Fliegerausbildungsgeschwader 15

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Fliegerausbildungsgeschwader 15
— III —
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Verbandsabzeichen ...
Aktiv 1957 bis 2. Oktober 1990
Land Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
Streitkräfte NVA
Teilstreitkraft GDR Air Force plane marking NVA Luftstreitkräfte
Truppengattung Fliegerkräfte
Typ Gattung

- Jagdfliegerkräfte
- Jagdbombenfliegerkräfte

Stärke ca. 600 Soldaten und 100 Zivilangestellte
Unterstellung OHS für Militärflieger
Geschwaderstandort Fliegerhorst Rothenburg
Letzter Kommandeur
Major Eike Wetzstein Geschwaderkommandeur
Insignien
Homepage FAG-15
Luftfahrzeuge
Ausbildung siehe Liste Flugzeugtypen

Das Fliegerausbildungsgeschwader 15 (FAG-15) trug den Ehrennamen Heinz Kapelle und war ein fliegender Verband in Regimentsstärke der NVA-Luftstreitkräfte in direkter Unterstellung der OHS für Militärflieger.

FAG-15, Rothenburg (Neue Bundesländer)
FAG-15, Rothenburg
FAG-15, Rothenburg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschwader wurde 1957 zunächst als FAG-3 am Flugplatz Brandenburg-Briest aufgestellt, der kurz vorher von der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) durch die NVA Luftstreitkräfte übernommen worden war.

Ab 15. Dezember 1959 erfolgten die Umgliederung und Neuformierung, nunmehr am neuen Basierungsstandort, dem Fliegerhorst Rothenburg. Am 5. und 6. Januar verlegten das Fliegertechnische Bataillon und die Kontroll- und Reparaturstaffel per Eisenbahntransport nach Rothenburg. Am 1. März 1961 wurde der Verband in Jagdfliegerausbildungsgeschwader 15 (JAG-15) umbenannt und die Truppenfahne an ihn verliehen.

Am 1. März 1970 erhielt das Geschwader den Ehrennamen Heinz Kapelle.

Nach mehreren strukturellen Änderungen, die vor allem dem veränderten Ausbildungsprofil der zukünftigen Militärpiloten angemessen waren, erfolgte die endgültige Namensgebung Fliegerausbildungsgeschwader 15 (FAG-15).

Der umgangssprachliche Spezialausdruck für diesen Jagdflieger-Ausbildungsverband war „Eiergeschwader“; eine Persiflage an die Eigenkreation des Geschwaders: „Eier zu jedem Frühstück, aller Art!“.[1]

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Auftrag des Geschwaders bestand in der Ausbildung von Piloten für Jagdflugzeuge und Jagdbombenflugzeuge. Dazu war der Verband für die gleichzeitige fliegerische Ausbildung von 100 Flugschülern ausgestattet. Zur Erreichung dieser Zielstellung wurden per Ausbildungsjahr durchschnittlich 5.300 Flugstunden geflogen.

Ab 1963 nahmen die Fluglehrer mit ihren Flugzeugen zusätzlich als Zieldarsteller an Übungen teil, die durch das Kommando LSK/LV geführt wurden.

Insgesamt absolvierten im Zeitraum Januar 1960 bis September 1990 ca. 900 Flugschüler in 38 Fluglehrgängen eine Grundleistung von 120.000 Ausbildungsstunden am Fliegerhorst Rothenburg.

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad, Name Dienstzeit Bemerkung
Hauptmann Gerhard Baustian 1959–1960 später Generalmajor im Kommando LSK/LV, danach Stellv. des Vors. des ZV der GST für Flug- und Fallschirmsprungausbildung
Major Manfred Tröger 1960–1964
Major Rolf Krause 1964–1967
Hauptmann Dieter Kulitzscher 1967–1970
Major Gerhard Fiß 1970–1973
Oberstleutnant Dieter Kulitzscher 1973–1977
Oberstleutnant Manfred Pippig 1977–1979
Oberst Dieter Kleemann 1979–1981 später Stv. Chef LSK/LV für Ausbildung der LSK
Oberst Rainer Langener 1981–1986 später Kommandeur OHS für Militärflieger
Hauptmann Klaus-Peter Glanz 1986–1989 später Stellvertreter des Kommandeurs für fliegerische Ausbildung OHS für Militärflieger
Major Eike Wetzstein 1989–1990

Anmerkung:

Auflösung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Außerdienststellung der NVA im Jahre 1990 wurde das Geschwader aufgelöst. Rechtsnachfolger wurden das Bundeswehrkommando Ost und die 5. Luftwaffendivision.

Eingesetzte Flugzeugtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Zweisitzer-Strahltrainer MiG-21US flog im JG-2 und JG-9, bevor er 1989 an das FAG-15 abgegeben wurde.[2]

Im Geschwader wurden folgende Flugzeugtypen eingesetzt.

MiG-21 Bestand 30. September 1990
  • 26 x MiG-21SPS (Allwetter Abfangjäger der Typenreihe MiG-21PF/ Untergruppe MiG-21PFS/ Modifikation MiG-21PF(SPS), ausgerüstet mit Lasur für das FüWES der Warschauer-Pakt-LSK Wosduch-1)
  • 15 x MiG-21U (Учебно-тренироволчый истребитель)
  • 13 x MiG-21US (US = Учебный фронтовой истребитель с ТРД P-11Ф2С-300)
  • 3 x MiG21-UM (UM = Учебный фронтовой истребитель с модернизированным БРЭО)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NFB-15 und FTB-15[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Geschwader direkt unterstellt waren das Nachrichten- und Flugsicherungsbataillon 15 (NFB-15) sowie das Fliegertechnische Bataillon 15 (FTB-15). Lage- und einsatzbezogen war die Funktechnische Kompanie (FuTK) des NFB-15 in Steinbach bei Rothenburg stationiert. Die stationäre TX/RX-Stellung des NFB-15 befand sich in Klein-Priebus.

Personalstärke FTB-15

Das FTB-15 verfügte Ende der 80er Jahre insgesamt über 414 Dienstposten:

  • 34 Offiziere
  • 18 Fähnriche
  • 24 Unteroffiziere mit Portepee
  • 43 Unteroffiziere Zeitsoldaten
  • 225 Grundwehrdienstleistende
  • 70 zivile Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Der letzten Kommandeur des FTB-15 war Major Rolf Zimmermann und des NFB-15 Oberstleutnant Donath.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Langener: Meine Jahre auf dem Schleudersitz. Erinnerungen und Gedanken eines Militärfliegers der DDR. Helios, Aachen 2012, ISBN 978-3-86933-078-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Fliegergeschichten – Vom Start zur Landung“, Tatsachen und Erlebnisse – aufgeschrieben von Angehörigen der Fliegerkräfte der NVA, Strausberg 2013, Originalausgabe (S. 388): ISBN 978-3-9814822-3-2, Strausberg, Berlin, 2013
  2. Detlef Billig, Manfred Meyer: Flugzeuge der DDR. Typenbuch Militär- und Zivilluftfahrt. II Band bis 1972. Friedland 2002, ISBN 3-613-02241-9. S. 178

Koordinaten: 51° 21′ 50″ N, 14° 57′ 0″ O