Flavia Kleiner

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Flavia Kleiner (* 1990) ist eine Schweizer Politaktivistin und Co-Präsidentin der Operation Libero.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flavia Kleiner ist das mittlere von drei Kindern einer FDP-Familie: Der Grossvater war Präsident[1], die Mutter Gemeinderätin der FDP Niederhasli[2]. Kleiner besuchte das Gymnasium in Bülach und begann 2009 ein Studium der Zeitgeschichte und der Rechtswissenschaften an der zweisprachigen Universität Freiburg. 2012/13 studierte sie ein Jahr in Jerusalem[1], zurzeit ist sie Masterstudentin und Unterassistentin bei Siegfried Weichlein am Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte.[3] Ihre Freizeit widmet sie klassischer Musik und dem Tanz.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die SVP am 9. Februar 2014 ihre «Initiative gegen Masseneinwanderung» gegen bürgerliche und linke Parteien, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände gewann, gehörte Kleiner zu den Mitgründern der liberalen Gruppe Operation Libero.[5] Nach den Parlamentswahlen 2015, bei denen die SVP als Siegerin hervorging, sahen die anderen Parteien sowie die Wirtschaftsverbände den Kampf gegen die SVP-Durchsetzungsinitiative als aussichtslos an,[6] zumal Umfragen der Vorlage 66 Prozent Ja-Stimmen bescheinigten.[5] Kleiner stellte sich mit ihrer Operation Libero an die Spitze eines Komitees aus Nichtregierungsorganisationen und wurde zum Gesicht[7] der breiten zivilen Bewegung, die sich gegen die Durchsetzungsinitiative formierte.

Die Ablehnung der Initiative werteten die Medien als eine politische Sensation[8]: Ein heterogenes Bündnis aus der Zivilgesellschaft[9] gewann deutlich gegen die SVP, die viel mehr finanzielle Ressourcen bereitstellte als das gegnerische Komitee.[10]

Damit wurde Flavia Kleiner in der Öffentlichkeit bekannt. Mehrere Parteien bemühten sich um sie,[11] ihr Gesicht war auf dem Cover des «Magazins» abgebildet,[12] und sie stritt in der Fernsehsendung Arena über die Europapolitik der Schweiz.[13]

Einer Partei möchte Kleiner vorläufig nicht beitreten. Dafür konzentriere sie sich auf die nächsten beiden grossen Abstimmungsschlachten gegen die SVP: die Revision des Asylgesetzes und die SVP-Initiative, die auf eine Kündigung der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) abzielt.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Flavia Kleiner: «Angst vor den Ängsten der Schweiz!», Tagesgespräch mit Susanne Brunner auf Radio SRF, 17. Oktober 2014, abgerufen am 5. März 2016
  2. "Weil es mir Spaß macht! Diese drei jungen Schweizerinnen und Schweizer wollen die Welt verändern" in Die Zeit Nr. 51 vom 15. Dezember 2014, abgerufen am 4. Februar 2016.
  3. Heimseite der Universität Freiburg, abgerufen am 5. März 2016.
  4. Diese Studentin ist der Albtraum der Schweizer Populisten, Die Welt, 27. Februar 2016, abgerufen am 2. März 2016.
  5. a b Hannes Grassegger: Aktivdienst. Wie eine kühne Truppe junger Leute die Durchsetzungsinitiative bekämpfte. Das Magazin vom 5. März 2016.
  6. Der Albtraum der SVP. Die Liberale Flavia Kleiner ist der Kopf der DSI-Gegenkampagne. Constantin Seibt im Tagesanzeiger vom 24. Februar 2016, abgerufen am 5. März 2016
  7. «Dieses Power-Quartett bodigte die SVP», Blick vom 29. Februar 2016, abgerufen 5. März 2016
  8. Lernen von den Schweizern, Charlotte Theile in Süddeutsche Zeitung vom 28. Februar 2016, abgerufen 8. Februar 2015
  9. Eine Kampagne schlägt ein, Daniel Foppa im Tagesanzeiger vom 28. Februar 2016, abgerufen 8. Februar 2015
  10. DSI: SVP schaltet doppelt soviel Werbung wie die Gegner, Tagesanzeiger vom 19. Februar 2016, abgerufen 8. Februar 2015
  11. Parteien reissen sich um SVP-Schreck Kleiner 20 Minuten vom 29. Februar 2016, abgerufen 8. Februar 2015
  12. „Durchgesetzt: Flavia Kleiner und die Operation Libero“, Cover von Das Magazin vom 5. März 2016 , abgerufen am 5. März 2016
  13. Jetzt Europa. Arena von SRF vom 4. März 2016, abgerufen am 5. März 2016
  14. Wir sind das Volk, Blog von Daniel Binswanger auf www.dasmagazin.ch, vom 1. März 2016, abgerufen am 5. März 2016