Fjodor Wassiljewitsch Rostoptschin

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Graf Fjodor Wassiljewitsch Rostoptschin
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Graf Fjodor Wassiljewitsch Rostoptschin (russisch Фёдор Васильевич Ростопчин, wiss. Transliteration Fëdor Vasil'evič Rostopčin; * 12. Märzjul./ 23. März 1763greg. in Kosmodemjanskoje, Provinz Orjol; † 18. Januarjul./ 30. Januar 1826greg. in Moskau) war ein General der zaristischen Armee und russischer Minister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er trat als Leutnant in die Russischen Garde, wurde 1796 von Kaiser Paul, bei dem er großen Einfluss besaß, zum General, Oberhofmarschall und Minister des Auswärtigen und im September 1799 zum russischen Reichsgrafen befördert, fiel aber wegen seines Widerspruchs gegen die vom Kaiser beschlossene Allianz mit Frankreich im Januar 1801 in Ungnade.

Nachdem er erst 1810 als Oberkammerherr wieder in Dienst getreten war, erhielt er kurz vor dem Ausbruch des Kriegs von 1812 den Posten eines Oberkommandierenden von Moskau, reizte in Proklamationen und Reden das Volk zu Gewalttaten gegen die Fremden auf und entwarf den Plan zu dem Brand von Moskau, nachdem er seinen eigenen Palast bei Moskau hatte in Asche legen lassen.

Zwar leugnete er dies in der Schrift La vérité sur l’incendie de Moscou,[1] gestand aber später seine Teilnahme an dem Brand ein.[2] 1814 begleitete Rostoptschin Kaiser Alexander I. auf den Wiener Kongress. Im Jahr 1817 verzichtete er auf die Stellung eines Generalgouverneurs. Nachdem er eine Proklamation Napoleons ins Russische übersetzte, fiel er bei Kaiser Alexander I. in Ungnade und lebte deshalb bis 1823 in Paris. 1825 wurde ihm die Erlaubnis zur Rückkehr nach Russland gewährt.[3] Rostoptschin starb am 30. Januar 1826 in Moskau.

Seine gesammelten Schriften in russischer und französischer Sprache, darunter auch zwei Lustspiele, Bemerkungen auf einer Reise durch Deutschland und die Mémoires écrits en dix minutes, wurden von Smirdin (Petersburg 1853) herausgegeben.

Rostoptschins Schwiegertochter, die Gräfin Jewdokija Petrowna Rostoptschina (geborene Suschkowa; * 1811; † 3./15. Dezember 1858) hat sich als Dichterin bekannt gemacht. Eine Gesamtausgabe ihrer Schriften erschien in Sankt Petersburg und Leipzig zwischen 1857 und 1860 in vier Bänden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. H. Schnitzler: La Russie en 1812: Rostoptchine et Koutousof. Tableau de mœurs et essai de critique historique. Didier et Cie., Paris 1863; British Library, 2011, ISBN 1241594325
  • Anatole de Ségur: Vie du comte Rostopchine, gouveneur de Moscou en 1812. Bray et Retaux, Paris 1871

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. La vérité sur l’incendie de Moscou par le comte Rostopchine. Ponthieu, Paris 1823
  2. Vgl. Karl August Varnhagen von Ense: Denkwürdigkeiten. Bd. 9
  3. Rostoptschin. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 14. Altenburg 1862, S. 384 (zeno.org).
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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