Fitts’ Gesetz

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Fitts' Gesetz, manchmal auch Fitts'sches Gesetz oder englisch Fitts' Law, wurde 1954 von Paul Fitts entwickelt, und ist eine wichtige Grundlage in der Mensch-Computer-Interaktion und Ergonomie.

Es besagt, dass die benötigte Zeit, um eine Zielfläche zu erreichen, eine Funktion der Distanz zu dieser Fläche und deren Größe ist.[1] Erreichen bedeutet hier einen motorischen Akt, z. B. das Berühren einer Zielfläche mit dem Finger oder – wie in der Originalstudie von Fitts – mit einem Stift. Dabei zeigt sich ein speed-accuracy trade-off, d. h. es kostet mehr Zeit, das Ziel zu erreichen, je weiter entfernt und je kleiner die Zielfläche ist.

Heutzutage wird das Gesetz u. a. bei der Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen berücksichtigt. Es bezieht also ergonomische Gesichtspunkte mit ein, z. B. das virtuelle Bewegen eines Cursors mit einem Zeigegerät zu einer Funktion. In der Forschung wird es als Ausgangspunkt für empirische Studien zur Effizienzmessung von verschiedenen Interaktionsformen zwischen Mensch und Computer (z. B. per Maus, Touch, Gestik, Körper oder Controller) verwendet. Das Gesetz wurde in vielen Studien bestätigt und ist mittlerweile in den ISO-Standard ISO 9241 eingeflossen[2].

Bewegungsphasen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verallgemeinert lässt sich Fitts’ Gesetz in zwei Bewegungsphasen[3] unterteilen:

  • Anfangsbewegung (Initial Movement). Sie ist schnell, grob und in Richtung des Zielobjektes.
  • Endbewegung (Final Movement). Sie verlangsamt sich zunehmend und ist dazu da, das Ziel genau zu erreichen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul M. Fitts (1954). The information capacity of the human motor system in controlling the amplitude of movement. In: Journal of Experimental Psychology. Vo. 47, Nr. 6, 1954, S. 381–391.
  2. Soukoreff, R. William; MacKenzie, I. Scott (2004). Towards a standard for pointing device evaluation, perspectives on 27 years of Fitts' law research in HCI. In: International Journal of Human-Computer Studies. 61 (6): 751–789.
  3. Kevin Hale (2007). Visualizing Fitts’s Law In: Particletree. Abgerufen am 4. Juli 2015.