Flexaton

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Flexaton

Das Flexaton ist ein Musikinstrument, das zur Gruppe der Idiophone zählt. Der Name stammt aus dem Englischen: to flex a tone = einen Ton biegen. Mit seinem Glissando ähnlich dem einer singenden Säge wurde das Instrument u.a. eingesetzt, um Cartoons akustisch zu untermalen.

Ein Flexaton sieht aus wie ein Spachtel oder eine Maurerkelle mit Bügel und zwei daran befestigten Klöppeln. Der Ton des Flexaton wird dabei durch das Schlagen der Klöppel gegen die Metallplatte erzeugt.

Durch unterschiedlich starken Druck mit dem Daumen auf die Federstahlplatte wird der Ton erhöht oder erniedrigt. Das Biegen der Stahlplatte führt zu einer Strukturveränderung im Molekülgefüge, wodurch sich die Härte und damit die Resonanzeigenschaft der klangerzeugenden Stahlplatte (ähnlich wie eine Tonzunge) verändert.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste zeitliche Fixierung ermöglichen Patente in Großbritannien aus dem Jahr 1922 und 1923. Im Jahr 1924 ließ in den Vereinigten Staaten das Unternehmen Playatone aus New York ein Patent eintragen für ein "Flex-a-tone".

Das Instrument wurde zuerst in den 1920er Jahren von Jazz-Bands als Effekt benutzt, kommt heute jedoch hauptsächlich und nur noch selten in Orchestermusik vor.[1]

Spielweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Normalerweise wird das Flexaton geschüttelt, so dass die beiden Klöppel von unten und oben gegen das Federblech schlagen (Hörbeispiel s. u.), wobei die Schüttelgeschwindigkeit vom Musiker natürlich frei gewählt wird.

Seltener ist das einmalige Anschlagen des Federblechs mit einem externen Schlägel. Das ist zum Beispiel im Song „I can't dance“ von Genesis ab Takt 4 zu hören.

Klangcharakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das schwingende Blech des Flexatons verbreitet hell-aufgeregte oder melancholisch zarte Töne. Der Klang ist mit einer Mischung aus einer singenden Säge und einer Türklingel vergleichbar.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Flexaton wird häufig als Effektinstrument in Hörspiel und Theater eingesetzt. In der klassischen Musik kommt es in Orchesterwerken von Arnold Schönberg, György Ligeti, Dmitri Schostakowitsch, Tilo Medek oder Alfred Schnittke als Instrument vor. Einen prominenten Auftritt hat es im zweiten Satz des Klavierkonzerts von Aram Chatschaturjan, wo es über lange Strecken die Melodie verdoppelt. Gelegentlich ist es bei manchen Bands im Bereich Popularmusik des Genres Dancehall und Reggae zu vernehmen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holland, James (2005). Practical Percussion: A Guide to the Instruments and Their Sources, p.23-4. ISBN 9781461670636.