links0 ca. 1,000 ca. 00,800 147 00000
Brombach 2389688 rechts ca. 3,800 ca. 06,800 142 00000

Anmerkungen:

  1. Manchmal auch die GKZ 2389682
  2. Manchmal auch die GKZ 238968

Daten und Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Finkenbach ist ein mit seinem Hauptoberlauf zusammen 21,5 km langer, feinmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach im Buntsandstein-Odenwald[1]. Sein Gesamteinzugsgebiet beträgt 73,787 km², es ist in Richtung Nord-Süd langgestreckt und von bewaldeten Hängen und Böschungen geprägt und von wiesenbestandenen, grünen Talauen. In den Böden des Bachtales kann das Wasser nur mäßig bis gering versickern. Die Gesteinslagen an den Hängen bestehen überwiegend aus Sandsteinen sowie aus Ton- und Schluffsteinen, teilweise liegen dem Gerölle auf. Das Tal füllen häufig quartäre, relativ bindige Lockergesteine.

Dem Einzugsgebiet des Finkenbachs, das naturräumlich gesehen in den Unterräumen Sandstein-Odenwald und ganz zuletzt auch Odenwald-Neckartal des Odenwaldes liegt[2][3], ist im Westen benachbart das des Geschwisterflusses Ulfenbach, im Norden und Nordosten fließen die konkurrierenden Nachbarbäche jenseits der zentralen Odenwälder Wasserscheide über die Mümling in den Main. Im Osten jenseits der Kammlinie der Hirschhorner Höhe liegt das Einzugsgebiet des Gammelsbachs, der in den Neckar mündet. Im Südosten laufen dazwischen der viel kleinere Igelsbach zum Neckar und ein paar Hangbäche.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Finkenbach kommen Bachforelle, Bachneunauge, Groppe und Aal vor[4]. Auch die Gelbbauchunke, die Helm-Azurjungfer und der Hellen- sowie der Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling sollen im Finkenbachtal vorkommen[5]. Die früher ansässige, seltene Flussperlmuschel ist wohl spätestens in den achtziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts ausgestorben[6]. Die noch immer zahlreichen Querbauwerke im Gewässer behindern Fische und andere Wasserbewohner bei der Wanderung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Finkenbach (Laxbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LUBW[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Karte von Lauf und Einzugsgebiet des Finkenbachs
Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Kartendienste der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)

  1. a b c Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.
  2. a b c Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN).
  3. Einzugsgebiet aufsummiert aus den Teileinzugsgebieten nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN).
  4. Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.
  5. Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN).
  6. Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.

Andere Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Typ 5.1: Feinmaterialreiche silikatische Mittelgebirgsbäche@1@2Vorlage:Toter Link/www.umweltbundesamt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 191 kB)
  2. Otto Klausing: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 151 Darmstadt. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1967. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
  3. Josef Schmithüsen: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 161 Karlsruhe. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952. → Online-Karte (PDF; 5,1 MB)
  4. GN Schwarzbach/Hornbach: Warum müssen unsere Fließgewässer für Fische und andere Lebewesen durchwanderbar sein? (PDF; 6,7 MB)
  5. Natura 2000 Finkenbachtal und Hinterbachtal@1@2Vorlage:Toter Link/www2.hmuelv.hessen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Rote Liste und Artenverzeichnis der Schnecken und Muscheln Baden-Württembergs (PDF; 10,6 MB)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 6319 Erbach, Nr. 6419 Beerfelden, Nr. 6519 Eberbach