Florian Hartleb

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Florian Hartleb (2017)

Florian Hartleb (* 1979 in Passau) ist ein deutscher Politikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Florian Hartleb legte 1998 am Maristengymnasium Fürstenzell sein Abitur ab, danach leistete er Grundwehrdienst bei der Bundeswehr in Külsheim und Pocking. Nach einem Auslandsaufenthalt an der Eastern Illinois University in Charleston studierte er von 1999 bis 2003 an der Universität Passau Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft sowie Psychologie und war Stipendiat der journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er erhielt ein Promotionsstipendium der Hanns-Seidel-Stiftung und wurde 2004 beim Extremismusforscher Eckhard Jesse zum Thema Rechts- und Linkspopulismus summa cum laude zum Dr. phil. promoviert.

Im Anschluss arbeitete Hartleb als Pressereferent im Deutschen Bundestag, als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Chemnitz und als Schulbuchautor für gymnasiale Sozialkunde. 2010 wurde er zum Professor für Politikmanagement an der Internationalen Hochschule für Exekutives Management in Berlin berufen, im Wintersemester desselben Jahres war er zudem Vertretungsprofessor für das Lehrgebiet Politische Kommunikation und Politisches Management an der Business School Potsdam. 2011/12 war er des Weiteren Research Fellow beim Centre for European Studies in Brüssel.

2012/13 lehrte Hartleb am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Hochschule für Politik München. 2013/14 und erneut ab 2016 unterrichtet er an der Katholischen Universität Eichstätt. Darüber hinaus war er für die Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft ab 2012 Sprecher des Arbeitskreises für Vergleichende Diktatur- und Extremismusforschung und bis 2013 als Koordinator für Politikanalysen und Parteienforschung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin tätig.[1]

2014/15 lebte er als Politikberater in der estnischen Hauptstadt Tallinn. 2015/16 arbeitete er in Berlin als persönlicher Berichterstatter für Wolfgang Reinhart und Manager Public Affairs beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft.[2] Seit 2016 lebt Florian Hartleb als Politikberater zu den Themen Flüchtlinge und Digitalisierung (u. a. für die Bertelsmann-Stiftung)[3] wieder in Tallinn.

Im Rahmen seiner Forschungsschwerpunkte – Populismus, Parteien, Rechtsextremismus und politische Führung sowie Digitalisierung – tritt Florian Hartleb immer wieder in überregionalen Medien auf, so in den Fernsehsendern Phoenix, ARD (Magazin Plusminus und Fakt) und ZDF. Er schreibt regelmäßig Kommentare zu aktuellen politischen Themen, etwa in der Wiener Zeitung oder in der Zeit[4] und gibt Interviews, etwa auf Spiegel online[5]. Für die Stadt München war er 2017 als einer der Gutachter zur Aufarbeitung des OEZ-Anschlags vom 22. Juli 2016 tätig (http://www.muenchen.de/aktuell/2017-10/gutachten-zum-amoklauf-oez-vorgestellt.html). Im Mai 2018 entdeckte er in US-Medien bis dahin unbekannte Kontakte des Täters zu einem US-Attentäter.[6]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien
  • Rechts- und Linkspopulismus. Eine Fallstudie anhand von Schill-Partei und PDS. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14281-X (Zugl. Dissertation TU Chemnitz, 2004).
  • Die Linke in Bayern. Entstehung, Erscheinungsbild, Perspektiven (= Aktuelle Analysen. 48). Hanns-Seidel-Stiftung, München 2008, ISBN 978-3-88795-330-0.
  • Nach ihrer Etablierung – rechtspopulistische Parteien in Europa. Begriff – Strategie – Wirkung (= Zukunftsforum Politik. 107). Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin u. a. 2011, ISBN 978-3-942775-24-3.
  • Die Occupy-Bewegung. Globalisierungskritik in neuer Maskerade. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin u. a. 2012, ISBN 978-3-944015-18-7.
  • mit Karsten Grabow: Europa – nein, Danke?. Studie zum Aufstieg rechts- und nationalpopulistischer Parteien in Europa. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin u. a. 2013, ISBN 978-3-944015-99-6.
  • mit Carmen Everts: Freiheit, die wir meinen… Was Demokratien und Diktaturen unterscheidet. Hessische Landeszentrale für Politische Bildung, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-943192-14-8.
  • Internationaler Populismus als Konzept. Zwischen Kommunikationsstil und fester Ideologie (= International studies on populism. Bd. 1). Nomos, Baden-Baden 2014, ISBN 978-3-8329-6889-2.
  • Die Stunde der Populisten. Wie sich unsere Politik trumpetisiert und was wir dagegen tun können. Wochenschau-Verlag, Schwalbach am Taunus 2017, ISBN 978-3-7344-0464-1.
Herausgeberschaften
  • mit Friso Wielanga: Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich. Waxmann, Münster u. a. 2011, ISBN 978-3-8309-2444-9.
  • mit Karsten Grabow: Exposing the Demagogues. Right-wing and National Populist Parties in Europe. Konrad-Adenauer-Stiftung/Centre for European Studies, Berlin/Brüssel 2013, ISBN 978-2-930632-26-1.
Beiträge in Sammelbänden und Fachzeitschriften
  • Auf- und Abstieg der Hamburger Schill-Partei. In: Hans Zehetmair (Hrsg.): Das deutsche Parteiensystem. Perspektiven für das 21. Jahrhundert. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14477-4, S. 213 ff.
  • mit Frank Decker: Das Scheitern der Schill-Partei als regionaler Machtfaktor: typisch für Rechtspopulismus in Deutschland?. In: Susanne Frölich-Steffen, Lars Rensmann (Hrsg.): Populisten an der Macht. Populistische Regierungsparteien in West- und Osteuropa. Mit einem Vorwort von Cas Mudde, Braumüller, Wien 2005, ISBN 3-7003-1521-X, S. 105 ff.
  • Rechts- und Linkspopulismus im westeuropäischen Vergleich – Zur strukturellen und inhaltlichen Bestimmung eines eigenständigen Parteientypus. In: Uwe Backes, Eckhard Jesse (Hrsg.): Gefährdung der Freiheit. Extremistische Ideologien im Vergleich (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Band 29). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-36905-0, S. 105 ff.
  • mit Franz Egon Rode: Linkspartei.PDS und WASG im Bundestagswahlkampf 2005. Durch Linkspopulismus zum Erfolg?. In: Winand Gellner, Martin Reichinger (Hrsg.): Deutschland nach der Bundestagswahl 2005. Fit für die globalen Aufgaben der erweiterten EU? (= Politik im Netz. 2005). Nomos, Baden-Baden 2006, ISBN 3-8329-1877-9, S. 45 ff.
  • mit Franz Egon Rode: Populismus und Kleinparteien. Das Beispiel der Linkspartei.PDS. und der WASG vor dem Hintergrund der Bundestagswahl 2005. In: Uwe Jun, Henry Kreikenbom, Viola Neu (Hrsg.): Kleine Parteien im Aufwind. Zur Veränderung der deutschen Parteienlandschaft. Campus, Frankfurt am Main u. a. 2006, ISBN 978-3-593-38015-5, S. 161 ff.
  • Die Berliner Republik – leere Worthülse oder Ausdruck einer Zensur? Die alte und zugleich immer wieder neue Frage nach Kontinuität und Wandel. In: Eckhard Jesse, Roland Sturm (Hrsg.): Bilanz der Bundestagswahl 2005. Voraussetzungen, Ergebnisse, Folgen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-531-14968-4, S. 307 ff.
  • mit Frank Decker: Populismus auf schwierigem Terrain. Die rechten und linken Herausforderungsparteien in der Bundesrepublik. In: Frank Decker (Hrsg.): Populismus. Gefahr für die Demokratie oder nützliches Korrektiv? VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14537-1, S. 191 ff.
  • Die westdeutsche Friedensbewegung: Entstehung, Entwicklung und Unterwanderungsversuche. In: Günther Heydemann, Eckhard Jesse (Hrsg.): 15 Jahre deutsche Einheit. Deutsch-deutsche Begegnungen, deutsch-deutsche Beziehungen (= Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung. Bd. 89). Duncker und Humblot, Berlin 2006, ISBN 3-428-12130-9, S. 159 ff.
  • Parteien in den alten Bundesländern seit 1990. In: Eckhard Jesse, Eckhart Klein (Hrsg.): Das Parteienspektrum im wiedervereinigten Deutschland (= Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung. Bd. 94). Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-12624-8, S. 65 ff.
  • Populismus und Charisma: zur elektoralen Erfolgs- und Mißerfolgsformel anhand zweier Beispiele in der bundesdeutschen Parteiendemokratie. In: Eckhard Jesse, Hans-Peter Niedermeier (Hrsg.): Politischer Extremismus und Parteien (= Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung. Bd. 92). Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-12596-8, S. 147 ff.
  • Ein schlafender Riese?. Die „erweiterte PDS“ in den Landtagswahlkämpfen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In: Josef Schmid, Udo Zolleis (Hrsg.): Wahlkampf im Südwesten. Parteien, Kampagnen und Landtagswahlen 2006 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (= Landespolitik. Bd. 3). Lit, Berlin u. a. 2007, ISBN 978-3-8258-0452-7, S. 147 ff.
  • Die „Deutsche Stimme“ - Das intellektuelle Sprachrohr der NPD? In: Die NPD. Erfolgsbedingungen einer rechtsextremistischen Partei (= Extremismus und Demokratie. Band 17). Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-3122-3, S. 355 ff.
  • Extremismus in Österreich In: Eckhard Jesse, Tom Thieme (Hrsg.): Extremismus in den EU-Staaten. VS Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17065-7, S. 265 ff.
  • Idole in der Politik?. Der Fall Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg. In: Erna Lackner (Hrsg.): Neue Mythen in Kultur und Wirtschaft (= Reihe Kultur und Wirtschaft. Bd. 10). Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 2011, ISBN 978-3-7065-5060-4, S. 111 ff.
  • Nach Systemwechsel und Beitrittseuphorie: Euroskeptizismus in Ostmitteleuropa. In: Eckhard Jesse (Hrsg.): 1989 und die Perspektiven der Demokratie (= Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft. Bd. 28). Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-7084-0, S. 99 ff.
  • Auf der Suche eines „good governance“. Die Kritik(er) der Globalisierung. In: Tilman Mayer, Robert Meyer, Lazaros Miliopoulos, H. Peter Ohly, Erich Weede (Hrsg.): Globalisierung im Fokus von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Eine Bestandsaufnahme. VS Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17821-9, S. 373 ff.
  • Gefährden euroskeptische Populisten und Extremisten die europäische Integration?. In: Klaus-Michael Kodalle, Johannes Achatz (Hrsg.): Populismus – unvermeidbares Element der Demokratie? (= Kritisches Jahrbuch der Philosophie. Beiheft. 10). Königshausen & Neumann, Würzburg 2012, ISBN 978-3-8260-5095-4, S. 55 ff.
  • Populismus als Totengräber oder mögliches Korrektiv der Demokratie. In: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 5–6, Bonn 2012, S. 22–29.[7]
  • Rechtsterrorismus statt Amoklauf. Eine notwendige Neubewertung des Attentats von München am 22. Juli 2016, in: Kriminalistik. Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis, (2017) 12, S. 731–738.
  • Gibt es einen europäischen Kern des populistischen Denkens?, in: Jennifer Schellhöh, Jo Reichertz, Volker Heins, Armin Flender (Hrsg.): Großerzählungen des Extremen. Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror. transcript, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-8376-4119-6, S. 97–112.
  • Der Fall Anis Amri. Menetekel für den Rechtsstaat, in: Tom Thieme u. a. (Hrsg.): Demokratie in unsicheren Zeiten. Festschrift für Eckhard Jesse zum 70. Geburtstag, Nomos: Baden-Baden, 2018, ISBN 978-3-8487-4194-6, S. 173–183.
  • Die Mär von der Zweiklassengesellschaft durch Digitalisierung. Empirische Befunde aus dem IT-Land Estland, in: Verwaltung & Management. Zeitschrift für moderne Verwaltung, 24 (2018) 2, ISSN 0947-9856, S. 100–106.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Florian Hartleb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Florian Hartleb Curriculum Vitae der Konrad-Adenauer-Stiftung, abgerufen am 2. August 2015
  2. Hartleb ist Manager Public Affairs beim BVMW. In: Politik & Kommunikation. Abgerufen am 16. November 2015.
  3. https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/smart-country/memory-neu/
  4. Florian Hartleb: Attentat in München: Der andere Terror. In: Die Zeit. 14. Oktober 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 5. November 2017]).
  5. Christoph Titz: Einzeltäter-Terroristen: "Aus persönlichem Frust wird Radikalität". In: Spiegel Online. 4. November 2017 (spiegel.de [abgerufen am 5. November 2017]).
  6. Interview in der Abendzeitung München.
  7. Bundeszentrale für politische Bildung: Populismus als Totengräber oder mögliches Korrektiv der Demokratie? | bpb. Abgerufen am 31. August 2017.