Finn-Ole Heinrich

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Finn-Ole Heinrich beim Erlanger Poetenfest 2013

Finn-Ole Heinrich (* 13. September 1982 in Henstedt-Ulzburg, Schleswig-Holstein) ist ein deutscher Schriftsteller und Filmemacher. Für sein Buch Frerk, du Zwerg! wurde er 2012 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Heinrich lebt und arbeitet gemeinsam mit seiner Partnerin Dita Zipfel[1] in Berlin und Südfrankreich.[2]

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich wuchs in Cuxhaven auf. 2002 absolvierte er das Abitur am Amandus-Abendroth-Gymnasium[3] und war Stipendiat des Literatur Labor Wolfenbüttel.[4] Nach dem Zivildienst begann er ein Filmregie-Studium in Hannover, das er 2008 mit Diplom abschloss. Nebenbei hatte er in Erfurt für vier Monate von April bis August 2008 das dortige Stadtschreiber-Stipendium inne.[5] Nach einigen Jahren in Hamburg lebt er heute in Berlin und in Südfrankreich.

Als Lesebühnen-Performer war Heinrich 2003 als Vertreter Hamburgs und 2004 für Oldenburg bei den deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften.[6]

Im Hamburger mairisch Verlag erschien 2005 sein Erzählband die taschen voll wasser.

Im Herbst 2007 kam der Roman Räuberhände heraus. Der Romanerstling schildert die Freundschaft zwischen zwei Jungen: einem aus einem intakten und einem aus einem krisengeschüttelten Elternhaus. Kurz nach dem Abitur machen sie sich in einem Akt des Aufbruchs gemeinsam auf den Weg nach Istanbul. In drei parallelen Handlungssträngen werden Atmosphären und Gefühlsebenen in den unterschiedlichen Milieus abgebildet. In Kritiken wurden Heinrichs Texte vielfach als „filmisch“ bezeichnet, so etwa in einer Besprechung der taz.[7] Das Buch war in den Jahren 2013 und 2014 Abiturpflichtthema an allen Hamburger Schulen, kam 2013 auf die Theaterbühnen und wurde 2020 verfilmt[8].

2009 legte Heinrich gleich zwei Veröffentlichungen vor: Den Erzählband Gestern war auch schon ein Tag sowie das Hörbuch Auf meine Kappe. In beiden beschäftigt er sich vertieft mit Figuren, die am Rande der Gesellschaft stehen oder Schicksalsschläge zu bewältigen haben.

2010 folgte dann eine gemeinsame Tour und CD-Veröffentlichung (Du drehst den Kopf, ich dreh den Kopf) mit dem Musiker Spaceman Spiff.

2011 erschien Heinrichs erstes Kinderbuch, Frerk, du Zwerg!, das 2012 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Kinderbuch gewann. Ein Opernfassung des Buches feierte im September 2012 auf dem internationalen literaturfestival berlin Premiere. Dort war er außerdem Jurymitglied der Auszeichnung Das außergewöhnliche Buch. Frerk, du Zwerg! ist inzwischen auch in koreanischer Übersetzung erschienen.

Mit Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt – Mein kaputtes Königreich erscheint 2013 Heinrichs zweites Kinderbuch, der erste Teil einer Trilogie.[9] Mit Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt – Warten auf Wunder (Frühjahr 2014) und Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt – Ende des Universums (Herbst 2014) wurden vom Hanser Verlag bereits Teil zwei und drei der Trilogie um Maulina Schmitt veröffentlicht.

Am 16. August 2013 fand die Uraufführung von Räuberhände unter der Regie von Anne Lenk im Thalia Theater „Gaußstraße“ Hamburg statt. Sie war ein Publikumserfolg.[10]

Seit 2017 erschienen mehrere Kinderbücher von Heinrich im mairisch Verlag: Trecker kommt mit (2017, gemeinsam mit Dita Zipfel, Illustrationen von Halina Kirschner), Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes (2018, Illustrationen von Rán Flygenring), Schlafen wie die Rüben (2021, gemeinsam mit Dita Zipfel, Illustrationen von Tine Schulz).

Heinrich ist auch als Filmemacher und Drehbuchautor aktiv. Sein Debüt auf 16 mm, die ordnung der dinge, wurde ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendvideopreis 2005. Der zweiminütige Video-Clip Flummi lief auf vielen Kurzfilm-Festivals im deutschsprachigen Raum. Er wurde Sieger-Beitrag des Passauer Kurzfilmfestes, Preisträger beim Internationalen Kurzfilmfestival Magdeburg Halbbilder und kam in den Endausscheid zum Kurzfilm des Jahres. Sein 16-minütiger Dokumentarfilm nicht an einem tisch entstand als Seminar-Arbeit und handelt von einem seit langem geschiedenen Paar aus der 1968er-Generation, Heinrichs Eltern. Die Jury beim Bundesfestival Video 2007 Rencontres internationales Paris/Berlin/Madrid erkannte ihm dafür 2007 den Hauptpreis, dotiert mit 1000 Euro, zu.[11] Der Kurzfilm Fliegen mit Sandra Hüller in der Hauptrolle, zu dem Heinrich das Drehbuch schrieb, gewann diverse internationale Auszeichnungen und wurde auf der Berlinale 2009 gezeigt.[12]

Heinrich tritt nicht nur alleine auf, sondern auch in Kombination mit verschiedenen anderen Künstlern, wie dem Unsortierten Orchester Oldenburg oder Spaceman Spiff.

2021 gründeten Dita Zipfel und Finn-Ole Heinrich das Verlagsprojekt Huckepack.[13]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominierungen, Auszeichnungen, Stipendien, Festivalteilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Finn-Ole Heinrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite der Autorin. Abgerufen am 16. November 2021.
  2. Webseite des Autors, abgerufen am 26. November 2020
  3. Ehemaligen-Lesung an der Schule
  4. https://www.bundesakademie.de/akademie/blog/3-fragen-an-finn-ole-heinrich/
  5. https://www.erfurt.de/ef/de/engagiert/kunst/stadtschreiber/117963.html
  6. Kurzbiografie bei no-budget-arts.de
  7. Rezensionsnotiz des Perlentauchers zur Literaturkritik. In: taz, 19. April 2008
  8. Pressemeldung des SWR, 13. Juni 2019
  9. boersenblatt.net
  10. zur Premiere von Räuberhände Hamburger Abendblatt
  11. Info und Flash-Sequenzen von und über den Sieger-Film
  12. Berlinale-Archiv
  13. Huckepack im Mairisch Verlag. Abgerufen am 16. November 2021.
  14. thalia-theater.de
  15. nextliberty.com
  16. staatstheater.de
  17. [1]
  18. Bayerisch-Schwäbischer Literaturpreis: „Ich bin kein Kind der deutschen Literaturförderung“ – Im Gespräch mit dem zweiten Preisträger Finn-Ole Heinrich (Memento vom 10. Juni 2007 im Internet Archive), Webseite der Pressestelle der Universität Augsburg vom 11. Juli 2004, abgerufen am 13. November 2009
  19. Die Sieger des Stockstädter Literaturwettbewerbs. Website der Buchmesse im Ried, abgerufen am 13. November 2009
  20. Finn-Ole Heinrich. In: Hamburger Abendblatt, 9. Februar 2008, abgerufen am 13. November 2009
  21. Uschtrin.de (Memento vom 23. April 2008 im Internet Archive)
  22. Video der Generationen: Nicht an einem Tisch. Wettbewerbsbeitrag mit Jurybegründung, abgerufen am 13. November 2009
  23. Stadtschreiber in Erfurt
  24. MDR-Literaturpreis 2008 für Sudabeh Mohafez. (Memento vom 13. Februar 2008 im Internet Archive) Mitteldeutscher Rundfunk, 5. Mai 2008
  25. Niedersächsischer Literaturpreis 2008. Nicolas-Born-Preisträger und Förderpreisträger 2008 stehen fest. Pressemeldung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur vom 6. Mai 2008, abgerufen am 13. November 2009
  26. Bremer Netzresidenz 2008 für Finn-Ole Heinrich. (Memento vom 5. Januar 2011 im Internet Archive) Pressemeldung des Bremer Literaturhauses, abgerufen am 13. November 2009
  27. Darmstädter Echo, 17. November 2008 (Memento vom 30. Juli 2009 im Internet Archive)
  28. Monika Salzmann: Märkisches Stipendium für Literatur 2009 Preisträger: Finn-Ole Heinrich. In: derwesten.de, 2. November 2008, abgerufen am 6. Juli 2015
  29. Ausgezeichnete Hamburger Literaten. Behörde für Kultur, Sport und Medien vergibt Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen, Pressemeldung der Behörde für Kultur, Sport und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg vom 12. November 2009, abgerufen am 13. November 2009
  30. Zwei Stadtschreiber gewählt. In: Cuxhavener Nachrichten, 30. Januar 2011, abgerufen am 05. Mai 2017
  31. Preis der Autoren an Duo Heinrich-Spiff, Focus.de, 9. Mai 2012.
  32. Writer-in residence-Programm, Webseite des Goethe-Instituts Island
  33. Heinrich-Heine-Stipendiaten (Memento vom 1. Dezember 2014 im Internet Archive), Pressemeldung des Literaturbüro Lüneburg, abgerufen am 21. Februar 2012
  34. Comburg-Stipendium. Webauftritt der Stadt Schwäbisch Hall
  35. shz.de vom 19. Dez. 2013 (Memento vom 1. Januar 2014 im Internet Archive)
  36. Luchs des Jahres 2014: Preis für Finn-Ole Heinrich und Rán Flygenring (Memento vom 3. April 2016 im Internet Archive), radiobremen.de, 5. März 2015, abgerufen am 3. Mai 2017
  37. Die ZEIT vom 13. Januar 2015
  38. Hamburger Abendblatt vom 20. Juni 2014