Flavius Ablabius

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Flavius Ablabius (gräzisiert Ablabios; * auf Kreta; † 338) war ein hoher römischer Beamter der Spätantike und ein Vertrauter Kaiser Konstantins.

Ablabius kam als Kind armer Eltern auf der Insel Kreta zur Welt.[1] Auf Kreta war er zunächst Beamter (officialis) des römischen Statthalters, bevor er im Seehandel ein Vermögen erwirtschaftete. Der überzeugte Christ gewann das Vertrauen Kaiser Konstantins des Großen und stieg an dessen Seite zu höchsten Ehren auf. Vielleicht war Ablabius der Vicarius in der Provinz Asia, der zwischen 324 und 326 das Ersuchen der Einwohner der Stadt Orkistos in Phrygien um den Status einer Civitas unterstützte.[2]

Von 326 bis 337 war Ablabius Praefectus praetorio ohne fest umrissenen Amtssprengel. 326 hielt er sich in dieser Eigenschaft in Italien auf, danach im Osten. 331 bekleidete Ablabius das Konsulat. Er soll die treibende Kraft bei der Hinrichtung des heidnischen Philosophen Sopatros von Apameia gewesen sein. Nach Konstantins Tod 337 wurde er von Constantius II. entlassen und schließlich wegen des Verdachts, die Kaiserschaft anzustreben, hingerichtet. Ablabius’ Tochter Olympias war mit dem späteren Kaiser Constans verlobt – ein Beleg dafür, dass Konstantin ihm überaus gewogen war. Sein Haus in Konstantinopel gehörte später Galla Placidia.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Libanios, Reden 42,23; Eunapios von Sardes, Sophistenleben 6,3,1–7.
  2. Zur Inschrift von Orkistos (CIL 3, 352) siehe  André Chastagnol: L’inscription constantinienne d’Orcistus. In: Mélanges de l’Ecole Française de Rome. Antiquité. Band 93, 1981, S. 381–416. Darstellung der sich daraus ergebenden Möglichkeiten für die Laufbahn des Ablabius mit recht vorsichtiger Festlegung bei  Joachim Migl: Die Ordnung der Ämter. Prätorianerpräfektur und Vikariat in der Regionalverwaltung des Römischen Reiches von Konstantin bis zur Valentianischen Dynastie. Peter Lang, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-631-47881-X, S. 41–47.