Florian Illies

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Florian Illies (* 4. Mai 1971 in Schlitz) ist ein deutscher Journalist, Kunsthändler, Kunsthistoriker und Buchautor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illies wuchs in einer bürgerlich-konservativen Familie als jüngstes von vier Geschwistern auf.[1] Sein Vater war der Biologe und Limnologe Joachim Illies. Nach der Grundschule in Schlitz, wo Gudrun Pausewang seine Lehrerin war, besuchte er die Winfriedschule in Fulda und sammelte von 1986 an – während seiner Schulzeit – erste journalistische Erfahrungen beim Schlitzer Boten, seinem Heimatblatt. Später volontierte er bei der Fuldaer Zeitung. Anschließend studierte Florian Illies Kunstgeschichte und Neuere Geschichte in Bonn und Oxford. An der Universität Bonn schloss er 1998 sein Studium mit dem Grad eines Magister Artium (M.A.) bei Andreas Tönnesmann mit der Arbeit Gustav Friedrich Waagen in England. Eine Studie über den Import kunsthistorischer Systeme zur Zeit des Viktorianismus ab.

Gefördert durch Eduard Beaucamp und Frank Schirrmacher begann er 1991 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zu schreiben, bereits 1997 wurde er Feuilletonredakteur der FAZ. Seit 1999 betreute er die „Berliner Seiten“ dieser Zeitung und ging anschließend als Feuilletonchef zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Nach seinem Ausscheiden bei der FAZ gründete Illies 2004 mit seiner Frau Amélie von Heydebreck, der Tochter des Deutsche-Bank-Vorstandes Tessen von Heydebreck, mit der er zwei Kinder hat, Monopol, eine Zeitschrift für Kunst, Literatur und Lifestyle. Bis Ende 2006 war Illies sowohl deren Herausgeber als auch deren Chefredakteur. 2007 übernahm der ehemalige Welt am Sonntag-Kulturredakteur Cornelius Tittel die Chefredaktion, Herausgeber blieben Illies und seine Frau.

2008 wechselte Illies zur Wochenzeitung Die Zeit und war zunächst für das Zeit-Magazin tätig.[2] Ab 2009 leitete er dort, zusammen mit Jens Jessen, das Ressort Feuilleton und Literatur.[3] Seit 2017 gehört Illies zum fünfköpfigen Herausgebergremium der „Zeit“. Zudem ist er seit 2018 Mitglied der Hauptjury beim Henri Nannen-Preis, dem wichtigsten deutschen Journalistenpreis.

Im Sommer 2011 wurde Illies zu einem der vier Gesellschafter des Berliner Auktionshauses Villa Grisebach[4], wo er vor allem mit der Kunst des 19. Jahrhunderts handelte.[5] Zum Jahresende 2018 wird Illies die Villa Grisebach verlassen, wird aber weiterhin dem Beirat des Unternehmens angehören.[6] Zum 1. Januar 2019 tritt er beim Rowohlt Verlag als verlegerischer Geschäftsführer die Nachfolge von Barbara Laugwitz an. [7][8]

Bekannt wurde Illies besonders durch seinen Bestseller Generation Golf (2000), in dem er ein kritisches Bild seiner eigenen, um 1970 geborenen Generation entwirft. In den beiden folgenden Bänden Anleitung zum Unschuldigsein (2001) und Generation Golf zwei (2003) suchte Illies seine Beobachtungen zu bestätigen.[9] Eine Auswahl von Illies’ gesammelten Kunstkritiken und Essays zur Kultur sind 2017 unter dem Titel Gerade war der Himmel noch blau erschienen.[10] 2006 erschien Ortsgespräch, ein Rückblick auf eine Kindheit in der deutschen Provinz. 2012 gelang Illies sein bislang größter Bestseller: 1913: Der Sommer des Jahrhunderts. Es war im Jahre 2012 das meistverkaufte Sachbuch Deutschlands, stand mehr als siebzig Wochen auf der Bestsellerliste und wurde bislang in 28 Sprachen übersetzt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Autor

als Mitautor

  • 1913. Bilder vor der Apokalypse, mit Cathrin Klingsöhr-Leroy. Sieveking, München 2013, ISBN 978-3-944874-00-5

als Herausgeber

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angela Kölling: Writing on the loose. Readin Florian Illies’ „Generation Golf“, Maurice G. Dantec’s „Périphériques“, Joschka Fischer’s „Mein langer Lauf zu mir selbst“, and Frédéric Beigbeder’s „Windows on the world“ as examples of creative nonfiction. Weidler, Berlin 2012, ISBN 978-3-89693-560-1.
  • Carsten Lange: „Allgemeinverbindlichkeit“. Strategien popliterarischen Erzählens in Florian Illies’ „Generation Golf“. In: Johannes G. Pankau (Hrsg.): Pop, Pop, Populär. Popliteratur und Jugendkultur. Aschenbeck & Isensee, Bremen 2004, S. 120–130, ISBN 3-89995-149-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jörg-Uwe Albig; Isabelle Graw: Naivität als Vergehen Ein Interview mit Florian Illies. In: www.textezurkunst.de. 2002, abgerufen am 30. August 2018.
  2. Florian Illies wechselt zur ZEIT. auf: presseportal.de 11. Januar 2008.
  3. Die Zeit, Nr. 27, vom 25. Juni 2009, S. 14.
  4. Generation Kunst. In: FAZ. 17. Dezember 2010, S. 34.
  5. Sebastian Preuss: Florian Illies – Vom Top-Journalisten zum Kunsthändler, Berliner Zeitung, 22. November 2011.
  6. Florian Illies' leiser Abgang. In: Der Tagesspiegel Online. 16. Juli 2018, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 29. August 2018]).
  7. Auktionshaus Grisebach. Florian Illies' leiser Abgang. In: www.tagesspiegel.de. 16. Juli 2018, abgerufen am 20. Juli 2018.
  8. Florian Illies wird Rowohlt-Verleger. In: www.spiegel.de. 29. August 2018, abgerufen am 29. August 2018.
  9. Eckhart Nickel: Deutsche Problemzonengymnastik. Selten war schlechtes Gewissen so unterhaltsam wie in Florian Illies’ Anleitung zum Unschuldigsein. In: Die Welt. 6. Oktober 2001.
  10. opus5 interaktive medien gmbh, http://www.opus5.de/: S. Fischer Verlage - Gerade war der Himmel noch blau (Hardcover). Abgerufen am 6. August 2018 (deutsch).
  11. focus.de vom 11. Febr. 2014
  12. 3sat.online: Friedländer-Preis für Autor Florian Illies – Kulturzeit-News vom Mittwoch, 08.06.2016. In: www.3sat.de. Abgerufen am 27. September 2016.
  13. a b c d e Auch als Hörbuch erhältlich.
  14. 1913 – der Beginn der Gegenwart Rezension in der Rheinische Post