Flamersheim

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Flamersheim
Koordinaten: 50° 37′ 23″ N, 6° 51′ 5″ O
Höhe: 199 m ü. NHN
Fläche: 22,85 km²
Einwohner: 2846 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53881
Vorwahl: 02255
Karte
Lage von Flamersheim in Euskirchen
Flamersheim, Luftaufnahme (2015)
Flamersheim, Luftaufnahme (2015)

Flamersheim ist ein Stadtteil von Euskirchen im Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil liegt im Südosten von Euskirchen umgeben von den Stadtteilen Niederkastenholz, Palmersheim, Schweinheim und Kirchheim. Durch Flamersheim fließt der Flämmerbach. An das Straßennetz besteht Verbindung über die Landesstraßen 11, 119 sowie die L 210. Weiter südlich beginnt der „Flamersheimer Wald“, einer der größten geschlossenen Forsten Deutschlands, in dem auch die Steinbachtalsperre liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Flamersheim wird als Flavomaresheim – das Heim des fränkischen Siedlers Flavomar – gedeutet. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort in der Chronik des Abtes Regino der Abtei Prüm 870 als villa regia nomine Flamersheim, also als Königsgut Flamersheim. Neben dem Gut entstand ab 881 der heutige Ort.

Viele Bodenfunde zeugen davon, dass auch schon die Römer hier gesiedelt haben. Eine aus Flamersheim stammende Schale aus Terra Sigillata bewahrt das Rheinische Landesmuseum Bonn auf.

Katholische Kirche St. Stephanus

Der älteste Teil der katholischen Kirche, die dem heiligen Stephanus geweiht ist, entstand um 1100. Nach Abbruch des alten Chores wurde 1887 an das Langhaus ein Querschiff und ein neuer Chor in neuromanischen Formen nach Plänen von August Carl Lange angebaut, 1890 wurde die Kirche konsekriert.

Burg Flamersheim um 1860, Sammlung Alexander Duncker

1358 wird erstmals eine Burg Flamersheim erwähnt. Als Jülicher Lehen kam sie nacheinander an verschiedene Familien. In den 200 Jahren zwischen 1564 und 1774 wurde die Burg ein Stützpunkt der protestantischen Lehre, für die 1775/76 am Markt eine evangelische Kirche gebaut wurde.

Den ältesten Hinweis auf das Bestehen der evangelischen Gemeinde Flamersheim, der ältesten im Euskirchener Land, liefert eine Urkunde aus dem Jahre 1641. 1964 wurde das Gotteshaus durch den Anbau eines Gemeindesaales erweitert und die reiche barocke Ausstattung restauriert.

Das Flamersheimer Hexenprotokoll von 1629/1630 ist eine wichtige Quelle zur Geschichte der Hexenverfolgungen in der Nordeifel. Die verschollene Handschrift wurde 2014 wiedergefunden.[2]

Am 1. Juli 1969 wurde Flamersheim nach Euskirchen eingemeindet.[3]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelhandel und Ortsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befinden sich an zentralen Stellen wie beispielsweise um den Marktplatz als auch am westlichen Ortseingang zahlreiche Geschäfte und Firmen. Restaurants, Ärzte, Bäcker und weitere Einrichtungen sind dabei ebenso vorhanden wie auch die zwei Vollsortimenter Norma und Edeka, die um das Jahr 2012 gebaut wurden und sich inzwischen zu einem wichtigen Mittelpunkt des Dorfes als auch Einkaufsstandort für das Umland entwickelt haben.[4] Eine Tankstelle und Autohändler sowie weitere Betriebe im Westen ergänzen das Versorgungsangebot. Flamersheim hat zwei Kindergärten und eine Grundschule. Im Nordosten befinden sich ein Sportplatz sowie eine Tennisanlage.

Neubaugebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flamersheim hat in den letzten Jahren einen großen Zuwachs durch Neubaugebiete erhalten. Um die Jahre 2011/2012 wurde der Ort im Süden durch das Neubaugebiet Eifelblick mit mehr als 70 Wohnhäusern erweitert. Seit 2015 wächst im Nordosten ein weiteres Neubaugebiet mit dem Namen Auf den Vierzig.[5]

Im Jahr 2016 begannen die Bauarbeiten an der alten Lederfabrik Christian Schaefer zum Umbau in das als Campus Flamersheim getaufte Projekt.[6] Das Gebäude war seit den 1990er-Jahren verfallen und in einem heruntergekommenen Zustand.[7] Die Pläne der Investoren sehen vor, die Grundsubstanz sowie den „Charme“ des alten Gebäudes zu erhalten, es jedoch komplett zu modernisieren. Dazu begannen die Abrissarbeiten bereits im selben Jahr. Eine Nutzung mit Wohnungen in Form eines Penthouses und Geschäften, Praxis- sowie Büroräumen wird angestrebt.[8] Als Highlight ist die Vermietung von Stellplätzen als auch die Schaustellung von Oldtimern im Alten Fahrerlager vorgesehen.[9] Ende 2017 wurden die drei neuen Mehrfamilienhäuser vor dem alten Gebäude fertiggestellt[10] und im Frühjahr 2018 zogen bereits die ersten Geschäfte wie ein Getränkemarkt, Blumenhändler und eine Eventagentur ein.

Breitbandausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flamersheim besitzt eine eigene Vermittlungsstelle, die die Internetversorgung auch der umliegenden Dörfer sicherstellt. Das Neubaugebiet Auf den Vierzig wurde aufgrund der günstigen Lage in unmittelbarer Nähe mit FTTH angeschlossen, ebenso der Campus Flamersheim. 2017 wurden Teile des Ortes durch das Bonner Telekommunikationsunternehmen bn:t Blatzheim Networks Telecom GmbH durch den Aufbau von Multifunktionsgehäusen mit der VDSL2-Vectoring-Technologie versorgt.[11]

Straßennamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straßen in Flamersheim werden nach Vogelarten benannt, ein Beispiel dafür ist die Sperberstraße.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Flamersheim liegt die gleichnamige Burg aus dem 14. Jahrhundert und östlich die Burg Ringsheim. Seit 1993 besteht das Feuerwehrmuseum Flamersheim.

Auch der seit mehr als 60 Jahren existierende Gemischtwarenladen – wie aus alten Zeiten gefallen – der Käthe Steinwarz ist eine sehenswerte Rarität.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flamersheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen Ortsteile. Stadt Euskirchen, 31. Dezember 2017, abgerufen am 7. Juli 2018 (Hauptwohnsitze).
  2. Pressemitteilung des Landschaftsverbandes Rheinland: Flamersheimer Hexenprotokoll in den USA wiederentdeckt. (Memento vom 21. Oktober 2014 im Internet Archive), 15. Oktober 2014.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 86.
  4. Manfred Reinnarth: Discounter: Markt mit Post und Café unter einem Dach. In: Kölnische Rundschau. 26. März 2013, abgerufen am 29. März 2018.
  5. Neubaugebiet in Flamersheim: Dorf soll um 70 Häuser wachsen. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 5. Mai 2014, abgerufen am 29. März 2018.
  6. Tom Steinicke: „Campus Flamersheim“ – Penthouse mit Blick auf den Kölner Dom. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 28. September 2016, abgerufen am 29. März 2018.
  7. Johannes Bühl: Die alte Flamersheimer Lederfabrik wird entrümpelt. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 18. August 2005, abgerufen am 29. März 2018.
  8. Website des Campus Flamersheim. Abgerufen am 29. März 2018.
  9. Website des Alten Fahrerlagers. Abgerufen am 29. März 2018.
  10. Tom Steinicke: Drei Neubauten mit Wohnungen: Campus Flamersheim nimmt Konturen an. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 29. April 2017, abgerufen am 29. März 2018.
  11. Schnelles Internet mit bis zu 100.000 kbit/s. Abgerufen am 29. März 2018.
  12. Julia Kunze: Gemischtwarenladen in Flamersheim Bei Käthe Steinwarz gibt es (fast) alles. In: Kölnische Rundschau. 22. Januar 2017, abgerufen am 11. Februar 2017.