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Flora (Mythologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Tizians Flora entstand zwischen 1515 und 1517, Uffizien[1]

Flora ist in der römischen Mythologie die Göttin der Blüte, sowie der Jugend, die zugleich als Frühlingsgöttin gilt. Die Göttin ist zudem Namensgeberin für die Pflanzenwelt (Flora).[2]

In De civitate Dei wird ein Fragment von Varrus zitiert, nachdem Flora zudem als Gottheit der Getreideblüte gilt.[3]

Nicolas Poussin: Der Triumphzug der Flora, 1627–1628, Louvre[4]
William Adolphe Bouguereau:
Flora und Zephyr, 1875

Bei Ovid wird sie mit der ansonsten nicht belegten griechischen Nymphe Chloris gleichgesetzt:

„Und während sie sprach, hauchte sie Frühlingsrosen aus ihrem Munde: Chloris war ich, die ich Flora genannt werde.“

Sie wird im Frühling von der Verkörperung des Westwindes Zephyr verfolgt und zu seiner Frau gemacht.[5]

Sie gehört in den Kreis der Vegetationsgötter, der Götter der Erde und des Landbaus, und wird in Beziehung zu Ceres, Demeter und Tellus gesetzt. Ihre Verehrung lässt sich bei den Oskern und sabellischen Stämmen des mittleren Apennins nachweisen. Flora war außerdem die Göttin der Jugend und des fröhlichen Lebensgenusses, schließlich auch die der Schwangerschaft, deren Symbol die Blüte ist.[6]

Ihre Verehrung soll durch den Sabinerkönig Titus Tatius in Rom eingeführt worden sein; nach anderen soll Numa Pompilius für sie einen Flamen Floralis eingesetzt haben. An ihrem Fest (Floralia) schmückte man die Wohnungen und sich selbst mit Blumen, die Frauen kleideten sich entgegen der üblichen Sitte in bunte Farben, und Gesang, Tanz und Tafelfreuden füllten die Festzeit. Nach dem Ersten Punischen Krieg kamen auch eigene Spiele der Flora im Zirkus auf, die vom 28. April bis 3. Mai gefeierten ludi florales, bei denen statt der wilden Raubtiere sogenanntes Niederwild, d. h. Hasen, Rehe etc., getötet wurde.[6] Hetären entkleideten sich zudem als Verkörperung der Göttin und ihrer Gefolgschaft vor dem anwesenden Publikum.[7]

Flora hatte in Rom zwei Tempel, einen auf dem Quirinal, den anderen in der Nähe des Circus Maximus. Die Künstler stellten die Flora einer griechischen Frühlingshore ähnlich dar, als junge, blumengeschmückte Frau. Unter den plastischen Darstellungen ist die so genannte Farnesische Flora am berühmtesten, eine überlebensgroße Marmorfigur, die sich heute im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel befindet.[6]

Flora in Kunst und Musik

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Louise Abbéma: Flora, 1913
John William Waterhouse: Flora und die Zephyre, 1898
Flora, Gemälde von Bartolomeo Veneto, früher fälschlicherweise als Porträt Lucrezia Borgias angesehen

In den allegorischen Darstellungen der vier Jahreszeiten verkörpert Flora den Frühling.[2]

Eine erwähnenswerte literarische Darstellungen der Flora, verfasste Giovanni Boccaccio, zwischen 1361 und 1375 und veröffentlichte in De mulieribus claris (dt. Von berühmten Frauen), einer Sammlung von rund 100 Frauenbiografien, die auch fiktive und mythologische Figuren einschließt.[8]

Zu den bekanntesten, der zahlreichen malerischen Darstellungen der Flora, zählen das Gemälde Flora, des italienischen Renaissancemalers Tizian[1] sowie Der Triumphzug der Flora des französischen Barockmalers Nicolas Poussin[4].[2]

Die Wachsbüste der Flora galt weithin als eines der berühmtesten plastischen Werke aus dem Umkreise des Leonardo da Vinci, wurde jedoch inzwischen zweifelsfrei als Schöpfung des 19. Jahrhunderts enttarnt.[9]

Das Ballett Le Réveil de Flore (1894) von Riccardo Drigo und Marius Petipa handelt von der Liebesbeziehung zwischen Flora und Zephyr.

Commons: Flora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b Flora. Titian (Pieve di Cadore 1488/90 – Venice 1576). Uffizien, abgerufen am 14. Dezember 2025
  2. a b c Gerhard J. Bellinger: Knaurs Lexikon der Mythologie. Weltbild, Augsburg 2002, ISBN 978-3-8289-4155-7, S. 154.
  3. Flora. Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, abgerufen am 14. Dezember 2025
  4. a b Le Triomphe de Flore. 1627/1628. Verlag C. H. Beck, abgerufen am 14. Dezember 2025
  5. Ovid Fasti 5, 195 ff.
  6. a b c Flora. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 6, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 379.
  7. Heribert Hunger: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Verlag Brüder Holliner, Wien 1959, S. 115.
  8. Boccaccio, Giovanni. Von berühmten Frauen. Louvre, abgerufen am 14. Dezember 2025
  9. Matthias Schulz: Helden auf dem Prüfstand. In: Der Spiegel. Nr. 3, 2008, S. 114 (online).