Fischbach bei Dahn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Fischbach bei Dahn
Fischbach bei Dahn
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Fischbach bei Dahn hervorgehoben

Koordinaten: 49° 5′ N, 7° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Dahner Felsenland
Höhe: 195 m ü. NHN
Fläche: 32,88 km2
Einwohner: 1492 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66996
Vorwahl: 06393
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 011
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 29
66994 Dahn
Website: fischbach-bei-dahn.de
Ortsbürgermeister: Michael Schreiber
Lage der Ortsgemeinde Fischbach bei Dahn im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
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Fischbach bei Dahn ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Dahn hat; gemessen an der Fläche ist sie die zweit- und gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde.

Fischbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort sowie Grenzort zu Frankreich.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischbach bei Dahn

Fischbach liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, in dessen Teilbereich Stürzelbronn-Schönauer Felsenland, das eine Untereinheit des Dahner Felsenlands bildet. Lediglich der Norden der Gemarkung gehört zur Wasgauer Untereinheit Südwestlicher Pfälzerwald. Nächstgelegene Stadt ist das nordöstlich liegende Dahn, das sich 8 km (Luftlinie) entfernt befindet.

Die deutsch-französische Grenze zum Elsass bildet die südliche Ortsgrenze, nächster Straßen-Grenzübergang ist in 6 km Entfernung Hirschthal. Dem Hauptort Fischbach sind der Ortsteil Petersbächel, der Wohnplatz Wappenschmiede und einige Einzelhöfe angegliedert, darunter der zu Petersbächel gehörende Unterpetersbächlerhof.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Dahn, Bruchweiler-Bärenbach, Rumbach, Schönau, Niedersteinbach, Obersteinbach, Ludwigswinkel und Lemberg.

Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Senke, in der Fischbach liegt, wird eingeschlossen von etwa 400 m hohen Erhebungen. Die höchsten Berge der weiteren Umgebung sind im Nordosten der Große Eyberg (514 m) und im Süden, schon hinter der französischen Grenze, der Maimont (512 m). Die Gipfel beider Berge sind jeweils etwa 4 km vom Ort entfernt und befinden sich jenseits der Gemarkungsgrenze.

Im Norden der Gemarkung unweit der Grenze zu Dahn erstreckt sich der 484,9 m hohe Große Mückenkopf, der den höchsten Punkt innerhalb der Gemeindegemarkung bildet, und südlich von ihm der Nollenkopf (382 m) sowie der Stolzenberg. Weiter südwestlich erhebt sich der 415,6 m hohe Mückenberg. Im Nordwesten liegen der Großebet (387,4 m) sowie der Kleinebet (362,5 m) und ganz im Nordwesten der Dielkopf (413 m). Weiter in Siedlungsnähe liegt der Große Helmersberg (368,5 m) samt seinem Südostsporn, dem Kleinen Helmersberg (315 m). Unmittelbar nordwestlich des Siedlungsgebiets erhebt sich der 344,3 m hohe Große Samsberg.

Im Nordosten der Gemarkung erstrecken sich der 388 m hohe Große Deckenberg und der Kleine Dahlberg; unmittelbar südöstlich schließt sich der 341 m messende Lüderkopf an und direkt an der Grenze zu Rumbach der Große Roßberg (417 m). Weiter westlich erheben sich der Lindenfels (347 m) und die Alte Kupp (277 m). Im Südwesten der Gemarkung befindet sich außerdem der 343 m hohe Lindelskopf und im Süden unweit der Grenze zu Frankreich der Große Florenberg (465 m).

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfälzerwoog im Südwesten der Gemarkung

Fischbach breitet sich auf 200 m Höhe in einer weitläufigen Talaue des in diesem Bereich in West-Ost-Richtung verlaufenden Saarbachs aus, der wenige Kilometer weiter Deutschland nach Frankreich hin verlässt und im Nachbarland Sauer heißt. Durch das Siedlungsgebiet verläuft der Fischbach, der von links in den Saarbach mündet. Wenig später kommt von rechts das Petersbächel, das nordöstlich des gleichnamigen Fischbacher Ortsteils entspringt. Weiter östlich folgen von links unmittelbar nacheinander der Brunnengraben und der Spießbach. Der Roßbach bildet in seinem Oberlauf teilweise die Gemarkungsgrenze zu Dahn und mündet schließlich in den Spießbach. Unmittelbar an der Gemarkungsgrenze zu Rumbach mündet von links außerdem der Sumpflochgraben.

Der Saarbach und seine Nebenbäche sind an mehreren Stellen zu Woogen aufgestaut, die früher für die Trift von Holz oder als Mühlenteiche dienten. Die Wooge werden mittlerweile als Badeweiher oder Fischteiche genutzt. Im Oberlauf des Spießbachs befindet sich der Spießwoog. Im Südwesten unweit der Grenze zu Ludwigswinkel liegt der Pfälzerwoog.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname betont den Fischreichtum, den der Saarbach und seine Zuflüsse auch heute noch aufweisen. Als Kleinstsiedlung gehörte Fischbach historisch zu Obersteinbach, das im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch lag und dort zur gleichnamigen Amtsschultheißerei Lemberg gehörte.[4]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570 verstarb Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) als letztes männliches Mitglied seiner Familie. Das Amt Lemberg erbte seine Tochter Ludovica Margaretha von Zweibrücken-Bitsch, die mit dem (Erb-)Grafen Philipp (V.) von Hanau-Lichtenberg verheiratet war. Ihr Schwiegervater, Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg, gab durch die sofortige Einführung des lutherischen Bekenntnisses dem streng römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen Gelegenheit, militärisch zu intervenieren, da dieser die Lehnshoheit über die ebenfalls zum Erbe gehörende Herrschaft Bitsch besaß. Im Juli 1572 besetzten lothringische Truppen die Grafschaft. Da Philipp IV. der lothringischen Übermacht nicht gewachsen war, wählte er den Rechtsweg. Beim anschließenden Prozess vor dem Reichskammergericht konnte sich Lothringen hinsichtlich der Herrschaft Bitsch durchsetzen, das Amt Lemberg dagegen – und somit auch Fischbach – wurde der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zugesprochen.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Französischen Revolution fiel der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Lemberg und Fischbach – 1794 an Frankreich.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Fischbach in den Kanton Dahn eingegliedert und wurde während dieser Zeit zur selbstständigen Gemeinde erhoben. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde der Ort 1815 Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte die Gemeinde in das Königreich Bayern und war dort Teil der Exklave Rheinkreis.[5] Ab 1818 war der Ort Bestandteil des Landkommissariats Pirmasens, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde. 1828 wurde der Nachbarort Petersbächel nach Fischbach eingemeindet. Bei Bayern verblieb der Ort, bis nach dem Zweiten Weltkrieg das Land Rheinland-Pfalz gegründet wurde.

1939 wurde Fischbach in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Fischbach 1972 der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Dahner Felsenland zugeordnet.

Von 1967 bis 1987 existierten Pläne, nach denen auf dem Gebiet der Gemeinde ein See aufgestaut werden, der den Namen „Wasgausee“ erhalten sollte. Aus Gründen des Naturschutzes wurden diese Bestrebungen Ende der 1980er Jahre endgültig aufgegeben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Fischbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Schreiber wurde 2014 Ortsbürgermeister von Fischbach. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 79,33 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[7] Schreibers Vorgänger Josef Hammer hatte das Amt seit 2002 ausgeübt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Fischbach bei Dahn
Blasonierung: „Von Silber und Blau durch Wellenlinie geteilt, oben ein linkshin gerichteter blauer, unten ein rechtshin gerichteter silberner Fisch.“[9]
Wappenbegründung: Es wurde 1951 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und verweist redend auf den Ortsnamen. Die Farben entstammen dem Wappen des Hochstifts Speyer.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1487 wurde vor Ort erstmals eine Pfarrei gebildet. 2012 waren 67,9 % der Einwohner römisch-katholisch und 18,7 % evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[10] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Denkmalschutz stehendes gestelztes Einhaus in Fischbach

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler

Die Überreste der Area I, eines ehemaligen Sondermunitionslagers der NATO aus der Zeit des Kalten Krieges im ehemaligen Fischbach Ordnance Depot, befinden sich mitten im Wald und sind als Denkmalzone ausgewiesen. Sie besteht aus 19 Munitionslagerhäusern (Bunker), zwei betonierten Kampfständen und einem markanten Wachgebäude und gehörte zu den zehn großen Atomwaffendepots in Deutschland.[11]

Hinzu kommen zahlreiche Einzeldenkmäler, darunter die aus dem 17. Jahrhundert stammende Ulrichskapelle auf dem Friedhof. Eine Statue aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stellt den Namenspatron der Kapelle dar.

Sonstige Bauwerke

Im Südwesten der Gemarkung befinden sich die Überreste der Burg Lindelskopf.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend weist bizarre Felsformationen aus Buntsandstein auf, die Produkte der Verwitterung sind und der Region den Namen Dahner Felsenland gegeben haben; drei von ihnen sind als Naturdenkmale deklariert. Östlich von Fischbach beginnt das Naturschutzgebiet Königsbruch, das von Waldflächen mit eingelagerten wasserreichen Auen geprägt ist. Weitere Naturschutzgebiete auf der Gemeindegemarkung sind der Pfälzerwoog, das Wolfsägertal und das Faunertal. Im Norden der Gemarkung befindet sich außerdem der Ritterstein 202. Er trägt die Bezeichnung Hier stand der Wolfsaegerhof und verweist auf den Standort eines Hofes, der ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis ins 20. Jahrhundert hinein existierte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biosphärenhaus

Fischbach ist fast ausschließlich Wohngemeinde, die daneben auf Tourismus setzt.

Die Firma MTR Formen- und Werkzeugbau mbH ist ein branchenweit bekannter Spezialist für verschleißgeschützte Plastifiziereinheiten in der Kunststoffverarbeitung. Weitere Unternehmen haben sich im Gewerbepark nahe beim Ortsteil Petersbächel angesiedelt.

Größter Arbeitgeber ist das Biosphärenhaus. Zudem gehört die Gemeinde zum Geschäftsgebiet der VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau.

In der Zeit des Kalten Krieges bis 1993 befand sich bei Fischbach das Munitionsdepot Fischbach Ordnance Depot der United States Army.[12] Dieses war Teil der Pirmasens Military Community und unterstand der 59th Ordnance Brigade.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße

Der Ort wird erreicht über die von Hinterweidenthal über Bad Bergzabern nach Kandel verlaufende Bundesstraße 427; von dieser zweigt Landesstraße 487 ab, die über Salzwoog verläuft und am westlichen Gemarkungsrand in die Landesstraße 478 mündet. Letztere verläuft mitten durch das Siedlungsgebiet und führt von der Landesgrenze zum Saarland bei Hornbach bis zur deutsch-französischen Grenze bei Sankt Germanshof. Der Ortsteil Petersbächel ist über die Kreisstraßen 43 und 44 ans Straßennetz angebunden.

Schiene

Ein Bahnanschluss bestand ab 1921 in Form der von Bundenthal nach Ludwigswinkel führenden Wasgauwaldbahn, auf der ab 1924 zusätzlich Personenverkehr angeboten wurde. Bereits 1930 wurde der Betrieb eingestellt, die Gleise wurden in der Folge abgebaut.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biosphären-Erlebnisweg
Baumwipfelpfad

Das Biosphärenhaus befindet sich am nordöstlichen Ortsrand und informiert seit dem Jahr 2000 über das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Es beherbergt unter anderem eine Multimedia-Ausstellung und einen 270 Meter langen und bis 35 Meter hohen Baumwipfelpfad. Dem Biosphärenhaus unmittelbar benachbart ist das von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz getragene Naturerlebniszentrum Wappenschmiede, das einen Bioladen enthält und Übernachtungsmöglichkeiten anbietet. Innerhalb des Siedlungsgebiets des Teilortes Petersbächel befindet sich zudem die 1979 eingeweihte Walthari-Klause, die bis 2010 vom Pfälzerwald-Verein bewirtschaftet wurde; mittlerweile geschieht dies durch eine Privatperson. Im Norden der Gemeindegemarkung existiert unweit der Grenze zu Dahn außerdem ein Zeltplatz.

Fischbach liegt an der Deutschen Schuhstraße. Über das Gemeindegebiet führt die Südroute des pfälzischen Abschnitts des historischen Jakobsweges. Zudem liegt der Ort an der Route eines Wanderwegs, der mit einem grün-gelben Balken markiert ist und der von Kirchheimbolanden bis nach Hirschthal verläuft. Ein weiterer ist mit einem gelben Punkt gekennzeichnet und verbindet Fischbach mit dem Kettrichhof, hinzu kommt ein solcher, der mit rot-weißen Balken markiert ist und von Niederwürzbach bis nach Böchingen führt. Zu den sogenannten Saar-Rhein Wanderwegen zählt die mit einem grünen Balken markierte Route von Niederauerbach bis zum Bienwald, die über den Ortsteil Petersbächel verläuft.

Zudem führen mit der Biosphärentour und dem Hornbach-Fleckenstein-Radweg zwei Radwege durch Fischbach; ersterer verläuft im Kreis zwischen Dahn, Bruchweiler-Bärenbach und Rumbach, letzterer von Hornbach bis nach Bundenthal und durchquert dabei teilweise französisches Staatsgebiet. In der Nähe des Baumwipfelpfads besteht zudem ein sogenannter Wasser-Erlebnis-Weg, alternativ Biosphären-Erlebnisweg genannt. Die Wasgau Seen Tour ist ein Rundweg, der durch Fischbach und Ludwigswinkel führt. Im Bereich der stillgelegten Area I existiert darüber hinaus ein beschilderter historischer Rundweg mit 13 Stationen, der über das inzwischen zum großen Teil von der Natur zurückeroberten Gelände führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Wagner, katholischer Pfarrer 1911–1929, Gründer mehrerer christlicher Vereine, Verwalter der kirchlichen Gebäude und Einrichtungen, Ehrenbürger seit 1. August 1926 (erster bekannter Ehrenbürger Fischbachs)[13]
  • Alois Schmitt (* 2. September 1897; † 30. August 1987), katholischer Pfarrer 1930–1965, besondere Verdienste während der beiden Evakuierungen im Zweiten Weltkrieg, Ehrenbürger seit 23. November 1955[14]
  • Daniel Theysohn (* 20. Juni 1904; † 30. Juni 1980), Unternehmer, 1971 Gründer der Daniel-Theyson-Stiftung, im Januar 1973 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, Ehrenbürger seit 18. Juni 1974[15]
  • Walter Pfaff (* 5. Januar 1911; † 19. Juli 1999), katholischer Pfarrer 1965–1999, Mitautor der Ortschronik, Maßnahmen zur Verbesserung der kirchlichen Infrastruktur (einschließlich Kindertagesstätte), Ehrenbürger seit 7. Januar 1989[16]
  • Ruth Theysohn (1913–1997), erste Pfälzische Weinkönigin, Unterstützerin der Region, Ehrenbürgerin seit 29. November 1991[17]
  • Wolfgang Frary († 2018)
  • Fritz Ramstetter (* 1928; † 2007), katholischer Pfarrer, einer der Namensgeber der Gebrüder-Erich-und-Fritz-Ramstetter-Stiftung zur Förderung der Kirchenmusik
  • Dieter Schehl, Ortsbürgermeister von 1984 bis 2002, Geschäftsführer der Daniel-Theyson-Stiftung von 1999 bis 2016

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fred Weinmann (1908–1991), Lehrer, Volkskundler und Heimatforscher

Weitere Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Barudio (* 1942), Historiker und Autor, Pfalzpreis für Literatur 1989, wuchs in Fischbach auf.
  • Joseph Eduard Konrad Bischoff (1828–1920), Priester und Schriftsteller, lebte in seiner Jugend zeitweise in Fischbach.
  • Willy Deutschmann (1880–1960), seit 1912 im Ortsteil Petersbächel lebend, wurde 1983 als „Wasgau-Maler“ (Landschaften, Porträts, Stillleben) „wiederentdeckt“ und ist seitdem international gefragt, allerdings umstritten wegen seiner Zugehörigkeit zur NSDAP und seiner Tätigkeit u. a. als Zellenleiter.[18]
  • Martin Hirsch (1913–1992), Jurist und Politiker (SPD), unterzeichnete einen Aufruf zu einer Sitzdemonstration vor dem US-Giftgaslager bei Fischbach.
  • Dorothee Sölle (1929–2003), Theologin und Dichterin, nahm Ende der 1960er Jahre an einer Sitzblockade vor dem US-Giftgaslager bei Fischbach teil.
  • Johannes Storck (1829–1914), katholischer Priester, starb in Fischbach.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Schultz: Fischbach bei Dahn 1196–1996. Aus der Geschichte eines alten Walddorfes im Wasgau. Fischbach 1996.
  • Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungsbezirkes der Pfalz. Speyer 1870 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. Hrsg.: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt. Darmstadt 1962 (Signatur: N 282/6).
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980). 1980, S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fischbach bei Dahn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2021 liegt vor.]. S. 171 (PDF; 3 MB).
  4. Knöpp, S. 11; Matt, S. 9.
  5. Beamtenverzeichniß.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Dahner Felsenland, Verbandsgemeinde, sechste Ergebniszeile. Abgerufen am 8. April 2020.
  8. Josef Hammer wird 60. Kommunalpolitiker aus dem Dahner Felsenland feiert Geburtstag. Bezirksverband Pfalz, 3. März 2011, abgerufen am 8. April 2020.
  9. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  10. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012.
  11. Atomwaffen A-Z: Fischbach bei Dahn, ehem. Atomwaffenstandort
  12. KuLaDig: Sonderwaffenlager Area One in Fischbach bei Dahn. Munitionsdepot Fischbach Ordnance Depot. Landschaftsverband Rheinland (LVR), Körperschaft des öffentlichen Rechts, abgerufen am 8. April 2020.
  13. Wolfgang Schultz: Fischbach bei Dahn 1996–1996. Aus der Geschichte eines alten Walddorfes im Wasgau. Fischbach 1996, S. 949.
  14. Wolfgang Schultz: Fischbach bei Dahn 1996–1996. Aus der Geschichte eines alten Walddorfes im Wasgau. Fischbach 1996, S. 948.
  15. Wolfgang Schultz: Fischbach bei Dahn 1996–1996. Aus der Geschichte eines alten Walddorfes im Wasgau. Fischbach 1996, S. 952 ff.
  16. Wolfgang Schultz: Fischbach bei Dahn 1996–1996. Aus der Geschichte eines alten Walddorfes im Wasgau. Fischbach 1996, S. 946 f.
  17. Wolfgang Schultz: Fischbach bei Dahn 1996–1996. Aus der Geschichte eines alten Walddorfes im Wasgau. Fischbach 1996, S. 954.
  18. Lilo Hagen: Unbeeinflusst vom Zeitgeist. Abgerufen am 1. Januar 2021.