Fischbach bei Nürnberg

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49.42111111111111.193611111111344Koordinaten: 49° 25′ 16″ N, 11° 11′ 37″ O

Fischbach b.Nürnberg
Statistischer Bezirk 96
Statistischer Distrikt 960Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname falsch
Stadt Nürnberg
Wappen von Fischbach b.Nürnberg
Höhe: 344 m ü. NN
Fläche: 2,61 km²
Einwohner: 5002 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.917 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 90475
Vorwahl: 0911
Karte

Gemarkung 3418 Fischbach in Nürnberg

Die Fischbacher Hauptstraße

Die Fischbacher Hauptstraße

Die ehemalige Gemeinde Fischbach bei Nürnberg (amtlich: Fischbach b.Nürnberg) ist seit dem 1. Juli 1972 ein Stadtteil von Nürnberg (Statistischer Stadtteil 9 – Östliche Außenstadt, Statistischer Bezirk 96).[2]

Geographie[Bearbeiten]

Fischbach liegt im Südosten Nürnbergs im Lorenzer Reichswald und wird vom Fischbach durchflossen. Begrenzt wird der Ort vom Lorenzer Reichswald im Westen und Norden, der Bundesautobahn 9 im Osten und der Bundesstraße 4 im Süden und Südwesten. Nachbargemeinden sind (dem Uhrzeigersinn folgend und im Norden beginnend) die gemeindefreien Gebiete Forsthof und Fischbach sowie der Stadtteil Altenfurt.

Forsthof (gemeindefreies Gebiet)
Nachbargemeinden Fischbach (gemeindefreies Gebiet)
Altenfurt

Durch den Ort fließt der gleichnamige Fischbach.

Geschichte[Bearbeiten]

1339 wurde Fischbach mit dem Namen „Fischpekken“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf Fischbach wurde während der Fehde zwischen der Stadt Nürnberg und dem Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach um die Mitte des 15. Jahrhunderts in Brand gesteckt. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurde es erneut niedergebrannt. Dabei wurden auch das Harsdorf'sche Schloss und das Pellerschloss völlig zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg war Fischbach ebenfalls der Brandschatzung und Plünderung ausgesetzt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg siedelten sich dort zahlreiche österreichische Exulanten an.[3]

Pellerschloss mit Garten, Panoramablick, Oktober 2013

Zwischen der Regensburger Straße und Fischbach wurde im Ersten Weltkrieg ein Lager für russische Kriegsgefangene eingerichtet; das Gebiet wird seither Russenwiese genannt.

Im Zweiten Weltkrieg befand sich dort von Oktober 1942 bis August 1943 ein beschönigend als Arbeitserziehungslager (AEL) bezeichnetes Straflager der Gestapo. Die Haftbedingungen waren mit einem Konzentrationslager der SS vergleichbar. Nach der Zerstörung durch den Luftangriff im August 1943 wurde das Lager nach Langenzenn im Landkreis Fürth verlegt. [4]

Die beiden Fischbacher Bombennächte am 10/11. und 27/28. August 1943 durch starke britische Bomberverbände galten sowohl dem Gestapo-Lager, als auch einer in der Nähe stationierten 8,8 cm FLAK-Batterie.

WW-II- Flak-Stellung bei Fischbach

Nach Kriegsende gab es ab 1947 die sogenannte Moll-Bahn nach Fischbach. Diese schmalspurige Bahn wurde gebaut, um große Mengen von Schutt aus der zu 90 % zerstörten Nürnberger Altstadt in ein hierfür ausgewiesenes Waldgebiet bei Fischbach zu transportieren und dort endzulagern. Es gab für die bis zu 18 Dampfloks ein eigenes Betriebswerk auf dem heutigen FCN-Gelände. Die Streckenführung bei Fischbach änderte sich häufig, um einen möglichst gleichmäßigen Schutteintrag in den Wäldern zu gewährleisten und keinen weiteren weithin sichtbaren Berg wie den Silberbuck (siehe Bild) oder den Föhrenbuck am Hafen aufzutürmen. 1950 stellte die Schuttbahn ihren Betrieb wieder ein. [5]

Moll-Bahn, die auch nach Fischbach führte (hier am Silberbuck)

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Fischbach im Rahmen der Gemeindegebietsreform nach Nürnberg eingemeindet.[6]

Die Auferstehungskirche in Fischbach

Wappen[Bearbeiten]

In Blau ein goldener Schrägwellenbalken, belegt mit einem schwimmenden blauen Fisch. Das Wappen wurde von 1961 bis zur Eingemeindung 1972 geführt und geht auf ein Siegel aus dem späten 19. Jahrhundert zurück.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Fischbach ist der Sitz des Bürgeramts Ost, das nahezu alle Dienstleistungen des Einwohneramtes anbietet. Zusätzlich verfügt Fischbach über eine Stadtteilbücherei und eine Grund- und Teilhauptschule.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Fischbach verläuft von West nach Ost die Kreisstraße N 5 als Fischbacher Hauptstraße. Diese bindet den Ort im Westen an die B 4 (Regensburger Straße) und von ihr aus über die Anschlussstelle Nürnberg-Fischbach (AS 52) an die A 9 an.

Fischbach wird durch die Stadtbuslinien 54, 56 und 59 erschlossen, die auf unterschiedlichen Linienwegen zu den U-Bahnhöfen Langwasser Mitte und Langwasser Süd fahren. Am Wochenende verbindet der Nighliner N4 Fischbach mit dem Hauptbahnhof und Brunn. An der Bahnstrecke Nürnberg–Feucht befindet sich der Haltepunkt Fischbach (b Nürnberg) der Nürnberger S-Bahnlinie S2.

Tourismus, Freizeit und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im jährlichen Turnus werden in Fischbach zahlreiche öffentliche Veranstaltungen ausgerichtet, wie bspw. Osterfeuer, Feuerwehrfest, Gewerbeschau, Aufführungen der Theatergruppe, Ortsteil-Kärwa und Weihnachtsmarkt. [7] Durch Fischbach führen zahlreiche Rad- und Wanderwege. Als nahtouristische Ziele befinden sich um Fischbach: Felsenkeller, Schüsselstein, Sandsteinfelsen Froschstein, Eisweiher, Holzweiher.

Seit den 2010er Jahren erholen sich die Schwarzwildbestände in den Wäldern um Fischbach allmählich, und es werden seither wieder regelmäßig Jagdgesellschaften organisiert, um Flurschäden in Siedlungsgebieten vorzubeugen.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der ehemaligen Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fischbach bei Nürnberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 Gustav Voit: Fischbach. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8 (Gesamtausgabe online).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2013
  2. statistische Bezirke Nürnbergs
  3.  Konrad Barthel: Exulanten und Zuwanderer im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Altdorf bei Nürnberg von 1626 bis 1699 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 7). Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Nürnberg 2000, ISBN 3-929865-46-7, S. 9 u. passim.
  4. Zwangsarbeit in Nürnberg
  5. Moll-Bahn - Schutttransporte nach Fischbach
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 602
  7. Veranstaltungen in Fischbach Fi-Net, abgerufen am 18. Januar 2015
  8. Wildschweinjagd bei Fischbach