Fischerhemd

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Fischerhemd

Fischerhemd ist allgemein die Bezeichnung für ein aus grobem Leinen- oder Baumwollstoff gefertigtes Hemd.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das traditionelle Fischerhemd gehört zu einer Tracht, die an den Küsten von Nord- und Ostsee getragen wurde. Heute ist es noch in Norddeutschland, den Niederlanden und Süddänemark verbreitet. Größere Verbreitung hat das Hemd als traditionelle Arbeitskleidung, in der Hafenszene als Blendefunktion (Erkennungsfunktion), aber auch als Alltagshemd. Es wird in der fischverarbeitenden Industrie, aber auch im Fischhandel getragen. Viele Shanty-Chöre treten in diesen Hemden auf, z. B. auch die Finkwarder Speeldeel aus Hamburg-Finkenwerder.

Schnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fischerhemd besteht aus einem schweren blauen Baumwollstoff mit weißen Streifen. Die traditionellen Fischerhemden haben keine durchgehende Knopfleiste, sondern werden über den Kopf gezogen. Auch besitzen sie ähnlich der Staude der Zimmerleute einen Stehkragen.[1]

Finkenwerder Fischerhemden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wohl in Deutschland bekannteste Ausfertigung ist der Buscherump[2], das Fischerhemd der Finkenwerder Fischer. Die Fischer an der Elbe tragen dieses Hemd nach wie vor als traditionelle Arbeitskleidung. Die Besonderheit ist der Latz an der Vorderseite und die spezifische Überlappung der gestreiften Stoffteile in diesem Part. Eine traditionelle Variation ist das rot-weiß gestreifte Altenwerder Fischerhemd, benannt nach dem gleichnamigen, inzwischen der Hafenerweiterung geopferten Stadtteil Hamburgs.

Bretonisches Fischerhemd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bretonische Fischerhemd hat keine Knopfleiste und ist horizontal gestreift. Es wird bis heute von der französischen Marine getragen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento des Originals vom 15. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schiffsuhren.org
  2. Golz, Reinhard: Die Sprache der Finkenwerder Fischer. Hrsg.: Altonaer Museum in Hamburg. Koehler, Herford 1984, ISBN 3-7822-0342-9, S. 106.