Fischamend

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Fischamend
Wappen von Fischamend
Fischamend (Österreich)
Fischamend
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL (seit 2017; alt: WU)
Hauptort: Fischamend-Markt
Fläche: 25,03 km²
Koordinaten: 48° 7′ N, 16° 37′ OKoordinaten: 48° 6′ 56″ N, 16° 36′ 46″ O
Höhe: 156 m ü. A.
Einwohner: 5.348 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 214 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2401
Vorwahl: 02232
Gemeindekennziffer: 3 07 30
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gregerstraße 1
2401 Fischamend
Website: www.fischamend.gv.at
Politik
Bürgermeister: Thomas Ram (RAM)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
19
4
2
19 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
  • Liste RAM: 19
  • SPÖ: 4
  • KP: 2
Lage der Stadt Fischamend im Bezirk Bruck an der Leitha
Au am Leithaberge Bad Deutsch-Altenburg Berg Bruck an der Leitha Ebergassing Enzersdorf an der Fischa Enzersdorf an der Fischa Fischamend Göttlesbrunn-Arbesthal Götzendorf an der Leitha Gramatneusiedl Hainburg an der Donau Haslau-Maria Ellend Himberg Hof am Leithaberge Höflein Hundsheim Klein-Neusiedl Lanzendorf Leopoldsdorf Mannersdorf am Leithagebirge Maria-Lanzendorf Moosbrunn Petronell-Carnuntum Prellenkirchen Rauchenwarth Rohrau Scharndorf Schwadorf Schwechat Sommerein Trautmannsdorf an der Leitha Wolfsthal ZwölfaxingLage der Gemeinde Fischamend im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Luftaufnahme von Fischamend
Luftaufnahme von Fischamend
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Fischamend ist eine Stadtgemeinde mit 5348 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischamend um das Jahr 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Fischamend liegt im Industrieviertel in Niederösterreich. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Fischa und Donau, wenige Kilometer südöstlich von Wien. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 24,94 Quadratkilometer. 20,34 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Fischamend-Dorf (850)
  • Fischamend-Markt (4441)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Fischamend Dorf und Fischamend Markt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia. Unter dem heutigen Ortskern wird ein römisches Kastell vermutet, das aber bislang archäologisch noch nicht nachgewiesen werden konnte.

Über Jahrhunderte waren die an der Donau und der Fischa betriebenen Mühlen und der Getreidehandel die wichtigsten Wirtschaftszweige. So befanden sich im 19. Jahrhundert 18 Mühlen an der Donau, sowie 7 an der Fischa. Außerdem befand sich zwischen 1868 und 1902 ein Winterhafen an der Donau, wo zahlreiche Schiffe und deren Personal überwintern konnten.[2]

Durch die Auflassung der Mühlen gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen sich Industriebetriebe zu etablieren. 1908 erfolgte auf der südöstlich des Ortes liegenden Hochterrasse der Bau der k.u.k. Militär-Aeronautischen Anstalt samt Luftschiffhalle und Flugfeld. Auf dem Gebiet der heutigen Stadt wurden weitere Luftschiffhallen, Unterkünfte und eine Wasserstoffgasfabrik errichtet. In der Nähe des Flugfeldes entstand später das Flugarsenal Fischamend, wo in Lizenz der Hansa-Brandenburgischen Flugzeugwerke AG Flugmotoren und Flugzeuge hergestellt wurden. Damit war Fischamend während des Ersten Weltkrieges neben Wiener Neustadt ein wichtiges Zentrum der Luftstreitkräfte. Die Anlagen mussten nach dem Ersten Weltkrieg weitgehend demontiert werden, wurden jedoch 1938, nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland, wieder als Werk III der Wiener Neustädter Flugzeugwerke genutzt. 1944 zerstörten Bomben die Anlage fast vollständig, das Werk wurde nach Tischnowitz verlegt. Heute sind von dem ehemaligen Areal des Flugplatzes nur mehr wenige Bauwerke wie der Wasserturm, die Offiziersmesse und das Konstruktionsbüro zu sehen.

Zu dem Unglück vom 20. Juni 1914 mit neun Toten, an dem das Militärluftschiff M.III (System Körting) und ein Flugzeug beteiligt waren, siehe Luftfahrt in Österreich#Geschichte.[3]

Von 1938 bis 1954 war Fischamend als Teil des neugeschaffenen 23. Bezirks Schwechat in Groß-Wien eingemeindet. Die Gemeinde wurde 1954 wieder selbständig und besitzt seit dem 9. Juli 1987 Stadtrecht.

Von 1954 bis zu dessen Auflösung mit 31. Dezember 2016 war Fischamend Teil des Bezirks Wien-Umgebung.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Thomas Ram, Vizebürgermeister ist Gerald Baumgartlinger[4] (beide Liste RAM). Amtsleiter ist Otto Eggendorfer.

Der Fischamender Stadtrat setzt sich aus folgenden Mitgliedern bzw. Ausschussvorsitzenden zusammen:

  • Stadträtin Michaela Bauer, StR f. Soziales, Jugend und Senioren (Liste RAM)
  • Stadtrat Thomas Bäuml, StR f. Kinderbetreuung, Unterricht u. Sport (Liste RAM)
  • Stadtrat Jürgen Punz, StR f. Bau (Liste RAM)
  • Stadtrat Michael Burger, StR f. Kultur u. Bildung (Liste RAM)
  • Stadtrat Josef Jäger, StR f. Land- u. Forstwirtschaft (Liste RAM)
  • Stadtrat Franz Rausch, StR Ing. ohne Ausschuß (SPÖ)

Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 25 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung:[5]

  • Gemeinsam für Fischamend (RAM) 19
  • SPÖ 4
  • Liste Schuh[6] - Kommunisten und Parteilose 2

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fischamend
Stadtturm
Pfarrkirche
  • Stadtturm
Der Stadtturm oder Fischaturm auf dem Hauptplatz ist das Wahrzeichen Fischamends. Der mächtige sechsgeschossige Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert und wird an der Spitze von einem Fisch bekrönt. Er beherbergt seit 1927 das Heimatmuseum der Stadt. Einer Legende zufolge wurde an der Stadtturmspitze beim Rückgang des Jahrhunderthochwassers im 13. Jahrhundert ein mannsgroßer Fisch aufgespießt, deswegen auch die Namensgebung der Stadt. Der wahre Grund der Namensgebung ist der Zusammenfluss der Fischa mit der Donau im Ortsgebiet: Viskahagemunde → Vischamundt → Vischamendt → Fischamend.
  • Luftfahrtausstellung des Heimatmuseums
Hainburger Straße 6, Tel: 02232-76 521, Leitung: Gottfried Ernstberger, Mail: ernstberger.g@aon.at, www.luftfahrt-fischamend.at
  • Museum der Photographie
Donauarmstraße 1, Tel: 0699-19 25 53 78, Leitung: Erwin Schwab, Mail: erwin.schwab@chello.at, www.museumderphotographie.at
Die Kirche ist ein barocker Saalbau vom Ende des 17. Jahrhunderts und wird von einer massiven Zwiebelhaube dominiert, Kirchenplatz.
  • Kirche St. Quirinus
Die Kirche im ehemals selbstständigen Stadtteil Fischamend-Dorf (westlich der Fischa gelegen) ist eine gotische, innen barockisierte Kirche, im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammend, Kirchenweg.
  • Evangelische Petruskirche
Die Petruskirche steht neben dem Pfarrfriedhof der Stadtgemeinde in der Hainburger Straße. Sie wurde von einem eigens gegründeten Kirchenverein errichtet und am 7. Mai 1964 eingeweiht. Die Kirche mit ihren bunten Glasfenstern ist mit einer spitz zulaufenden Holzdecke versehen.
  • Bürger- bzw. Bauernhäuser
Einige, zum Teil noch gut erhaltene Bürger- bzw. Bauernhäuser liegen im Ortskern (z. B. Hainburger Str. 18)
  • Altes Feuerwehrdepot
Das alte Feuerwehrdepot am Getreideplatz wurde 1819 im klassizistischen Stil erbaut und ist ein bemerkenswert frühes Beispiel für diese Bauaufgabe. Ein neues Feuerwehrhaus wurde 1928 an der Klein-Neusiedler-Straße errichtet. Dieses Feuerwehrhaus war für die Gemeinde Dorf-Fischamend. Auch dieses ist aufgrund seiner expressionistischen Ausformung architektonisch bedeutsam. Heute ist im alten Feuerwehrdepot die First Responder Station untergebracht.
  • Wasserturm
1916 errichtet; der weithin sichtbare Wasserturm gilt als zweites Wahrzeichen Fischamends.
heute ein gutbürgerliches Gasthaus und Vereinslokal der Ortspartei SPÖ. Die Kasernenbauten der k. k. Militär-Aeronautischen Anstalt haben sich erhalten und wurden als Wohnungen umfunktioniert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 167, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 22. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2073. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,74 Prozent.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 ist in Fischamend der Laientheaterverein Fischamender Spielleut beheimatet, der bis dahin in der Nachbarortschaft Enzersdorf an der Fischa tätig war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bomben, Polenta & bessere Zeiten, 1989, Band 1, Verlag Stadtgemeinde Fischamend
Pendler, Baraber und die Geschäftsleut,1990, Band 2, Verlag Stadtgemeinde Fischamend
Kinoträume, Boogieträume, Freizeitträume, 1991, Band 3, Verlag Stadtgemeinde Fischamend
Dem Nächsten zur Wehr, 1992
Rathaus, Schulhaus, Pfarrhaus und die Parteihäuser, 1993, Band 4, Verlag Stadtgemeinde Fischamend
Postler, Polizisten, Feuerwehr und das Glück im Unglück, 1994, Band 5, Verlag Stadtgemeinde Fischamend
Fischamend (Vischagemunde), wie es früher einmal war, 1997
Bründllacke, Rosenhügel & die flotten Fischamender Leut, 1999, Band 6, Verlag Stadtgemeinde Fischamend
Luftfahren unterm Doppeladler - Ballonfahrer, Luftschiffer und Aviatiker, die k. und k. Militär-aeronautische Zentralanstalt Fischamend und ihre bewegte Geschichte ab dem Jahr 1909, 2009, ISBN 978-3200014077
Volksbelehrung, Volksverführung, Volksbildung. Bücher & Bibliotheken - ein Spiegelbild ihrer Zeit, im Chronikteil Fischamender Kulturgeschichte von 1893-1936, 2010, ISBN 978-3-85252-869-4
Dörfler, Marktler, Städter "Fischamend", 2012, Band 7, Verlag Stadtgemeinde Fischamend
Aus dem Tagebuch einer kleinen Stadt. 1990–2010: Fischamender Fotogeschichte(n).
Verschüttet, versteckt, verschickt - Die Generation "Umbruch" erinnert sich!, 2015
  • Rudolf Ster
Das Bergeprojekt Treher - Messerschmitt Bf109D-1, 2012
  • Herbert Kugler (gemeinsam mit Adalbert Melichar)
Fischamend zwischen den Zeiten, eine detaillierte Aufarbeitung der Fischamender Geschichte vom Hochmittelalter bis in die Neuzeit, 2011
  • Renato Schirer
Als sich die Sonne verbarg: Fischamend im Luftkrieg 1944–1945, 2014, eine Dokumentation über den leidvollen Tag von Fischamend mit zahlreichen Fotos.
  • Eberhard Molfenter
Fischamend, 1964, Heimatbuch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fischamend – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Der Ort Fischamend und die Luftfahrtechnischen Einrichtungen im Ausstellungsverzeichnis 2011 Der aviatische Salon ISBN 978-3-200-02309-3
  3. Schweres Ballonunglück in Fischamend bei diepresse.com; Zeitgeschichte
  4. Stadtgemeinde Fischamend:Baumgartlinger Gerald, Vize-Bürgermeister (abgerufen am 13. März 2015)
  5. Amt der NÖ Landesregierung: Wahlergebnis für Fischamend bei der Gemeinderatswahl 2015
  6. Liste Schuh: KPÖ, Liste Schuh