Flamanville (Manche)

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Flamanville
Wappen von Flamanville
Flamanville (Frankreich)
Flamanville
Region Normandie
Département Manche
Arrondissement Cherbourg
Kanton Les Pieux
Gemeindeverband Cotentin
Koordinaten 49° 32′ N, 1° 52′ WKoordinaten: 49° 32′ N, 1° 52′ W
Höhe 0–90 m
Fläche 7,22 km2
Einwohner 1.742 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 241 Einw./km2
Postleitzahl 50340
INSEE-Code
Website www.flamanville.fr.

Semaphor

Flamanville ist eine französische Gemeinde, die im Département Manche, in der Region Normandie liegt. Die Einwohner nennen sich Flamanvillais.

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flamanville leitet sich aus dem französischen Patronym Flamenc ab, gefolgt von der französischen Endung -ville.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Normannische Kühe in Flamanville
Château de Flamanville
Die Schlossfassade
Flamanville, ehemaliges Loch (Trou) Baligan
Saint Germain à la Rouelle bei der Ankunft in Diélette (Kirchenfenster)

Flamanville liegt an der Westküste der Halbinsel Cotentin. Das Kap von Flamanville befindet sich zwischen dem Kap la Hague im Norden, und dem Kap Carteret im Süden. Flamanville ist für seinen Granit bekannt.[2] In Frankreich gibt es kein Geologiebuch, das den variszischen Flamanville-Granit nicht erwähnt.[3] Der Granit wird nämlich von einer Kontaktaureole umgeben.

Der Untertagebau einer Eisenerz-Lagestätte (aus Sedimentgesteinen) dauerte bis 1962. Die Besonderheit bestand darin, dass das Eisenerz im Untertagebau nicht nur unterhalb des Meeresspiegels, sondern unter dem Meer abgebaut wurde.[4] Da das Wasser nicht mehr abgepumpt wird, sind heute die Stollen mit Wasser gefüllt.

Das Trou Baligan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Loch (Trou) grub sich bis 200 m tief in den Granit. Den Erzählungen nach, sollen nach der Flut, sich dadurch erschaudernde Geräusche bilden, die auf einen Drachen zurückzuführen wären. Eines Tages im Jahre 448 landete Saint-Germain à la rouelle aus Irland und besiegte das Monster, das daraufhin in Granit verwandelt wurde.[5] Die sichtbaren "roten Adern" aus Eisenmineralien im Gestein, sollen an das Blut erinnern.

Das Trou Baligan musste beim Bau des Kernkraftwerkes weichen.

Gliederung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flamanville erstreckt sich längs einer mehr als 3 km langen Straße. Die Gemeinde besteht aus 3 Weilern, und zwar:

  • Caubus, im Süden des Schlosses
  • cité Sainte-Barbe, wo der Untertagebau stattfand
  • Flamanville, wo die Kirche und das Rathaus stehen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Schloss aus dem 17. Jahrhundert ist auf den Überresten eines Gutshauses des 11. Jahrhunderts erbaut. Im Schlosspark, befindet sich der Dahliengarten, dieser besteht aus:
    • Der Gemeindesammlung, mit mehr als 100 Sorten, viele davon kommen aus dem Lyoner Park Tête d'Or;
    • der Sammlung des Konservatoriumgartens mit mehr als 400 Sorten.
  • Kirche Saint Germain aus dem 13. Jahrhundert
  • 1867 gebauter Semaphor, 1988 in ein Restaurant umgewandelt
  • Der Hafen Port-Diélette im Norden, teilweise auf dem Gebiet von Tréauville
  • Kernkraftwerk Flamanville (2 Blöcke in Betrieb, der 3. im Bau).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saint Germain à la rouelle (5. Jahrhundert), der den Drachen im Loch Baligan getötet haben soll.[6]
  • Hervé de Flamanville (XVIIe siècle), Freiherr dann Marquis von Flamanville, großer Vogt von Cotentin ließ das heutige Schloss bauen.
  • Jean-Hervé Basan de Flamanville (Schloss von Flamanville, 15. Februar 1666 – Perpignan, 5. Januar 1721), Sohn des Marquis Hervé de Flamanville. Er wurde Priester in Cherbourg, dann Generalvikar in Chartres, und Bischof von Perpignan durch Louis XIV. im Jahre 1695.[7]
  • Lucien Goubert (1887 in Flamanville – 1964), Maler, wurde im Weiler Caubus geboren. Er hatte zahlreiche Landschaftsbilder gemalt und ist allerdings nur im Département Manche bekannt. Das Collège von Flamanville heißt Lucien Goubert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Altitudes : répertoire géographique des communes.[8]
  1. René Lepelley: Dictionnaire étymologique des noms de communes de Normandie. Presses universitaires de Caen, ISBN 2-905461-80-2, S. 123.
  2. Flamanville-Granit Webseite Lithothèque de Normandie.
  3. François Michel: Le tour de France d'un géologue. ISBN 978-2-603-01546-9, S. 38 .
  4. Guide géologique Normandie Maine. 2. Auflage. Edition Dunod, ISBN 2-10-050695-1, S. 90.
  5. Trou Baligan Wikimanche (französisch).
  6. Saint-Germain à la Rouelle Wikimanche (französisch).
  7. Vérusmor: Le domaine seigneurial et le château de Flamanville. In: Annuaire du département de la Manche. Elie fils, Saint-Lô 1863.
  8. Site de l'IGN (Memento des Originals vom 2. Mai 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/professionnels.ign.fr.

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugues Plaideux: Une amitié méconnue : Jean-Jacques Rousseau et le marquis de Flamanville. In: Revue de la Manche. t. 39, fasc. 155, juillet 1997.
  • Paul Vialar: La Maison sous la mer. Roman. éd. Denoël, 1941.