Flamanville (Manche)

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Flamanville
Flamanville (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Normandie
Département (Nr.) Manche (50)
Arrondissement Cherbourg
Kanton Les Pieux
Gemeindeverband Cotentin
Koordinaten 49° 32′ N, 1° 52′ WKoordinaten: 49° 32′ N, 1° 52′ W
Höhe 0–90 m
Fläche 7,81 km²
Einwohner 1.766 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 226 Einw./km²
Postleitzahl 50340
INSEE-Code
Website www.flamanville.fr.

Mairie (Rathaus) Flamanville

Flamanville ist eine französische Gemeinde, die im Département Manche in der Region Normandie liegt. Die Einwohner nennen sich Flamanvillais. Bekannt ist der Ort vor allem durch das Kernkraftwerk Flamanville (zwei Blöcke sind in Betrieb, ein dritter ist im Bau).

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flamanville leitet sich aus dem französischen Patronym Flamenc ab, gefolgt von der französischen Endung ville (Stadt).[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Château de Flamanville
Saint Germain à la Rouelle bei der Ankunft in Diélette (Kirchenfenster)

Flamanville liegt an der Westküste der Halbinsel Cotentin. Das Kap von Flamanville befindet sich zwischen dem Kap la Hague im Norden und dem Kap Carteret im Süden. Der Ort ist für seinen variszischen Flamanville-Granit bekannt,[2] der in allen französischen Geologiebüchern erwähnt wird.[3]

Der Betrieb einer Eisenerz-Lagerstätte (aus Sedimentgesteinen) dauerte bis 1962. Dabei wurde das Eisenerz im Untertagebau unter dem Meer abgebaut.[4] Der Abtransport erfolgte seit 1910 über eine von der Leipziger Firma Adolf Bleichert & Co. gebauten Seilbahn, die damals den Weltrekord in Sachen Transportkapazität hielt.[5] Da das Wasser aus den ausgebeuteten Lagerstätten nicht mehr abgepumpt wird, sind heute die Stollen mit Wasser gefüllt.

Trou Baligan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Loch (Trou) reichte 200 m weit in den Granit. Nach einer lokalen Überlieferung waren nach der Flut schaurige Geräusche zu hören, die man auf einen Drachen zurückzuführte. Im Jahr 448 soll Saint Germain à la Rouelle aus Irland dort gelandet sein und das Monster besiegt haben, das daraufhin in Granit verwandelt wurde.[6] Die sichtbaren roten Adern aus Eisenmineralien im Gestein sollen an das Blut des Drachen erinnern.

Das Trou Baligan musste beim Bau des Kernkraftwerks weichen.

Gliederung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flamanville erstreckt sich längs einer mehr als drei Kilometer langen Straße. Die Gemeinde besteht aus drei Teilen:

  • Caubus südlich des Schlosses
  • Cité Sainte-Barbe mit dem ehemaligen Untertagebergbau
  • Flamanville mit Kirche und Rathaus

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012 2018
Einwohner 1541 1396 1194 1602 1781 1683 1686 1739 1766

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Schloss aus dem 17. Jahrhundert ist auf den Überresten eines Gutshauses aus dem 11. Jahrhundert erbaut. Im Schlosspark befindet sich der Dahliengarten, dieser besteht aus:
    • einer Gemeindesammlung mit mehr als 100 Sorten, viele davon kommen aus dem Lyoner Park Tête d'Or;
    • der Sammlung des Konservatoriumsgartens mit mehr als 400 Sorten
  • Kirche Saint Germain aus dem 13. Jahrhundert
  • 1867 gebauter Semaphor (Optischer Telegraf), 1988 in ein Restaurant umgewandelt
  • Hafen Port-Diélette im Norden, teilweise auf dem Gebiet von Tréauville gelegen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saint Germain à la Rouelle (5. Jahrhundert), der den Drachen im Loch Baligan getötet haben soll.[7](französisch).
  • Hervé de Flamanville (XVIIe siècle), Freiherr dann Marquis von Flamanville, großer Vogt von Cotentin, ließ das heutige Schloss bauen.
  • Jean-Hervé Basan de Flamanville (Schloss von Flamanville, 15. Februar 1666 – Perpignan, 5. Januar 1721), Sohn des Marquis Hervé de Flamanville. Er wurde Priester in Cherbourg, dann Generalvikar in Chartres, und Bischof von Perpignan durch Louis XIV. im Jahr 1695.[8]
  • Lucien Goubert (1887 in Flamanville – 1964), Maler, wurde im Weiler Caubus geboren. Er hatte zahlreiche Landschaftsbilder gemalt und ist allerdings nur im Département Manche bekannt. Das Collège von Flamanville trägt seinen Namen.

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugues Plaideux: Une amitié méconnue : Jean-Jacques Rousseau et le marquis de Flamanville. In: Revue de la Manche. t. 39, fasc. 155, juillet 1997.
  • Paul Vialar: La Maison sous la mer. Roman. éd. Denoël, 1941.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Altitudes : répertoire géographique des communes.[9]
  1. René Lepelley: Dictionnaire étymologique des noms de communes de Normandie. Presses universitaires de Caen, ISBN 2-905461-80-2, S. 123.
  2. Flamanville-Granit Webseite Lithothèque de Normandie.
  3. François Michel: Le tour de France d'un géologue. ISBN 978-2-603-01546-9, S. 38 .
  4. Guide géologique Normandie Maine. 2. Auflage. Edition Dunod, ISBN 2-10-050695-1, S. 90.
  5. Die Firma Adolf Bleichert & Co. Leipzig. VTK Vereinigung Technisches Kader Schweizer Seilbahnen, März 2016, abgerufen am 8. November 2021.
  6. Trou Baligan Wikimanche (französisch).
  7. Saint-Germain à la Rouelle Wikimanche
  8. Vérusmor: Le domaine seigneurial et le château de Flamanville. In: Annuaire du département de la Manche. Elie fils, Saint-Lô 1863.
  9. Site de l'IGN (Memento des Originals vom 2. Mai 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/professionnels.ign.fr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Flamanville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien