Flintbek

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Voorde ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum niederländischen Fußballspieler siehe Rick ten Voorde.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Flintbek
Flintbek
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Flintbek hervorgehoben
Koordinaten: 54° 15′ N, 10° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Flintbek
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 17,57 km2
Einwohner: 7305 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 416 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24220
Vorwahl: 04347
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 053
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Heitmannskamp 2
24220 Flintbek
Webpräsenz: www.flintbek.de
Bürgermeister: Olaf Plambeck
Lage der Gemeinde Flintbek im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Flintbek ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Sie liegt etwa 13 km südwestlich von Kiel und gliedert sich in die Ortsteile Kleinflintbek, Großflintbek und Voorde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im heutigen Flintbek gibt es Siedlungsspuren aus der Steinzeit. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1220. Die Flintbeker Kirche wurde im Jahre 1223 erbaut.

Zunächst gab es nur einen Ort Flintbek. Als 1327 eine zu Flintbek gehörende Siedlung außerhalb des Ortes den Zusatz „Klein“ erhielt, wurde der Hauptort in „Großflintbek“ umbenannt. Kleinflintbek hat heute etwa 500 Einwohner und die 1884 gegründete Freiwillige Feuerwehr Kleinflintbek ist die älteste der drei Feuerwehren in der Gemeinde. 1886 wurde die Freiwillige Feuerwehr Großflintbek gegründet, 1889 die Freiwillige Feuerwehr Voorde.

1845 wurde die Gemeinde Voorde nach dem Bau der Bahnlinie Altona - Kiel Bahnstation. Der Bahnhof liegt auf der Gemarkung Voorde, unmittelbar an der Grenze zu Großflintbek und erhielt den Namen Voorde (obgleich Großflintbek größer war). Auch das später eingerichtete Postamt erhielt den Namen Voorde. Der Bahnhof ermöglichte das Zuziehen von Menschen, die im jetzt leicht erreichbaren Kiel Arbeit fanden, und sorgte auch für die Eröffnung einiger Geschäfte und Handwerksbetriebe. Vor allen Dingen war es aber eine Schicht wohlhabender älterer Menschen (Pensionäre, ehemalige Gutspächter, Geschäftsleute), die in Flintbek ihren Feierabend verleben wollten. Die ehemalige Sandkuhle wurde durch die 1907 durchgeführten Bauvorhaben des Fabrikanten Lassen eine besonders schöne Anlage und trug wesentlich zur Strukturveränderung des Dorfes Voorde bei. So entstand, getrennt vom alten Bauerndorf, eine gepflegte Villenanlage. Das bäuerliche Element wurde durch diese Entwicklung stark zurückgedrängt. Die finanziell starken, beweglichen und einflussreichen Geschäftsleute und Pensionäre gewannen größeren Einfluss. Sie pflegten den Ort und zeigten sich vielen Neuerungen aufgeschlossen. So erhielt das Dorf Voorde schon vor der Jahrhundertwende ein Elektrizitätswerk und die Lassenhäuser eine zentrale Wasserversorgung, die noch 1951 in Betrieb war.

Das heutige Gemeindegebiet bestand ursprünglich aus den drei Gemeinden Großflintbek, Kleinflintbek und Voorde, die zusammen mit Böhnhusen zum Amtsbezirk Flintbek und damit zum Kreis Kiel bzw. Bordesholm gehörten. Nach Auflösung des Kreises Bordesholm 1932 kamen die Gemeinden zum Kreis Plön.

1937 wurde Voorde nach Großflintbek eingemeindet. 1938 erfolgte die Eingemeindung von Kleinflintbek und Umbenennung in Flintbek. 1948 wurde Flintbek amtsfreie Gemeinde.

1970 erfolgte die Eingliederung in den Kreis Rendsburg-Eckernförde. Seitdem bildet Flintbek mit den Gemeinden Böhnhusen, Schönhorst und Techelsdorf das Amt Flintbek und führt die Verwaltungsgeschäfte für dieses Amt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 24 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die SPD seit der Kommunalwahl 2013 neun Sitze, die CDU sieben, die Wählergemeinschaft UWF vier, die Grünen drei Sitze und die FDP einen Sitz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Durch einen im Verhältnis 3 : 1 geteilten, oben blauen, unten silbernen Wellenbalken von Silber und Grün geteilt. Oben drei aufrechte, gestielte grüne Eichenblätter nebeneinander, unten ein mit der Schneide nach unten weisendes geschäftetes silbernes Flintbeil.“[2]

Die drei Eichenblätter stellen symbolisch die drei Ortsteile Voorde, Großflintbek und Kleinflintbek mit ihren noch heute erhaltenen Dorfeichen dar. Die beiden Wellenbänder stehen für die quer durch den Ort fließenden Flüsse Eider und Flintbek und das Flintbeil symbolisiert die archäologische Bedeutung der Umgebung Flintbeks.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flintbek unterhält seit 1985 eine Partnerschaft mit der italienischen Stadt Romano d’Ezzelino.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Flintbek stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Der Eidertalwanderweg zieht sich zum Teil durch die Gemeinde Flintbek und lädt den Naturfreund zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Besonders sehenswert sind die ab 1223 erbaute Flintbeker Kirche und die rund 1000-jährige Flintbeker Eibe.

Flintbeker Sichel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von 1977 bis 1996 wurde in der Feldmark der Gemeinde Flintbek mit der sog. „Flintbeker Sichel“ ein sich über 4 km erstreckendes bronze- und eisenzeitliches Gräberfeld mit über 70 Fundstellen archäologisch erschlossen. Dabei wurde eine aus dem 4. vorchristlichen Jahrtausend stammende, und damit die älteste Spur eines Radfahrzeuges entdeckt. Außerdem fanden sich aus der Zeit von 1700 v. Chr. bis 1000 v. Chr. stammende Hakenpflugspuren. Die Grabfunde zur sogenannten „Ilmenau-Frau“ aus dem 15. vorchristlichen Jahrhundert weisen darauf hin, dass dort eine Frau bestattet wurde, die aus Nordniedersachsen zugewandert war.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Biernatzki (1855–1940), Landwirt, Journalist und Verbandsfunktionär
  • Hans Heitmann (1904–1970), Lehrer und Schriftsteller, schrieb überwiegend in plattdeutscher Sprache
  • Axel Möller (* 1957), Fußballspieler
  • Martin Metzger (* 1928), emeritierter Professor für Altes Testament und Biblische Archäologie (Universität Kiel)
  • Werner Loch (1928–2010), Professor für Allgemeine Pädagogik (Universität Kiel)

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flintbek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein