Fischerbach (Steyr)

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Fischerbach
Unterlauf: Himmlitzer Bach, Himmlitzerbach, Alte Steyr
Fischerbach an der Mündung

Fischerbach an der Mündung

Daten
Gewässerkennzahl AT: HZB:2-134-326-092, GGN:406047
Lage bei Steyr, Oberösterreich
Abfluss über Steyr → Enns → Donau → Schwarzes Meer
Flussgebietseinheit Donau unterhalb Jochenstein (DUJ)
Ursprung in Saaß
48° 1′ 21″ N, 14° 21′ 31″ O
Quellhöhe 454 m ü. A.[1]
Mündung in Steyr-Unterhimmel in die SteyrKoordinaten: 48° 2′ 30″ N, 14° 22′ 47″ O
48° 2′ 30″ N, 14° 22′ 47″ O
Mündungshöhe 299 m ü. A.[1]
Höhenunterschied 155 m

Länge ca. 8,8 km[2][1]
Einzugsgebiet 5,545 km²[2][1]
Linke Nebenflüsse Dreihanslbach (zur Steyr)
Gemeinden Aschach an der Steyr, Garsten, Steyr
Einzugsgebiet mitsamt Zulauf aus der Steyr;[2] Länge ab dort: 7,01 km

Der Fischerbach, am Unterlauf Himmlitzer Bach oder Alte Steyr, ist ein rechter Zufluss der Steyr bei der Stadt Steyr in Oberösterreich.

Lauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Himmlitzer Bach
Alte Steyr [I]
Gewässerkennzahl AT: GGN:5536
Ausleitung Krugl-Wehr () der Steyr bei Unterhimmel
48° 2′ 38″ N, 14° 22′ 37″ O
Mündung bei Steyr-Wehrgraben und Christkindl-Siedlung
48° 2′ 25″ N, 14° 24′ 5″ O
Mündungshöhe 292 m ü. A.[1]

Länge 2,1 km[1]
Gemeinden Garsten, Steyr
Alternativ teilweise auch Unterlauf des Fischerbachs[2]

Der Fischerbach[1][2] entspringt beim Ort Saaß, der zu Aschach und Garsten gehört, noch auf Aschacher Gemeindegebiet. Er rinnt dann aber als kleiner Wiesenbach weitgehend durch den Nordwesten von Garsten, zuerst nordwestwärts durch den Saaßer Forst nach Schwaming, dann ostwärts zwischen Pergern und Tinsting nach Rosenegg. Er passiert Schloss Rosenegg mit seinem Fischteich. Kurz danach, an der Gemeindegrenze zu Steyr, vereint er sich nach 7 Kilometern Lauf mit dem Ablauf der Steyr beim Krugl-Wehr.[3] Dieser und der folgende Lauf wird auch Himmlitzer Bach oder Alte Steyr[1] genannt. Die weiteren knapp 2 km rinnt er durch den Christkindler Ortsteil Unterhimmel entlang der Unterhimmler Au (Himmlitzer Au), und mündet zwischen Steyr-Wehrgraben und Christkindlsiedlung, kurz nach der Ausleitung des Wehrgrabens am St. Anna-Wehr, in den Hauptlauf der Steyr.

Hydrographie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Unterlauf ist ein natürlicher Altarm des hier verzopften Laufs der Steyr, der schon seit dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit als Mühlkanal genutzt wurde. Es wird hydrographisch auch als Alte Steyr [I] geführt.[1] Daneben findet sich früher auch Wehrgraben (zu ‚Stau-Wehr‘), wie auch für den heute noch so genannten Kanal in Steyrdorf.[4] Der Name Himmlitzer Bach leitet sich wohl von himmlitzen ,Wetterleuchten‘ ab (die anderen -himmel-Ortsnamen hier werden aber zu Himmel offene ‚Flur‘ in Bezug auf den Kirchberg von Christkindl gestellt).[5]

Unterhimmel mit dem Mühlkanal war ein wichtiges Gewerbegebiet. Hier befanden sich die Papiermühle Unterhimmel (1636 gegründet),[6] ein Hammerwerk (Kupferhammer vor 1787, dann Sensenwerk bis 1799)[4] und das Drahtzugwerk der Werndl’schen Waffenfabrik Steyr (Steyr-Werke, 1874 errichte).[7] Um 1850 waren – ohne das Werndlwerk – insgesamt fünf Wasserräder am Bach verzeichnet.[8] 1889 wurde die Steyrtalbahn (heute Museumsbahn) durch die Unterhimmler Au erbaut, sie quert die Alte Steyr knapp unterhalb der Ausleitung und knapp oberhalb Mündung.

Der Fischerbach mündete noch im 18. Jahrhundert oberhalb des Krugl-Wehr nördlich von Schloss Rosenegg in die Steyrauen,[4] und wurde dann dem Himmlitzer Bach zugeleitet.

Die letzten 300 Meter der Mündung wurden schon im frühen 19. Jahrhundert[4] ein Überlauferinne, mit einen Hochwasserschutzdamm der Steyr oberhalb vom St.-Anna-Wehr, von dem ein breites Entlastungsgerinne von Norden kommt. Dieser letzte Abschnitt des Bachs ist breit und ohne sonderliche Strömung.

Heute ist die Unterhimmler Au zwischen dem Bach und der Steyr ein wichtiges Naturschutz-, Naherholungs- und Hochwasserschutzgebiet, hier wurden seit den 2000ern Verbesserungsmaßnahme gesetzt. 2009 wurde im Zuge der Anlage des Geschiebefang-Nebengerinnes in der Unterhimmler Au auch der Dreihanslbach als Gerinne zur Steyr wieder geöffnet.[9] 2015 wurde das Kruglwehr (1993 als Ersatz für ein altes Holzwehr neu errichtet) mit einem naturnahen Umgehungsgerinne ausgestattet, sodass der Himmlitzerbach heute auch mit Oberwasser dieses Wehrs gespeist wird.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System (DORIS); Thema Gewässer und Geologie, Layer Kleine Gewässer (dort Alte Steyr I) und Detaileinzugsgebiete (Fischerbach).
  2. a b c d e Bundesministerium für Land - und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Flächenverzeichnis der österreichischen Flussgebiete: Ennsgebiet. (= Beiträge zur Hydrographie Österreichs, Heft Nr. 61), Wien 2011, S. 60 (PDF, 3,9 MB (Memento des Originals vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lebensministerium.at, lebensministerium.at)
  3. Peter Prack: Neues von Unterer Steyr und Enns. Teil II in: ÖKO·L 39/4 (2017), Abb. 3, S. 22 (ganzer Artikel S. 21–35, pdf, files.wordpress.com, abgerufen 7. September 2018; dort S. 2.)
  4. a b c d Die Josephinischen Landesaufnahme (um 1780) verzeichnet eine getrennte Fischerbach-Mündung, die alte Himmlitzerbach-Mündung; und führt Eisenhamer bei unter Himel; im Franziszäischen Kataster (um 1830) zeigt schon das Entlastungsgerinne der Steyr, der Zulauf von Norden als Steyr Wöhrgraben benannt; der Unterlauf ist als Himmlitzerbach und Himler Wöhrgraben bezeichnet; Fischerbach am Zusammenfluss; der Rest des Bachs aufwärts nicht als solcher, sondern nur allenfalls als Flurgrenze verzeichnet (alle Landesaufnahmen online auf Arcanum/Österreichisches Staatsarchiv: mapire.eu).
  5. Christine Grüll: In Unterhimmel lässt es sich gut leben. (Serie Himmel auf Erden – Eine Reise zu Orten mit „himmlischen Bezügen“, Teil 1 von 5) In: KirchenBlatt Nr. 31 (2011), 3. August 2011 (online, kath-kirche-vorarlberg.at, abgerufen 3. September 2018).
  6. Friedrich Berndt, Hans Stögmüller: Die Papiermühlen von Steyr. In: Jahrbuch des Stadtarchivs Steyr 2, 2010, S. 9–44.
  7. Hermann Karrer: Revitalisierung Drahtzugwerk in Steyr, Unterhimmel 1/2. Diplomarbeit Technische Universität Wien, 2001.
  8. Alois Souvent: Administrativkarte des Erzherzogthums Österreich ob der Enns, 1. Auflage 1857 (online bei DORIS: Thema Erste Landesaufnahmen, Layer Souvent 1857 – dort auch weitere Karten).
  9. ops.cit. Prack Neues von Unterer Steyr und Enns II, 2017, Abschnitt 4. Revitalisierung des Dreihanslbachs, 2009, S. 24, Sp. 2 ff (pdf S. 4).
  10. Peter Prack: Neues von Unterer Steyr und Enns. (Teil 1) In: ÖKO·L 39/3 (2017), Abschnitt Organismenwanderhilfe beim Kruglwehr, 2015, S. 35, Sp. 1 f, ganzer Artikel S. 21–35, PDF auf ZOBODAT.at. dort S. 12.