Finnmark (Fylke)

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Wappen Karte
Wappen von Finnmark
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Über dieses Bild
Basisdaten
Land: Norwegen
Verwaltungszentrum: Vadsø
Fläche: 48.631,07 km²
Einwohner: 75.886 (30. April 2016)
Bevölkerungsdichte: 1,5 Einwohner/km²
Kommunen: 19
ISO 3166-2 NO-20
Internet: www.ffk.no
Fylkesstein: Altaschiefer
Politik
Fylkesordfører: Runar Sjåstad
Fylkesmann: Gunnar Kjønnøy
Die felsige Küste der Finnmark zur Barentssee

Finnmark (dt. Feld der Samen[1][2]) ist Norwegens flächenmäßig größter und mit nur 1,5 Einwohnern pro Quadratkilometer zugleich am dünnsten besiedelter Verwaltungsbezirk (Fylke). Der Bezirk liegt im äußersten Nordosten des Landes und teilt hier die einzige direkte Grenze Norwegens mit Russland. Bekannt ist das Verwaltungsgebiet u. a. durch die Möglichkeit, Vögel auf der Varanger-Halbinsel im Osten zu beobachten. Diese Region zählt zu den bedeutendsten Vogelgebieten in Norwegen.[3]

In Finnmark leben auch fast die Hälfte aller norwegischen Samen (Sámi), die Angehörigen einer Volksgruppe, die schon vor etwa 10.000 Jahren nach Nord-Skandinavien einwanderte. In Norwegen leben heute offiziell 11.500 für das Sami-Parlament wahlberechtigte erwachsene Samen (gemäß Samemanntallet), sich selbst zählen aber mehr als 60.000 erwachsene Einwohner zu den Sami.

Kommunen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Kommunen in der Provinz Finnmark
Gemeinde Einwohner
30. April 2016
Alta 20.195
Berlevåg 992
Båtsfjord 2.246
Gamvik 1.134
Hammerfest 10.494
Hasvik 1.049
Karasjok 2.676
Kautokeino 2.954
Kvalsund 1.040
Lebesby 1.323
Loppa 967
Måsøy 1.212
Nesseby 953
Nordkapp 3.279
Porsanger 3.958
Sør-Varanger 10.211
Tana 2.914
Vadsø 6.163
Vardø 2.126

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man fand in Finnmark etwa 10.000 Jahre alte Spuren von Menschen. Die Samen sind die älteste bekannte Bevölkerungsgruppe, die heute noch hier lebt. Aus der Frühzeit finden sich Spuren der Komsa-Kultur (Felsmalereien bei Alta). Finnmark ist schon vor dem Jahre 1000 n. Chr. als norwegisch dokumentiert. Ab dem 14. Jahrhundert gab es norwegische Immigration und im 19. Jahrhundert eine starke ökonomische Entwicklung. Die Region war fest eingebunden in das europäische Handelssystem. Viele Auswärtige führte der Handel in den Norden. Die Samen im Binnenland trieben Pelzhandel ostwärts, mit der Kola-Halbinsel sowie mit dem Baltikum. Samen an der Küste nahmen am Handelssystem der Hanse teil. An der Küste entwickelte sich schnell eine lebendige internationale Küstenkultur.

Das Zentrum von Kirkenes nach dem deutschen Rückzug

Ab dem 16./17. Jahrhundert, als sich in Europa Staaten zu bilden begannen, wuchs das Interesse von Schweden, Dänemark und Russland, die Finnmark territorial zu kontrollieren. Die Küste der Region sollte Ausgangspunkt für die Kontrolle der Handelswege nach Russland und in den Fernen Osten dienen. Von 1611 bis 1613 führten Dänemark und Schweden den Kalmarkrieg, an dessen Ende die Finnmark unter dänische Oberheit fiel. Im 18. Jahrhundert begann die Kolonisierung samischer Gebiete durch die Norweger. Dennoch blieb Hammerfest lange eine vielsprachige Stadt.[4]

In den 1920er und 1930er Jahren wirkten finnische faschistische Bewegungen auf die Eingliederung der finnischsprachigen Gebiete der Finnmark nach Finnland hin.[5]

Nach der deutschen Besetzung Norwegens 1940 versuchte der Gouverneur der Finnmark, Hans Gabrielsen (1891–1965), einen Teil der norwegischen Truppen dem Zugriff der Deutschen zu entziehen und sie an der Narvik-Front gegen die Invasoren einzusetzen. Nach der Kapitulation der norwegischen Truppen am 10. Juni 1940 kam er in das deutsche Konzentrationslager Grini bei Oslo. Im Rahmen von Unternehmen Nordlicht erfolgte 1944 die vollständige und rücksichtslose Deportation (Evakuierung) der norwegischen Bevölkerung und die Zerstörung aller Unterkünfte ostwärts des Lyngenfjords durch die Wehrmacht.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finnmark hat mehrere Flughäfen, darunter den Flughafen Kirkenes, den Flughafen Alta und den Flughafen Lakselv.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bokmålsordboka/Nynorskordboka
  2. Bokmålsordboka/Nynorskordboka
  3. [1]. Website des Fremdenverkehrsamts Norwegen. Zugriff 6. Juni 2013.
  4. Zu Kultur und Ethnologie der Finnmark: Lorenz Kazaleh: Wessen Kultur bewahren? Lizenziatsarbeit, Universität Basel 2000, [2]
  5. [3] Gesellschaftlich-kulturelle Bewegungen, Uni Rostock, Zugriff 28. April 2013
  6. Arnim Lang: Operation Nordlicht – Die Zerstörung Nordnorwegens durch deutsche Truppen …, in: Kriegsende im Norden: vom heißen zum kalten Krieg, Hrsg. Robert Bohn und Jürgen Elvert, Franz Steiner Verlag, 1995, ISBN 3-515-06728-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Finnmark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 70° N, 26° O