Flintsbach am Inn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Flintsbach a.Inn
Flintsbach am Inn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Flintsbach a.Inn hervorgehoben

Koordinaten: 47° 43′ N, 12° 8′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 479 m ü. NHN
Fläche: 31,3 km2
Einwohner: 3033 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83126
Vorwahl: 08034
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 131
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 9
83126 Flintsbach a.Inn
Website: www.flintsbach.de
Bürgermeister: Stefan Lederwascher (CSU)
Lage der Gemeinde Flintsbach a.Inn im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde)Chiemsee (Gemeinde)ChiemseeÖsterreichLandkreis AltöttingLandkreis EbersbergLandkreis ErdingLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinRosenheimRotter Forst-SüdRotter Forst-NordAlbachingAmerangAschau im ChiemgauBabenshamBad AiblingBad EndorfBad FeilnbachBernau am ChiemseeBrannenburgBreitbrunn am ChiemseeBruckmühlEdlingEggstättEiselfingFeldkirchen-WesterhamFlintsbach am InnFrasdorfGriesstättGroßkarolinenfeldGstadt am ChiemseeHalfingHöslwangKiefersfeldenKolbermoorNeubeuernNußdorf am InnOberaudorfPfaffing (Landkreis Rosenheim)Prien am ChiemseePruttingRamerbergRaublingRiederingRimstingRohrdorf (am Inn)Rott am InnSamerbergSchechenSchonstettSöchtenauSoyenStephanskirchenTuntenhausenVogtareuthWasserburg am InnKarte
Über dieses Bild

Flintsbach am Inn (amtlich: Flintsbach a.Inn) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim.

Geografie[edit | edit source]

Geografische Lage und Verkehr[edit | edit source]

Flintsbach am Inn grenzt unmittelbar südlich an die größere Nachbargemeinde Brannenburg. Flintsbach liegt am Fuße von großem Madron, Petersberg, Maiwand und Riesenkopf. Die Staatsstraße 2089 und die Bundesautobahn 93 führen durch die Gemeinde. Flintsbach ist über deren Anschlussstelle Brannenburg direkt erreichbar. Nach Rosenheim sind es 17 km, nach Oberaudorf 10 km und über das Sudelfeld nach Bayrischzell 20 km (mautpflichtig). Die Landeshauptstadt München ist ca. 70 km entfernt, nach Kufstein ins benachbarte Tirol sind es 17 km und nach Salzburg 70 Kilometer. In Flintsbach gibt es eine Bahnstation an der Strecke Rosenheim–Kufstein, die im Stundentakt ausschließlich von der Meridian bedient wird. Es bestehen Linienbusverbindungen Richtung Rosenheim und Kufstein sowie mit der „Wendelstein-Ringlinie“ Richtung Bad Feilnbach, Fischbachau und Bayrischzell. Am Wochenende verkehrt für Nachtschwärmer der Diskobus zwischen den Städten Kufstein und Rosenheim. Besonders bei Motorradfahrern beliebt ist die serpentinenreiche und mautpflichtige Sudelfeldstraße, die vorbei am Wasserfall Tatzelwurm nach Bayrischzell führt (Deutsche Alpenstraße). Die höchste Erhebung auf Gemeindegebiet ist der Gipfel des wenig bekannten Dümpfel (Dümpfl) mit 1354 Metern. Knapp dahinter folgen der Riesenkopf mit 1337 Metern und der Rehleitenkopf mit 1338 Metern

Nachbargemeinden[edit | edit source]

Nachbargemeinden sind Brannenburg, Oberaudorf, Nußdorf am Inn und Erl in Tirol (Österreich).

Gemeindegliederung[edit | edit source]

Flintsbach am Inn hat 17 Ortsteile:[2]

Geschichte[edit | edit source]

Bis zum 19. Jahrhundert[edit | edit source]

Flintsbach am Inn wurde 986 erstmals urkundlich erwähnt. Hier lagen unter anderem die ältesten Besitzungen der Sigbotonen. Vor 1800 war Flintsbach Bestandteil der Herrschaft Falkenstein der Grafen von Preysing. Der Ort wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde. Flintsbach wurde erstmals erwähnt in den Traditionscodices des Brixener Domstifts in den Jahren 975 – 1006. Um 1165 erschien es auch im berühmten Falkensteiner Codex des Grafen Siboto IV. von Falkenstein und war der Hauptort dieser Grafen, die eines der bedeutendsten Geschlechter Südostbayerns waren und die vier Herrschaftsgebiete Neuburg bei Vagen (Bad Aibling), Falkenstein im Inntal, Hartmannsberg westlich des Chiemsees und Hernstein im Wiener Wald besaßen.

Wappengeschichte:

Der Falke ist das für den Namen redende heraldische Wahrzeichen der um 1272 ausgestorbenen Grafen von Falkenstein. Das Dynastengeschlecht war in Flintsbach und Umgebung reich begütert und übte die Gerichts- und Grundherrschaft aus. Die Burg Falkenstein befand sich in der Gemarkung der Gemeinde Flintsbach. Zur Unterscheidung von anderen Gemeindewappen mit dem goldenen Falkensteiner Falken (Feldkirchen-Westerham, Oberaudorf, Prien u. a.) erhielt der Falke mit Silber eine andere Farbe und wurde sitzend auf einem Zinnenturm dargestellt. Der Zinnenturm symbolisiert die noch erhaltene Turmruine der Burg Falkenstein. Um diese historische Verbindung zu pflegen, erhielt ein Gemeindeteil den Namen Falkenstein.

Flintsbach war zugleich Urpfarrei, deren Grenzen noch bis 1868 im Süden Oberaudorf und Kiefersfelden und bis 1952 im Norden Degerndorf umfasste. Die damaligen Höfe, deren Hausnamen sich bis heute erhalten haben, gehörten Grundherrlich zur Burg Falkenstein, zur Propstei Petersberg oder zur Pfarrkirche Flintsbach.

20. Jahrhundert[edit | edit source]

Im Zweiten Weltkrieg fielen 111 Angehörige der Pfarrei, 54 sind vermisst und 4 kamen in der Heimat um.

Im Jahr 1970 wurde Flintsbach zum Luftkurort erhoben.

Eingemeindungen[edit | edit source]

Am 1. April 1971 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Niederaudorf eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[edit | edit source]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2.207 auf 3.033 um 826 Einwohner bzw. um 37,4 %.

Politik[edit | edit source]

Gemeinderat[edit | edit source]

14 ehrenamtliche Gemeinderäte bilden zusammen mit dem hauptamtlichen Bürgermeister den Gemeinderat von Flintsbach am Inn. Die Wahl am 16. März 2014 brachte folgendes Ergebnis[4]:

2014[5] 2008[5] 2002[5]
Sitze insgesamt 14 14 14
CSU 7 6 7
SPD 3 3 4
FW Flintsbach-Fischbach 4 5 3
Gemeinderatswahl 2014
Wahlbeteiligung: 64,51 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,3 %
30,6 %
17,1 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Freie Wählergemeinschaft Flintsbach-Fischbach

Bürgermeister[edit | edit source]

Bei der Kommunalwahl 2014 wurde der seit 1996 amtierende Bürgermeister Wolfgang Berthaler (CSU) zum Landrat des Landkreises Rosenheim gewählt. Als neuer Bürgermeister wurde Stefan Lederwascher (CSU)[4] gewählt.

Bürgermeisterwahl 2014
Wahlbeteiligung: 64,51 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
63,95 %
21,25 %
14,80 %
Partei- freieb
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Stefan Lederwascher
b Parteifreie Flintsbach-Fischbach: Karl Liegl
c Michael Rusp

Klima[edit | edit source]

Das in Flintsbach vorherrschende Mikroklima lässt sich durch seine Lage an einer Engstelle des Inntals, sowie der Höhenlage von 479 Metern über dem Meeresspiegel erklären. Ebenfalls einen wichtigen Einfluss nimmt der sogenannte ‚Erler Wind‘, ein starker orographischer Fallwind, der am späten Abend einsetzt und meist am späten Vormittag gegen 11 Uhr in die entgegengesetzte Richtung also Tal einwärts, wenn auch weniger stark, zurückfließt. Früher galt der Erler Wind als sicheres Barometer, da bei ausbleibendem Zurückfließen mit großer Wahrscheinlichkeit ein Ende des schönen Wetters zu erwarten war.

Der kontinentale Einfluss, der den südlichen Teil Deutschlands dominiert, ist auch in Flintsbach bemerkbar, wo durch die räumliche Nähe zu den Alpen kalte Winter mit Durchschnittstemperaturen zwischen −6 und +2 °C im Tagesverlauf vorherrschen. Circa die Hälfte des Niederschlags fällt in Form von Schnee, so dass der Boden im Winter meist von einer Schneedecke (zwischen 15 und 30 cm) bedeckt ist.

Im Sommer gleichen die Temperaturen denen in den übrigen Teilen Deutschlands, sie betragen durchschnittlich zwischen 13 °C am Morgen und 23 °C am Nachmittag. Aber der Sommer ist zugleich die niederschlagsreichste Zeit des Jahres. Mächtige Gewitterwolken, die gegen die Berghänge getrieben werden, entladen sich mit nicht selten gewaltigen Regengüssen. So werden in den Monaten Juni und Juli oft Niederschlagswerte von bis zu 150 mm pro Monat erreicht, der Jahresdurchschnitt liegt bei ca. 1075 mm. Trotz dieser zahlreichen Gewitter, die meist am späten Nachmittag auftreten, scheint die Sonne durchschnittlich 8 Stunden am Tag.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[edit | edit source]

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Flintsbach am Inn

Der Fremdenverkehr spielt in Flintsbach nach wie vor eine große Rolle, zahlreich Privatvermieter und Gasthöfe bieten Fremdenzimmer und Ferienwohnungen an. In den Nachkriegsjahren war vor allem der Fremdenverkehr eine Haupteinnahmequelle der Ortsbevölkerung.

Musik[edit | edit source]

Die Musikkapelle Flintsbach e.V. wurde 1907 aus Mitgliedern der Chor-Musik-Gesellschaft gegründet. Der Zeitpunkt der Gründung der Chor-Musik-Gesellschaft kann aufgrund von Nachforschungen im Archiv der Pfarrei St. Martin in Flintsbach zwischen den Jahren 1800 und 1820 angegeben werden. Deshalb feierte die Musikkapelle Flintsbach im Jahre 2005 "200 Jahre Blasmusik Flintsbach" in Verbindung mit dem Bezirksmusikfest des Inn- Chiemgau. 2016 hat die Musikkapelle erneut den Zuschlag bekommen das Bezirksmusikfest auszurichten.

Derzeit zählt die Musikkapelle 55 aktive Musikanten und ist einer der Hauptkulturträger der Gemeinde. Jährlich findet am Ostersonntag das traditionelle Osterkonzert und in der Adventszeit ein Weihnachtskonzert statt. Am Silvestertag wird in 4 Gruppen an jeder Haustüre im Gemeindebereich das neue Jahr angespielt (Neujahrsanblasen). Alle zwei Jahre im Herbst veranstaltet die Musikkapelle im Almgebiet Arzmoos am Sudelfeld ein Weisenbläsertreffen, das sich großer Beliebtheit erfreut.

Wirtschaft und Infrastruktur[edit | edit source]

In Flintsbach gibt es eine Vielzahl von Handwerksbetrieben, Gaststätten und Einzelhandelsgeschäften. Die REWE Gruppe betreibt einen Penny Markt. Größter Arbeitgeber der Gemeinde ist die Spedition Dettendorfer.

Sport und Freizeit[edit | edit source]

  • Sportklettergebiet mit breitem Tourenspektrum (anspruchsvolle Klettertouren bis in den 9. Schwierigkeitsgrad)
  • Riesenbergloipe (umfassendes Langlaufloipennetz)
  • Bademöglichkeiten: Strandbad mit über 10000 m² Wasserfläche und diversen Einrichtungen (Minigolf, Beachvolleyball, Spielplatz und Gastronomie), Hawaii-See, Campingsee und Kirnsteiner See

Persönlichkeiten[edit | edit source]

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111022/193944&attr=OBJ&val=505
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 561.
  4. a b http://www.rosenheim24.de/rosenheim/kommunalwahlen/buergermeister-gemeinderatswahl-flintsbach-inn-kandidaten-ergebnisse-3401223.html
  5. a b c Kommunalwahlen in Bayern

Weblinks[edit | edit source]

Commons: Flintsbach am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien