Fliegerhorst Holzdorf

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Fliegerhorst Holzdorf
BW
Fliegerhorst Holzdorf (Brandenburg)
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Kenndaten
ICAO-Code ETSH
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km östlich von Holzdorf (Elster),
6 km südwestlich von Schönewalde,
10 km norddwestlich von Herzberg
Straße Bundesstraßen 101, 187
Basisdaten
Eröffnung 1982
Betreiber Deutsche Luftwaffe
Start- und Landebahn
09/27 2419 m × 30 m Asphalt/Beton



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Der Fliegerhorst Holzdorf (ICAO-Code: ETSH, auch Fliegerhorst Schönewalde/Holzdorf) ist ein Militärflugplatz der Luftwaffe. Er liegt auf der sachsen-anhaltinisch/brandenburgischen Landesgrenze östlich von Jessen in Sachsen-Anhalt und nördlich von Herzberg in Brandenburg. Der größere Teil des Platzes liegt in Brandenburg und grenzt im Norden an die Bundesstraße 187. Benannt wurde der Platz nach dem Jessener Ortsteil Holzdorf.

Flugplatzinfrastruktur[Bearbeiten]

Neben der heute ausschließlich verwendeten 2.419 m langen Asphaltpiste 09/27,[1] nach 1990 verlängert von ursprünglich 2.350 m, gab es nördlich eine parallele Graslandebahn 09/27 mit einer Länge von 1.800 m und einer Breite von 40 m. Außerdem existiert am nördlichen Rand des Flugplatzgeländes eine Rollbahn, welche mit 2.400 m × 15 m auch als Notstartbahn genutzt werden kann.

Südlich der Landebahn befindet sich der Tower, nördlich davon die Vorfelder, Hangars und ein Helipad.[2]

Als Anflughilfe für die Pisten 09 und 27 dient ein Precision Approach Path Indicator.

Instrumentenanflüge[Bearbeiten]

Als Navigationshilfen für Instrumentenanflüge stehen ein TACAN-System, ein NDB und für die Piste 27 ein ILS Cat I zur Verfügung.[1]

Bundeswehr-Einrichtungen/Stationierungen und vorgesehene Planungen[Bearbeiten]

Derzeitige Truppenteile / Dienststellen[3] 1.810 Dienstposten
Heeresfliegerunterstützungsstaffel 1 Heer
Einsatzführungsbereich 3 Luftwaffe
Hubschraubergeschwader 64 Luftwaffe
Sanitätszentrum ZSan
Vorgesehene Truppenteile / Dienststellen (Organisationsmaßnahmen) 1.680 Dienstposten
Einsatzführungsbereich Luftwaffe
Hubschraubergeschwader, Teile Luftwaffe
Regionale Sanitätsversorgung ZSan
Waffensystemunterstützungszentrum Luftwaffe
Systeminstandsetzungszentrum Drehflügler Luftwaffe
Bundeswehrfeuerwehr Flugplatz BAIUDBw
Auflösung
Heeresfliegerunterstützungsstaffel 1 Heer

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge zur NVA-Zeit[Bearbeiten]

MiG-21MF des JG-1 in Holzdorf (1990)

1968 wurde das Gelände von der NVA als Standort für einen neuen Feldflugplatz ausgewählt. 1974 erfolgte die Fertigstellung des Feldflugplatzes, bis 1980 der Ausbau zu einem Einsatzflugplatz. Die Übergabe an das Jagdfliegergeschwader 1 erfolgte 1982, welches vom alten Standort Cottbus nach Holzdorf verlegt wurde. Er war der modernste Flugplatz seiner Zeit in der DDR (3 ausgebaute Dezentralisierungsräume). Insgesamt waren in den 1980er Jahren das Jagdfliegergeschwader 1, das Fliegertechnische Bataillon 1 und das Funktechnische Bataillon 41 hier stationiert.

Nach der Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Mit der Wiedervereinigung übernahm die Bundeswehr das Gelände und löste, bis auf ein Nachkommando, das Jagdfliegergeschwader 1 und das Fliegertechnische Bataillon 1 auf. Am 1. April 1991 nahm das Lufttransportgeschwader 62 als Nachfolger des Jagdfliegergeschwaders 1 seine Arbeit auf, gefolgt vom Luftwaffenausbildungsregiment 1 am 1. Oktober 1991. Ebenfalls zum 1. April 1991 wurde das Funktechnische Bataillon 41 aufgelöst und in die neu aufgestellte Radarführungsabteilung 34 überführt. Am 30. September 1994 erfolgte die Überführung selbiger in die Radarführungsabteilung 25.

Modernisierung und NATO-Integration[Bearbeiten]

Ein Löschfahrzeug des Fliegerhorstes während der ILA 2010

Die Radarführungsabteilung 25 wurde am 9. Januar 1995 offiziell der NATO unterstellt.

Der von 1978 bis 1983 gebaute Luftverteidigungsgefechtsstand wurde 1997 und 1998 komplett entkernt und anschließend für 40 Millionen DM umgebaut. Anschließend wurde ab April 2000 hochmoderne Computertechnik im Wert von 50 Millionen DM installiert und mit GIADS das modernste Air Command and Control System (ACCS) Europas am 6. Juni 2000 offiziell in Betrieb genommen. Am 1. Oktober 2002 wurde der Einsatzführungsbereich 3 als Nachfolger für die Radarführungsabteilung 25 neu aufgestellt. Am 19. Mai 2003 folgte die Verlegung der neu aufgestellten Heeresfliegerunterstützungsstaffel 1 von Cottbus nach Holzdorf.

Bis 2012 wurde die Infrastruktur für den Flugbetrieb der NH-90-Hubschrauber geschaffen, wozu bis zu ca. 300 Millionen Euro investiert wurden. Mit der Einführung dieses neuen Waffensystems sollten nach der Hubschrauberkomponente des Lufttransportgeschwaders 62 auch die Hubschrauberstaffeln der Lufttransportgeschwader 61 und Lufttransportgeschwader 63 im Hubschraubergeschwader 64 am Standort Holzdorf zusammengefasst werden.

Mit der Neuausrichtung der Bundeswehr und dem damit verbundenen Fähigkeitstransfer zwischen der Luftwaffe und dem Heer wird der Ausbildungsflugbetrieb der CH-53 seit 2014 von Holzdorf aus sichergestellt werden.[4][5]Die erste CH-53GA traf Ende September 2013 ein[6] und der Übungsflugbetrieb begann im Januar 2014.

Am 24.Juni 2015 landete erstmals eine Antonow An-124 [7] auf dem Fliegerhorst. Mit der Landung bewies der Fliegerhorst, dass sich zukünftig Verlegungen von militärischem Gerät direkt von Holzdorf aus mit großen Transportflugzeugen realisieren lassen.[8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Militärisches Luftfahrthandbuch Deutschland (AIP-MIL), AD 2 ETSH 1, Stand 28. Juli 2011 (online verfügbar)
  2. Militärisches Luftfahrthandbuch Deutschland (AIP-MIL), AD 2 ETSH 2: Aerodrome Chart Holzdorf, Stand 6. Mai 2010 (online verfügbar)
  3. BMVg: Die Streitkräfte der Bundeswehr in Deutschland, Oktober 2011.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVom LTG zum HSG. Homepage der Deutschen Luftwaffe, 11. Dezember 2009, abgerufen am 14. Februar 2010.
  5. bmvg.de
  6. Klaus Hubmann: Erste CH-53 GA in Holzdorf. In: luftwaffe.de. 24. September 2013, abgerufen am 29. September 2013.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAntonov gelandet. Fliegerhorst Holzdorf schreibt Geschichte. NIEDERLAUSITZ aktuell, 24. Juni 2015, abgerufen am 24. Juni 2015.
  8. Mitteldeutsche Zeitung vom 25. Juni 2015, Lokalausgabe Jessen (Elster), Seite 7

Weblinks[Bearbeiten]