Flüssiggasterminal Świnoujście

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Terminal vom Strand aus gesehen
Eingang zur Anlage

Das Flüssiggasterminal Świnoujście ist ein LNG-Importterminal in der polnischen Stadt Świnoujście (Swinemünde). Seit dem Juni 2016 trägt es offiziell den Namen „Lech-Kaczyński“-Terminal.[1]

Planung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau wurde 2009 mit dem „Gesetz über ein Flüssiggasterminal“ beschlossen. Das Projekt wurde von der PGNiG begonnen und später von Polskie LNG weitergeführt.[2] Die Baukosten waren mit 950 Mio. Euro angesetzt.[3]

Die Anlagen wurden von SNC Lavalin geplant. Im Jahr 2011 begannen die Bauarbeiten[4], die Eröffnung wurde mehrfach verschoben.[5] Am 11. Dezember 2015 legte der erste LNG-Tanker in Swinemünde an.[6]

Wiederverdampfung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Terminal ist für Wiederverdampfung von bis zu 5 Mrd. m³ Erdgas pro Jahr, mit der Möglichkeit der Erhöhung der Kapazität auf bis zu 7,5 Mrd. m³, ausgelegt. Es sollen zwei Tanks mit 160.000 m³ gebaut werden. Aufgrund der niedrigen Temperatur der Ostsee kann deren Wasser nicht zur Wiederverdampfung des Flüssiggases verwendet werden. Stattdessen werden SCV-Verdampfer (von englisch submerged combustion vaporiser) verwendet, bei denen das Flüssiggas im Wasserbad von einem Gasbrenner, der etwa 1,4 % des Gases verbraucht, erhitzt wird.

Hafenausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das neue LNG-Terminal wurde nordöstlich der bestehenden Hafenanlagen an der Świna in Swinemünde ein neuer Außenhafen in die Ostsee gebaut, der von dieser durch eine neue Mole getrennt wird. Um Schiffen der Q-Flex-Klasse mit 216.000 m³ Tankvolumen und einer Länge von 315 m das Anlegen zu ermöglichen wurde die Fahrrinne und das neue Hafenbecken (Port Zewnętrzny) auf bis zu 14,5 m vertieft.[2]

Gaslieferungen und Import für Drittländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Qatargas aus dem Katar wurde ein Vertrag über die Lieferung von einer Mio. Tonnen Flüssigerdgas zu etwa 550 Mio. US-Dollar jährlich von 2014 bis 2034 abgeschlossen; die erste Lieferung sollte ursprünglich zwischen Juni und Dezember 2014 stattfinden.[4]

Überschüssige Kapazität könnte Importgas für Drittländer aufnehmen, z. B. für Dänemark über die bisher nur grob geplante Gasleitung Baltic Pipe oder für Deutschland über eine neue Leitung Richtung Lubmin zur OPAL oder ins bestehende Netz Richtung Frankfurt zur JAGAL exportiert werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flüssiggasterminal Świnoujście – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Terminal LNG w Świnoujściu nosi od dziś imię Lecha Kaczyńskiego. In: Polskie Radio. 18. Juni 2016 (polskieradio.pl).
  2. a b LNG-Terminal Swinemünde: Nichttechnische Zusammenfassung (NTS) November 2010
  3. Swinoujscie LNG Gas Terminal, Poland vom 8. Januar 2013
  4. a b Bau des Erdgas-Terminals verzögert sich. Vom 18. September 2013
  5. Opóźnienie w budowie terminalu LNG oficjalnie zatwierdzone (Memento des Originals vom 6. Februar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/szczecin.wyborcza.pl, 10. September 2013
  6. First LNG tanker in Świnoujście, 15. Dezember 2015

Koordinaten: 53° 54′ 33″ N, 14° 17′ 41″ O