Flagge Korsikas

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Armorial Gelre, Folie 62r, 14. Jahrhundert
Flagge Korsikas (traditionell; 1755–1769; 1980-)
Flagge Korsikas vor 1755
Wappen Korsikas

Die Flagge Korsikas wurde vom General der Nation Pasquale di Paoli 1755 (andere Quellen sagen 1760) entworfen. 1762 wurde der Mohrenkopf mit Stirnband von Paoli und der von ihm geleiteten Consulta zum offiziellen Wappen und Symbol für den Freiheitskampf der Korsen bestimmt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge basierte auf einer traditionellen Flagge, die bereits vorher benutzt wurde. Die Flagge zeigt einen Mohrenkopf. Der Schwarze trägt ein weißes Stirnband, das um seine Stirn gebunden ist. Der Hintergrund ist weiß.[1] In älteren Wappen war das Stirnband um die Augen gebunden. Paoli gestaltete das Wappen um und ließ das Stirnband um die Stirn wickeln. Ebenfalls wurde vom alten Wappen eine Halskette entfernt. Dies sollte die Befreiung der Korsen symbolisieren[2]

"

« Les Corses veulent y voir clair. La liberté doit marcher au flambeau de la philosophie. Ne dirait-on pas que nous craignons la lumière ? »

„"Die Korsen wollen klar sehen. Die Freiheit muss durch das Licht der Philosophie erleuchtet werden. Werden die Leute nicht denken, dass wir das Licht fürchten ?"“

Pascal Paoli

Die Korsische Republik, die zwischen 1755 und 1769 bestand, benutzte diese Flagge. Als die Franzosen die Macht übernahmen, durch den Kauf Korsikas von der Republik Genua, wurde die Flagge verboten. Während dieser Phase der französischen Beherrschung (1769–1789) diente die Flagge als Ausdruck des Widerstandes unter korsischen Patrioten. Allerdings wurde von diesen wieder die Version mit den verbundenen Augen geführt[3].

Während der Zeit des Anglo-korsischen Königreiches (1794–1796) wurde neben dem britischen Wappen die Version mit den nichtverbundenen Augen benutzt.[4] Nachdem die Franzosen die Macht wiedererlangten wurde die Flagge bis 1980 offiziell nicht mehr benutzt.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Armorial Gelre wird der Mohrenkopf verwendet. Hier wird er der Krone von Aragonien zugeschrieben. Korsika war Schauplatz des Kampfes der Christen gegen die sarazenischen Mauren im 9. und 10. Jahrhundert. Eine legendäre Gestalt des christlichen Widerstandes war Ugo Colonna. Colonna soll den Mohrenkönig Nugalon besiegt und die Muslime zwangsweise getauft haben.

Der Legende nach geht dieses Symbol auf einen Kampf zwischen einem arabischen Herrscher, einem Mauren, und einem Korsen um dessen Verlobte zurück, die der Maure entführt hatte. Im Kampf blieb der Korse siegreich, und er schlug dem Mauren den Kopf ab, spießte ihn auf eine Lanze und reckte ihn hoch in den Himmel. Das Stirnband geht dagegen auf eine andere Legende zurück. Nach dem Sieg der Pisaner und Genueser über die Mauren sollte ein maurischer Gefangener hingerichtet werden, dem dazu die Augen mit einem weißen Tuch verbunden wurden. Der Maure wollte aber sehenden Auges sterben und schob daher das Tuch hoch zur Stirn.

Als dann der deutsche Baron Theodor von Neuhoff sich am 12. März 1736 selbst zum ersten und einzigen König Korsikas machte, führte er bei seinem Triumphzug durch Korsika ein Porträt von sich mit, auf dem unten ein Wappen abgebildet war, das auf dem Schild den nach rechts gerichteten Kopf eines Mohren mit verbundenen Augen und einer Kette um den Hals zeigte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beschreibung auf paradisu (Memento des Originals vom 4. November 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.paradisu.de
  2. Wappen von Korsika, Paoli (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.corsica.net
  3. Peter Adam Thrasher: Pasquale Paoli: An Enlightened Hero 1725–1807. Archon Books, Hamden, CT 1970, ISBN 0-208-01031-9, S. 178.
  4. Desmond Gregory: The Ungovernable Rock: A History of the Anglo-Corsican Kingdom and Its Role in Britain's Mediterranean Strategy During the Revolutionary War, 1793–1797. Fairleigh Dickinson University Press, London 1985, ISBN 0-8386-3225-4, S. 84.