Fischingen TG

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TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Fischingenf zu vermeiden.
Fischingen
Wappen von Fischingen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4726i1f3f4
Postleitzahl: 8376
UN/LOCODE: CH AUU
Koordinaten: 715308 / 252884Koordinaten: 47° 25′ 0″ N, 8° 58′ 0″ O; CH1903: 715308 / 252884
Höhe: 625 m ü. M.
Fläche: 30,7 km²
Einwohner: 2680 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 87 Einw. pro km²
Website: www.fischingen.ch
Fischingen mit Kloster im Hintergrund

Fischingen mit Kloster im Hintergrund

Karte
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Fischingen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Münchwilen und die südlichste Gemeinde des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Hohgrat (991 m ü. M.) höchster Punkt des Kantons Thurgau

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist im Schweizerischen Vorland gelegen und bildet die grösste Thurgauer Gemeinde, wobei die Hälfte der Fläche aus Waldgebiet besteht. Die Holznutzung und Holzverarbeitung bietet zahlreiche Arbeitsplätze. Die Gemeinde hat ein Strassennetz von rund 90 km zu warten und besitzt ein ebenso langes Gewässernetz. Die politische Gemeinde Fischingen hat in Dussnang in Nähe des Kurhauses ihren Sitz im Gemeindehaus. Sie hat zahlreiche Aussenhöfe mit einem weit verzweigten Strassen- und Wanderwegnetz zu unterhalten. Der südlichste Punkt der Gemeinde Fischingen und somit auch des Kantons Thurgau ist der Dreiländerstein auf dem Silberbüel beim Naturschutzgebiet Ergeten. Er bildet die innerschweizerische Kantonsgrenze zwischen den Kantonsgebieten von Thurgau, St. Gallen und Zürich. Etwas östlich davon, auf dem Fischinger Grat, auch Hohgrat oder Groot genannt, befindet sich auf 991 m die höchste Erhebung auf thurgauischen Kantonsgebiet, zu Fuss erreichbar von Allenwinden aus.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige politische Gemeinde entstand 1972 aus der Fusion von Au, Dussnang, Fischingen, Oberwangen und Tannegg. Die Ortschaft Fischingen entstand nach der Klostergründung auf Anregung der Herren von Toggenburg und unter Beihilfe des Bischofs von Konstanz. Das ehemalige Benediktinerstift wurde 1848 als Kloster aufgehoben, steht jedoch seither immer noch unter benediktinischer Leitung. Das malerische Dorf Fischingen ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Pilger und Wanderer des Jakobsweges, sowie für Erholungssuchende. Viel besucht werden auch die barocken Kirchen, das Erholungsgebiet in Fischingen und Au und das Wandergebiet aufs Hörnli, ebenfalls oft besucht sind die renovierte Klosteranlage, sowie die Kapellen und Wallfahrtsorte in der näheren Umgebung, in Oberwangen, Fischingen-Au und auf der nahen Iddaburg. In der Klosteranlage befindet sich die hochbarocke Grabstätte der heiligen Idda als kultisches Zentrum.

Das dem Kloster angegliederte Kinderheim in Fischingen kam 2013 in die öffentliche Kritik, weil Heimkinder Anfang der 1970er Jahre im Zusammenhang mit der staatlichen psychiatrischen Klinik Münsterlingen am Bodensee illegalen Medikamentenversuchen ausgesetzt waren.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den insgesamt 2581 Einwohnern im Jahr 2010 hatten 200 eine ausländische Staatsbürgerschaft.

Burgruine Tannegg, um 1240 erbaut

Bevölkerungsentwicklung:

Jahr Einwohner
1980 2250
1990 2422
2000 2639
2005 2596
2010 2581

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Kloster Fischingen wurde im Jahr 1138 gegründet. Seine barocke Kirche wurde 1685–1687 neu erbaut.
  • Die Burg Tannegg wurde vermutlich 1240 durch Bischof Heinrich von Tann errichtet. Sie wurde 1407 durch die Appenzeller zerstört. Heute sind lediglich Reste des Turmes zu sehen.
  • Die Kunstsammlung Landstieg in Oberwangen zeigt Werke aus Glas und Keramik der Gegenwart, insbesondere aus der Studioglasbewegung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fischingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wohnbevölkerung der Gemeinden (ausgewählte Jahre) und Vorjahresveränderung 2015-2016, Kantonale Bevölkerungserhebung und Bundesamt für Statistik, Eidg. Volkszählung
  2. Neuer höchster Punkt des Kt. Thurgau hikr.org, abgerufen am 11. Mai 2016
  3. Menschenversuche - Wie viel Skrupel braucht die Forschung?, Bericht des SWR2 vom 30. Mai 2015, abgerufen 10. Juni 2015
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