Fischbach (Bad Schwalbach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fischbach
Wappen der ehemaligen Gemeinde Fischbach
Koordinaten: 50° 6′ 23″ N, 8° 1′ 48″ O
Höhe: 336 m ü. NHN
Fläche: 5,88 km²[1]
Einwohner: 340 (30. Jun. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65307
Vorwahl: 06124

Fischbach ist ein Stadtteil der Stadt Bad Schwalbach im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Für den Stadtteil besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischbach mit dem Neunzehntberg im Hintergrund

Fischbach liegt südwestlich von Bad Schwalbach und ist von diesem durch den Höhenrücken des Westlichen Aartaunus getrennt und gehört als einziger Stadtteil schon der westlich anschließenden naturräumlichen Untergliederung des Wispertaunus an.[3]

Fischbach liegt als einziger Ort im Waldtal des Fischbach, der mit dem Dornbach der Wisper zufließt. Das Dorf liegt am südlichen Fuße des Neunzehntberg der mit etwa 530 m ü. NHN zu der Hochscholle des Kemeler Rückens gehört.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Schule und Rathaus

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Fischbach erfolgte unter dem Namen Vissebach um das Jahr 1200.[1] Der Name Fischbach leitet sich ab von Vissebach, der Bach, der durch die Wiesen fließt. Das Dorf ist vermutlich erst kurz vor 1220 als reines Köhlerdorf entstanden. Noch heute kann man in den nahegelegenen Wäldern Überreste einstiger Kohlenmeiler finden.

Fischbach gehörte zu den Überhöhischen Dörfern des Rheingaus und später zur Grafschaft Katzenelnbogen.

Seit dem 31. Dezember 1971 ist die bis dahin selbständige Gemeinde Fischbach nach einer freiwilligen Eingemeindung im Zuge der Gebietsreform in Hessen ein Stadtteil von Bad Schwalbach.[5] Wie für jeden Stadtteil außerhalb der Kernstadt wurde durch die Hauptsatzung auch für Fischbach ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.[6]

Territorialgeschichte und Verwaltung im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Fischbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Fischbach 324 Einwohner. Darunter waren 15 (4,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 51 Einwohner unter 18 Jahren, 120 zwischen 18 und 49, 93 zwischen 50 und 64 und 60 Einwohner waren älter.[8] Die Einwohner lebten in 153 Haushalten. Davon waren 54 Singlehaushalte, 48 Paare ohne Kinder und 39 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 27 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 105 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.[8]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischbach: Einwohnerzahlen von 1809 bis 2017
Jahr  Einwohner
1809
  
207
1827
  
210
1834
  
222
1840
  
266
1846
  
276
1852
  
290
1858
  
259
1864
  
252
1871
  
236
1875
  
229
1885
  
237
1895
  
225
1905
  
199
1910
  
192
1925
  
183
1939
  
158
1946
  
251
1950
  
234
1956
  
205
1961
  
214
1967
  
246
1970
  
266
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2005
  
372
2011
  
324
2015
  
344
2017
  
349
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Bad Schwalbach[9]; Zensus 2011[8]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
• 1885: 229 evangelische (= 96,62 %), 8 katholische (= 3,38 %) Einwohner[1]
• 1961: 180 evangelische (= 84,11 %), 27 katholische (= 12,62 %) Einwohner[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu diesem ruhig gelegenen Erholungsort gehört eine Sauerbrunnenanlage, die in etwa einem Kilometer Entfernung über einen breiten Waldweg zu Fuß erreicht werden kann. Das Wasser dieser Quelle kann als Mineralwasser bezeichnet werden.

Ferner befindet sich in der Nähe des ehemaligen Wasserstollens seit 2016 eine weitere Quelle mit Trinkwasserqualität mit einem kleinen Ruheplatz.

In der Ortsmitte befindet sich ein großes Schachbrett mit Figuren, das öffentlich genutzt werden kann. Während der Winterzeit wird eine große beleuchtete Holzkrippe aufgestellt.

Die ehemalige Dreschhalle wurde 1975 zum Bürgerhaus Fischbachhalle umgebaut.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischbach bietet sich Naturinteressierten als Ausgangspunkt für Wanderungen durch den Wispertaunus und den Hinterlandswald an. Der Wispertaunus ist einer der waldreichsten Teile des Taunus und wurde zu großen Teilen als FFH-Gebiet ausgewiesen. Zudem ist die ganze Region Teil des Naturpark Rhein-Taunus, der den Menschen eine naturnahe Erholung ermöglichen will.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischbach liegt an der K 669, die den Ort über die von Langenseifen kommende L 3374 mit Bad Schwalbach verbindet. Die Kreisstraße führt von dem Abzweig vor Langenseifen nach Süden hinunter ins Fischbachtal, folgt dem Tal für wenige Hundert Meter im Bereich der Ortsdurchfahrt und steigt dann hinauf nach Hausen vor der Höhe. In Fahrtrichtung Bad Schwalbach besteht auf halbem Weg nach gut vier Kilometer ein Anschluss an die Bundesstraße 260, über die man nach Süden Wiesbaden und das Rhein-Main-Gebiet erreichen kann.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fischbach (Bad Schwalbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Fischbach, Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Vorbericht Haushalt 2018, Statistische Angaben. Einwohner inklusive Nebenwohnsitzen. In: Webauftritt. Stadt Bad Schwalbach, abgerufen im Oktober 2021.
  3. BfN: Landschaftssteckbrief 30404 Wispertaunus (Memento vom 30. März 2016 im Internet Archive)
  4. a b Topografische Karte 1:25.000
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 377.
  6. Hauptsatzung. (PDF; 85 kB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Bad Schwalbach, abgerufen im Februar 2019.
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. a b c Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 42 und 96;.
  9. Einwohnerzahlen der Stadt Bad Schwalbach unter 9. Statistische Angabe 2004–20014, 2007–20017 im Webarchiv.