Zum Inhalt springen

Flüchtlingslager Aboutengué

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Luftaufnahme des Flüchtlingslagers Aboutengué (2025)
Die Zahlen steigen von 2002 bis 2003 auf rund 300.000 Flüchtlinge und anschließend relativ langsam und gleichmäßig weiter bis auf rund 600.000 im Jahr 2022. Danach folgt ein starker Anstieg auf rund 1,3 Millionen Flüchtlinge bis 2024.
Entwicklung der Flüchtlingszahlen im Tschad von 1992 bis 2024 nach Daten des UNHCR (englisch)

Das Flüchtlingslager Aboutengué liegt in der Provinz Wadai im Osten des Tschad, ca. 25 km westlich von Adré. Es entstand 2023 im Zuge der Flüchtlingskrise aufgrund des Kriegs im benachbarten Sudan; Stand 2026 leben dort circa 47.000 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder aus der Region West-Darfur.[1]

Vom 10. bis 19. Juli 2023 baute das UNHCR in Aboutengué Unterkünfte für 45.000 Menschen.[2] 2025 kamen 14.208 Menschen in das Lager[3]; insgesamt hat der Tschad circa 920.000 Flüchtlinge aus der Kriegsregion aufgenommen, was etwa 40 % der Flüchtlinge ausmacht[4], die außerhalb des Sudan Schutz suchen. Im Osten des Tschad, der bereits zuvor als medizinisch schlecht versorgtes Gebiet galt, führte der Zustrom zu einem starken Nachfrageanstieg nach medizinischen Gütern, welche unter anderem die Organisation Ärzte ohne Grenzen zu befriedigen sucht. Während der Regenzeit besteht besonders die Gefahr von Malariainfektionen und Durchfallerkrankungen.[5]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Eva Krafczyk: Sudans vergessenes Leid. In: nd-aktuell.de. 15. April 2026, abgerufen am 30. April 2026.
  2. Mathieu Carbasse: Appelez-moi Khawaja. Le Devoir, 27. Dezember 2025, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  3. Christian Putsch: Wie der Sudan für seine Bewohner zur Hölle auf Erden wurde. In: augsburger-allgemeine.de. 15. April 2025, abgerufen am 30. April 2026.
  4. Chad, MSF Emerg. Resp. SUD Crisis 2024. Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, 29. Juli 2025, abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
  5. Chad: MSF brings life-saving essentials to Sudan’s refugees in ‘humanitarian void’. In: msfsouthasia.org. Ärzte ohne Grenzen, 8. Juli 2024, abgerufen am 30. April 2026 (englisch).

Koordinaten: 13° 19′ 8,4″ N, 21° 59′ 56,4″ O