Finnischer Meerbusen

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Finnischer Meerbusen
Satellitenbild

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Gewässer Ostsee
Landmasse Europa
Geographische Lage 60° N, 26° OKoordinaten: 60° N, 26° O
Finnischer Meerbusen (Ostsee)
Finnischer Meerbusen
Fläche 30.000 km²
Küstenlänge 1 000 km
Größte Wassertiefe 115 m
Mittlere Wassertiefe 38 m
Inseln Gogland, Naissaar, Kotlin
Zuflüsse Newa, Kymijoki, Narva
Inseln und Städte

Inseln und Städte

Blick von Kotka in Finnland auf die Insel Gogland, die im Finnischen Meerbusen ungefähr in der Mitte zwischen Estland und Finnland liegt
Flusseinzugsgebiete in den Finnischen Meerbusen

Der Finnische Meerbusen (finnisch Suomenlahti; estnisch Soome laht; russisch Финский залив; schwedisch Finska viken) ist eine langgestreckte Bucht der Ostsee, die sich zwischen Finnland und Estland in west-östlicher Richtung auf Russland zu erstreckt. Die Bucht ist vom Westende, das ungefähr durch die Inseln Bengtskär auf der finnischen und Osmussaar auf der estnischen Seite gebildet wird, bis zur Newamündung im Osten etwa 400 km lang, ihre Breite beträgt zwischen 50 km und 130 km. Ihre Fläche beträgt etwa 30.000 km². Die durchschnittliche Tiefe beträgt 38 m und die maximale Tiefe 115 m, womit die gesamte Wassermenge nur etwa 1100 km³ beträgt, was kaum mehr als die des Ladogasees ist.

In der Bucht befindet sich vor allem Brackwasser, da mehrere wasserreiche Flüsse in sie münden und die Verbindung zum Ozean über die Ostsee und die dänischen Meerengen Öresund, Großer und Kleiner Belt ins Kattegat kaum Wasseraustausch zulässt. Durch den Weißmeer-Ostsee-Kanal gibt es eine schiffbare Verbindung zum Weißen Meer. Die wichtigsten Städte und Häfen am Finnischen Meerbusen sind Tallinn in Estland, Helsinki in Finnland und Sankt Petersburg in Russland.

Inseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn man die estnischen Moonsund-Inseln und die Inseln des finnischen Schärenmeers nicht mitzählt, die außerhalb des eigentlichen Finnischen Meerbusens liegen, gibt es nur kleinere und meist fast unbewohnte Inseln. Die einzige Ausnahme bildet die russische Insel Kotlin vor Sankt Petersburg mit 15 km² und 43.000 Einwohnern sowie einige Inseln im Stadtgebiet von Helsinki wie Lauttasaari und Kulosaari. Größere Inseln sind auf estnischer Seite die Pakri-Inseln mit 24,5 km², Naissaar mit 18,6 km², Prangli mit 6,44 km², Osmussaar mit 4,69 km² und Aegna mit 2,95 km². Zu Finnland gehören Kirkonmaa mit 7,9  km², Kuutsalo mit 7,0 km² und Tammio mit 3 km², außer Kotlin gehören zu Russland Gogland mit 21 km², Moschtschnij mit 13,9 km², Bolschoi Tjuters mit 8,3 km² und Seskar mit 6 km². Nur Prangli mit etwa 150 Einwohnern und Gogland mit 50 Einwohnern sind dichter besiedelt, auf den anderen Inseln leben nur noch einzelne Menschen oder sie sind unbewohnt.

Rail Baltica und möglicher Tunnel unter dem Finnischen Meerbusen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rail Baltica ist eine geplante Eisenbahnverbindung, die bis 2030 von Warschau über Kaunas und Riga nach Tallinn führen soll. Beteiligt sind die Europäische Union und die Mitgliedsländer Litauen, Lettland und Estland sowie Polen. Eine Anbindung Finnlands durch eine Fähre ist geplant. Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen etwa fünf Milliarden Euro.[1]

Als Vision für die 2030er Jahre oder später wurde auch ein Tunnel unter dem Finnischen Meerbusen vorgeschlagen. Die Länge eines solchen Tunnels würde von der Trasse abhängen. An der engsten Stelle hätte er eine Länge von circa 50 km und wäre schon damit der längste Unterwassertunnel der Welt, zwischen Tallinn und Helsinki wäre der Tunnel etwa 80 km lang.[2]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Finnische Meerbusen wurde im Juli 2008 durchschwommen. Innerhalb von 19 Stunden und 13 Minuten bewältigte der Este Bruno Nopponen die 55 km lange Strecke zwischen dem finnischen Hafen Porkkala und der estnischen Küste an der Suurupi-Halbinsel in Harku. Der gleichzeitig mit ihm gestartete Priit Vehm benötigte mit 22 Stunden und 22 Minuten gut drei Stunden länger, vier andere Teilnehmer des Rekordversuchs gaben auf.[3]

Um Sankt Petersburg vor Hochwasser zu schützen, wurde von 1978 bis 2010 der Petersburger Damm gebaut, mit einer längeren Bauunterbrechung in den 1990er Jahren, weil Umweltschäden befürchtet wurden. Der Damm führt über Kotlin und sperrt die gesamte Newabucht vom Finnischen Meerbusen ab.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Finnischer Meerbusen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tehnical Parameters auf railbaltica.org, abgerufen am 26. November 2017
  2. Mit dem Zug bis Helsinki. Artikel von Reinhard Wolff auf taz.de vom 18. Juni 2014, abgerufen am 26. November 2017
  3. Bruno Nopponen ujus esimesena Soomest Eestisse. Artikel von Erik Henno und Hanneli Rudi vom 26. Juli 2008 in der Tageszeitung Postimees (estnisch), abgerufen am 26. November 2017