Flatterzunge

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Flatterzunge (auch ital. Frullato) ist eine musikalische tremoloähnliche Verzierung oder Artikulationstechnik eines Blasinstruments. In der Literatur tritt sie besonders häufig für Flöte, Saxophon, Trompete, Horn und Posaune auf, kann aber auch bei weiteren Blasinstrumenten erzeugt werden. Der Flatterzungeneffekt wird durch die Bildung eines rollenden R-Lautes mit der Zunge erzeugt. Sie ist zu unterscheiden von der Doppelzunge.

Eine der frühesten Verwendungen der Flatterzunge in der klassischen Musik, fand in Tchaikovskys Nussknacker statt, wo die Flöten in der Eröffnung des finalen Aktes angewiesen werden Flatterzunge zu spielen. Besonders im 20. Jahrhundert fand diese Spezialtechnik erhöhte Popularität. Beispielsweise Schönberg oder Schostakowitsch, aber auch einige Filmkomponisten benutzten die Technik gerne für angst- oder spannungserzeugende Klangeffekte, ganz ähnlich eines auf den Streichern gespieltem Tremolo. Auch im Dessauer Marsch findet die Flatterzunge beim Soloinstrument Trompete Anwendung.

Eine besondere Verwendung findet sie in älteren Jazz-Stilen, wie dem New Orleans, zur Erzeugung von Dirty-Tones, jedoch auch im Free Jazz. In der Rockmusik verwendet der Flötist Ian Anderson das Stilmittel häufig, oft auch in Verbindung mit anderen Techniken wie scharfem Anblasen und gleichzeitigem Stimm-Einsatz, um eine forcierte, raue Ausdrucksweise zu erzielen.

Notiert wird die Flatterzungentechnik üblicherweise durch einen Notenkopf mit Tremolostrichen und einer zusätzlichen Anmerkung wie „flz.“ über dem Notentext.

Hörbeispiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flatterzunge eines Fagotts?/i

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]