Flixtrain

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Flixtrain bei der Einfahrt über die Hohenzollernbrücke in den Kölner Hbf
Flixtrain-Reisezugwagen

Die Flixtrain GmbH ist ein deutsches Eisenbahnverkehrsunternehmen, welches zu 100 % der Flixmobility GmbH gehört. Es bietet seit 2017 deutschlandweiten Schienenpersonenfernverkehr an und tritt als Konkurrent der Deutschen Bahn auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2017 erhielt Flixtrain, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Flixmobility, eine Lizenz als Eisenbahnverkehrsunternehmen.[1] Zeitgleich übernahm das tschechische Eisenbahnverkehrsunternehmen Leo Express die Trassenrechte der Strecke Berlin–Stuttgart des im Jahr 2017 insolvent gegangenen Eisenbahnverkehrsunternehmen Locomore und nahm den Betrieb auf der Strecke in Partnerschaft mit Flixmobility wieder auf.[2]

Nach der Einstellung des Hamburg-Köln-Express im Herbst 2017 kooperierte der Betreiber Bahntouristikexpress zunächst probeweise mit Flixmobility. Dazu wurde der Verkehr auf der Verbindung Hamburg–Köln vom 22. Dezember 2017 bis zum 2. Januar 2018 wieder aufgenommen.[3] Seit dem 24. März 2018 verkehrt der Zug wieder täglich.[4]

Seit April 2018 werden die früheren Linien von Locomore und Hamburg-Köln-Express unter der Marke Flixtrain vermarktet. Die Muttergesellschaft Flixmobility übernimmt, analog zum Fernbusverkehr, unter der Marke Flixtrain die Vermarktung und das Preismanagement. Auch bietet Flixmobility Tickets für einen Nachtzug mit Schlaf-, Liege- und Sitzwagen von Lörrach über Freiburg und Hannover nach Hamburg an.[5] 2018 verkaufte das Unternehmen rund 750.000 Fahrkarten. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 70 %.[6]

Am 23. Mai 2019 wurde die Verbindung zwischen Berlin und Köln aufgenommen.[7] Zunächst fuhr dort nur ein Zugpaar, das Angebot wurde im Lauf des Jahres erweitert.

Angebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelles Angebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Strecke Frequenz Bemerkungen
FLX 10 Berlin-Lichtenberg – Berlin Ostkreuz Berlin Ostbahnhof Berlin – Berlin Zoo Wolfsburg – Hannover Messe/Laatzen Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Hanau – Frankfurt Süd Darmstadt – Weinheim – Heidelberg – Vaihingen – Stuttgart 1–2 Zugpaare/Tag vormals Locomore, betrieben durch LEO Express
FLX 20 Hamburg-Altona – Hamburg – Hamburg-Harburg – Osnabrück – Münster – Gelsenkirchen – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln 2–3 Zugpaare/Tag vormals Hamburg-Köln-Express (HKX), betrieben durch Bahntouristikexpress[4]
FLX 30 Berlin Südkreuz – Berlin – Berlin-SpandauWolfsburg – HannoverBielefeld – Dortmund Hbf – (Essen – Duisburg – Düsseldorf )/(Wuppertal) – Köln 1–2 Zugpaare/Tag betrieben durch Bahntouristikexpress[7]
FLX Night Hamburg-Altona – Hamburg – Hannover – Karlsruhe – Freiburg – Lörrach Autozug 1–3 Zugpaare/Woche betrieben durch Bahntouristikexpress

In Österreich vermarktet Flixtrain Tickets für die zwischen Wien und Salzburg verkehrende Westbahn.

Geplante Verbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flixtrain will ab Dezember 2019 neue Strecken und Bahnhöfe in das bestehende Streckennetz einbeziehen, einige der bisher bedienten Halte sollen dafür entfallen. So soll der FLX 10 künftig auf der Strecke Berlin–Stuttgart nicht mehr über Wolfsburg, Hannover, Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe verkehren, sondern stattdessen die Bahnhöfe Halle (Saale) Hbf, Erfurt Hbf, Eisenach und Gotha bedienen. Dadurch fällt die Verbindung von Hannover nach Stuttgart zwischenzeitlich, die Verbindung von Wolfsburg nach Stuttgart dauerhaft weg. Die Linie FLX 30 soll im Osten durch die Halte Lutherstadt Wittenberg Hbf und Leipzig Hbf erweitert werden. Westlich ist geplant, die Verbindung bis nach Aachen Hbf zu verlängern. Weiterhin sollen auf der Strecke Hamburg–Köln einige Züge seltener halten, sodass die Fahrzeit von Start- zum Zielbahnhof nur noch dreieinhalb Stunden beträgt. Ab dem Frühjahr 2020 soll die neue Verbindung Hamburg–Stuttgart angeboten werden, welche über Hannover, Göttingen, Kassel-Wilhelmshöhe, Fulda, Frankfurt, Darmstadt und Heidelberg verlaufen soll. Bis zum Sommer 2020 sollen drei Abfahrten pro Tag und Richtung angeboten werden.[8]

Europäisches Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Frühjahr 2020 möchte Flixtrain den Betrieb in Schweden mit Zügen zwischen Stockholm und Göteborg sowie Stockholm und Malmö aufnehmen.[9] In Frankreich beantragte das Unternehmen im Juni 2019 bei der Bahnaufsichtsbehörde Arafer im Zuge der Marktliberalisierung ab 2021 Trassenrechte für fünf Linien auf den Strecken Paris-NordBrüssel-Nord, Paris-BercyLyon-Perrache, Paris-Bercy–Nizza (Nachtzug), Paris-Bercy–Toulouse-Matabiau, sowie Paris-AusterlitzBordeaux-Saint-Jean.[10][11]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flixtrain besitzt keine eigenen Reisezugwagen oder Lokomotiven. Stattdessen beauftragt Flixtrain private Eisenbahnverkehrsunternehmen, die neben den Fahrzeugen auch das Zugpersonal stellen. Die meisten eingesetzten Züge sind trotzdem im Corporate Design von Flixtrain unterwegs.

Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den Verbindungen von Flixtrain werden Lokomotiven der Baureihe 182 (Siemens ES64U2) und 193 (Vectron) eingesetzt, die bei MRCE und Railpool von Bahntouristikexpress, einem der Betreiber von Flixtrain, geleast sind.

Wagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Locomore übernahm Flixtrain acht Reisezugwagen auf Basis ehemaliger D-Zug-Wagen der Bundesbahn. Hierbei handelt es sich um Abteil- und klimatisierte Großraumwagen.

Überwiegend werden Flixtrain-Zügen ehemalige Interregio-Wagen eingesetzt, die vormals bei der Deutschen Bahn im Einsatz waren. In diesen Wagen finden sich Sitzplätze in Abteilen und großraumartigen Sitzbereichen. Nachträglich wurden einige hiervon für Flixtrain mit Steckdosen sowie auch WLAN ausgestattet.

Daneben werden auch nicht klimatisierte Abteilwagen mit jeweils elf 6-Sitzplatz-Abteilen genutzt. Hierbei handelt es sich um Wagen verschiedener Wagengattungen (Bom024 und Bomz236), die für die Deutsche Reichsbahn in den 1980er und 1990er Jahren gebaut wurden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flixtrain – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herrmann überreicht Eisenbahnlizenz für FlixTrain, Pressemitteilung vom 23. August 2017
  2. Pierre Daniel Bertholdt: Neue Geschäftsmodelle für den Schienenpersonenfernverkehr auf Basis des Plattform-Konzepts, Freie Universität Berlin 2018. Hrsg.: Freie Universität Berlin. Berlin Juli 2018.
  3. FlixBus weitet Zugangebot für die Weihnachtszeit aus: HKX fährt wieder. Pressemitteilung. Flixmobility, 2. November 2017, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  4. a b Der FlixTrain kommt – Grüne Züge und Mobilität für alle. Pressemitteilung. Flixmobility, 6. März 2018, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  5. Nachtzüge von FlixTrain: Im Schlafwagen günstig ans Ziel. In: flixtrain.de. FlixTrain, abgerufen am 17. September 2018.
  6. Flixtrain Berlin – Köln kommt im Mai. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 4, April 2019, ISSN 1421-2811, S. 217.
  7. a b Peter Neumann: Neue Strecke: Flixtrain nimmt Betrieb von Berlin nach Köln auf. 26. März 2019, abgerufen am 28. März 2019.
  8. Flixtrain steuert neue Halte in Ostdeutschland an. In: Spiegel Online. 9. Oktober 2019, abgerufen am 10. Oktober 2019.
  9. FlixTrain expandiert nach Europa. Pressemitteilung. Flixmobility, 9. Oktober 2019, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  10. Les Échos: FlixTrain prêt à concurrencer la SNCF sur cinq liaisons longue distance, 17. Juni 2019 (franz.)
  11. Notification SFLO 2019-002. (PDF) Arafer, Juni 2019, abgerufen am 18. Juni 2019 (französisch).