Fliegerisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe

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Fliegerisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe
— FlgAusbZLw —
Wappen Fliegerisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe
Aktiv 1. Januar 1996 bis 19. September 2017
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Verbandsabzeichen Luftwaffe Luftwaffe
Stärke ca. 828
Unterstellung Taktisches Ausbildungskommando der Luftwaffe USA
Standort Holloman AFB
Alamogordo, New Mexico
Führung
Kommandeur Oberstleutnant Georg Wolters
Luftfahrzeuge
Ausbildung Tornado
Panavia Tornado IDS auf RAF Upper Heyford, September 1991
Panavia Tornado 55.555 Flugstunde auf der Holloman Air Force Base

Das Fliegerische Ausbildungszentrum der Luftwaffe (FlgAusbZLw) ist ein ehemaliger Verband der Luftwaffe und führte am Standort Holloman AFB die lehrgangsgebundene fliegerische Ausbildung für das Waffensystem Tornado durch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basierend auf einem Beschluss der Verteidigungsminister der USA und Deutschlands im Jahr 1990, wurde 1992 die 1. Deutsche Luftwaffenausbildungsstaffel USA (DtLwAusbStff USA), die bislang auf der George Air Force Base in Kalifornien die Ausbildung für Besatzungen der F-4 Phantom durchführte, auf die Holloman AFB in New Mexico verlegt.

Das Taktische Ausbildungskommando der Luftwaffe USA (TaktAusbKdoLw USA), das neben der Ausbildung der Phantom-Besatzungen auch für die Schulung der Besatzungen des Waffensystems Tornado zuständig war, nahm zum 1. Januar 1996 den Dienst auf und wurde 1999 in Fliegerisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe (FlgAusbZLw) umbenannt. Der Ausbildungsflugbetrieb mit dem Waffensystem Phantom wurde 2004 eingestellt.[1]

Oberst Ferkinghoff übernahm am 1. Oktober 2013 das Kommando über das FlgAusbZLw von Oberst Armin Havenith, der als stellvertretender Kommandeur und Leiter der Fliegerischen Ausbildungseinrichtung USA (LtrFlgAusbEinr USA) weiter am Standort Holloman verblieb.[2]

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde am 1. Juli 2015 das Fliegerische Ausbildungszentrum der Luftwaffe (FlgAusbZLw) dem Luftwaffentruppenkommando unterstellt und übernahm die verbleibenden Aufgaben des am 30. September 2013, am Standort Fort Bliss in El Paso außer Dienst gestellten Deutschen Luftwaffenkommando USA und Kanada (DtLwKdo USA/CAN).[3]

Letzter Kommandeur war ab dem 30. September 2015 Oberstleutnant Stephan Breidenbach.[4]

Mit der seinerzeitigen Reduzierung der Tornado-Flotte und dem damit verbundenen Rückgang an benötigten Flugstunden des Ausbildungszentrums plante die deutsche Luftwaffe auch die Eurofighter Typhoon-Ausbildung vom Fliegerhorst Laage nach Holloman zu verlegen;[5] hierfür sollten 24 Eurofighter auf der Holloman AFB stationiert werden.

Im März 2015 entschied aber Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen diese Ausbildung weiterhin in Deutschland durchzuführen.[6] Dadurch wurde die Taktische Luftwaffengruppe in Wittmund am 1. Juli 2016 wieder zu einem Geschwader aufgestellt, und dann die Ausbildung in Deutschland durchzuführen.[7]

Zum 1. Juli 2016 wurde das Fliegerische Ausbildungszentrum dem Taktischen Ausbildungskommando der Luftwaffe USA unterstellt.

Im September 2017 wurde die fliegerische Ausbildung in Holloman für den Tornado eingestellt und zum Taktischen Luftwaffengeschwader 51 in Jagel verlegt. Die Instandhaltung für die Tornados wird noch bis Mitte 2018 genutzt. Danach wird das Zentrum aufgelöst.[8]

Am 19. September 2017 wurde der Ausbildungsbetrieb durch das Fliegerische Ausbildungszentrum in einem feierlichen Appell offiziell eingestellt.[9]

Auftrag und Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fliegerische Ausbildungszentrum der Luftwaffe hatte den Auftrag, die deutschen Luftfahrzeugbesatzungen des Waffensystems Tornado nach den Prinzipien der ganzheitlichen Ausbildung aus-, fort- und weiterzubilden. Die Schwerpunkte lag hier in der Vermittlung von fliegerischen Grundfertigkeiten, einschließlich der Basis-Waffenausbildung, an junge Luftfahrzeugführer und Waffensystemoffiziere, Ausbildung der zukünftigen Fluglehrer und Waffensystemoffiziere mit Überprüfungs- und Lehrberechtigung sowie der Waffenlehrerausbildung. Weiterhin wurden im Rahmen freier Kapazitäten Fort- und Weiterbildungsvorhaben der Einsatzverbände unterstützt.

Zum Nennbestand des Fliegerischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe (FlgAusbZLw) gehörten (Stand 2014) neun Tornado IDS und sechs Trainer mit Doppelsteuerung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luftwaffe: Historischer Rückblick. Homepage der Luftwaffe, abgerufen am 4. Oktober 2015.
  2. Frank Schlawin: Zuverlässig in die Zukunft. luftwaffe.de, 29. Januar 2014, abgerufen am 11. Mai 2014.
  3. Christian Esser: Neuausrichtung der Luftwaffe auf Ebene der Verbände. luftwaffe.de, 27. September 2013, abgerufen am 29. September 2013.
  4. GAF: German Air Force welcomes new commander. alamogordonews.com, 1. Oktober 2015, abgerufen am 2. Oktober 2015.
  5. Germany Confirms Plans to Undertake Eurofighter Training at Holloman AFB. Air Forces Monthly, February 2012, S. 8. Zitiert wird der Kommandeur des Ausbildungszentrums, Oberst Frank Kiesel, der diese Ankündigung am 6. Dezember 2011 gemacht hat.
  6. Matthias Boehnke: Eurofighter Ausbildung in Deutschland – Wittmund wird ein Geschwader. luftwaffe.de, 31. März 2015, abgerufen am 3. April 2015.
  7. Matthias Boehnke: Eurofighter Ausbildung in Deutschland – Wittmund wird ein Geschwader. Luftwaffe, 31. März 2015, abgerufen am 15. August 2015: „Die künftige Durchführung der lehrgangsgebundenen fliegerischen Ausbildung für das Waffensystem EUROFIGHTER in Deutschland wird durch die Luftwaffe unter Einbeziehung des Standortes Wittmund zu gegebener Zeit geprüft.“
  8. Ute Kindler: Tornados aus Holloman fliegen bald an der Nordseeküste. luftwaffe.de, 13. April 2016, abgerufen am 13. April 2016.
  9. Sven Korthaus und Armin Trost: Abschied nach 25 Jahren Fliegerei und Kameradschaft. luftwaffe.de, 6. Oktober 2017, abgerufen am 6. Oktober 2017.