Florian Mausbach

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Florian Mausbach (* 26. Mai 1944 in Koblenz) ist ein deutscher Stadtplaner. Von 1995 bis 2009 war er Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR).

Florian Mausbach

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Koblenz am Rhein am 26. Mai 1944 wuchs Florian Mausbach mit fünf Geschwistern als Sohn des Kreisoberbaurats Leo Mausbach, Leiter des Kreisbauamts, und seiner Frau Luise, geb. Reisen, in Höxter an der Weser auf. Hier besuchte er das humanistische König-Wilhelm-Gymnasium und absolvierte das Abitur im Jahr 1963.

Nach einem sechsmonatigen Baupraktikum nahm Mausbach ein Studium der Architektur an der TU Braunschweig auf. Im Anschluss an das Vordiplom und architektonische Entwürfe bei den Professoren Kraemer und Strisic belegte er ein städtebauliches Vertiefungsstudium an der TU Berlin mit dem Schwerpunkt Stadterneuerung: Im Sanierungsgebiet Kreuzberg eröffnete er gemeinsam mit Kommilitonen das „Büro für Stadtsanierung und Soziale Arbeit“, das sich gegen „Kahlschlagsanierung“ und für den Erhalt des heute unter Denkmalschutz stehenden Hauses Bethanien einsetzte. 1971 beendete Mausbach sein Studium mit einer Diplomarbeit zum Thema „Sanierung und Entwicklung von Stadt und Land“. Von 1972 bis 1975 arbeitete Mausbach in Planungsbüros in Essen und Düsseldorf. Er war beteiligt an Schulplanungen, Architektur- und Städtebauwettbewerben, Standortprogrammen und dem Aufbau einer Regionalplanungsabteilung.

In Peking wirkte Mausbach danach fast zwei Jahre bis Herbst 1977 als Lektor und Übersetzer im Verlag für fremdsprachliche Literatur. Mit Wandzeitungen setzte er sich trotz Repressalien für den Reformer Deng Xiaoping ein und bereicherte den deutschen Wortschatz um das Wort „Viererbande“ als Bezeichnung für die Linksradikalen um Mao Zedongs Witwe. Zum Abschied aus China erhielt er ein Foto Deng Xiaopings mit dessen persönlicher Dankeswidmung.

Zurückgekehrt nach Deutschland, übernahm Mausbach eine Tätigkeit als Stadtplaner im Stadtsanierungsamt der Stadt Oberursel/Taunus. Nach einem Städtebaureferendariat beim Land Hessen, das er 1981 mit der Großen Staatsprüfung abschloss, war er bis 1990 als Stadtplaner bei der Stadt Frankfurt am Main tätig, zuletzt als Leitender Baudirektor im Amt für Kommunale Gesamtentwicklung und Stadtplanung. Dort war er verantwortlich für die verbindliche Bauleitplanung, städtebauliche Rahmenpläne, Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen, städtebauliche Wettbewerbe und die Gestaltung des öffentlichen Raumes. Mausbach entwickelte Ideen für eine Hochhausgeneration von 150 bis 250 Metern Höhe.

Von 1990 bis 1995 war Mausbach Beigeordneter für das Planungs- und Bauwesen der Stadt Bielefeld und initiierte das Räumliche Stadtentwicklungskonzept, den Gesamtverkehrsentwicklungsplan und die City-Erweiterung. Er schuf Planungsrecht für 5400 Wohnungen und erreichte in kurzer Zeit die Verdoppelung der jährlichen Baugenehmigungen. Durch Städtebau- und Architekturwettbewerbe mit namhaften Architekten erlangte die Stadt Bielefeld in ganz Deutschland Aufmerksamkeit.

1995 wurde Mausbach vom damaligen Bundesbauminister Klaus Töpfer zum Präsidenten der Bundesbaudirektion ernannt. Von 1998 bis 2009 war Mausbach Präsident des aus der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung und der Bundesbaudirektion fusionierten Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) mit heute rund 1200 Mitarbeitern in Berlin und Bonn.

Im Baubereich ist das BBR verantwortlich für die Bauten von Bundestag, Bundesregierung, Bundesrat und Bundespräsident in Bonn und Berlin, die zivilen Bundesbauten im Ausland sowie für die Bauten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Ferner unterstützt es die Bundesregierung durch fachlich-wissenschaftliche Beratung in ihrer Raumordnung-, Städtebau- und Wohnungspolitik. Das Aufgabenspektrum reicht von der Großbaustelle bis zu städtebaulichen Modellprojekten, von Fragen der Baukultur und der Denkmalpflege bis zu raumwissenschaftlichen Forschungsprojekten und Publikationen, von Architekturwettbewerben bis zu Raumordnungsberichten und von Kunst-am-Bau- bis zu Münzwettbewerben.

Mausbach hatte durch sein Engagement in zahlreichen städtebaulichen und architektonischen Realisierungswettbewerben und als Bauherr des Regierungsumzugs entscheidenden Anteil am baukulturellen Werden der Bundeshauptstadt Berlin. Seit einigen Jahren propagiert er zusammen mit dem Architekturbüro Kleihues + Kleihues eine städtebauliche Neuordnung der Berliner City West mit Hochhausbebauung.[1]

Der Erhalt eines Teilstücks des Regierungsbunkers der Bundesregierung in Ahrweiler als Museum des Kalten Krieges geht auf Mausbachs Initiative zurück und wurde als europäisches Denkmal mit der Europa-Nostra-Medaille 2009 ausgezeichnet.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Florian Mausbach ist seit 1973 mit der Künstlerin Ursula Mausbach, geb. Zylka, verheiratet und hat zwei Kinder (Leo und Therese). Er lebt in Berlin.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008 Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für das bürgerschaftliche Engagement für die Errichtung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ideen für Berlin. Bausteine für eine Metropole. Band 6 der Reihe Grundlagen von DOM publishers. Berlin 2010.
  • Bauten die Staat machen. In: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hg.): Bau und Raum. Jahrbuch 2008/2009. Hamburg 2009, S. 22–27.
  • Granit und Glas – Terrazzo und Majolika. In: Kunst am Bau. Die Projekte des Bundes in Berlin, hg. vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. Tübingen, Berlin 2002, S. 11.
  • Kleider machen Leute – Bauten machen Staat. Nationale Selbstdarstellung im öffentlichen Raum. Festschrift für Florian Mausbach. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hg.). Bonn 2009.
  • Berliner Kulturforum. Museumsinsel der Moderne – Diskussionsbeitrag. In: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hg.): Bau und Raum. Jahrbuch 2004. Tübingen 2004, S. 56–64.
  • Der Obelisk am Kulturforum. Wie ein Hochhaus im Kopf entsteht – Diskussionsbeitrag. In: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hg.): Bau und Raum. Jahrbuch 2004. Tübingen 2004, S. 66–70.
  • Die Unfähigkeit zu erinnern. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hg.). Berlin 2006.
  • Über Sinn und Ort eines nationalen Freiheits- und Einheitsdenkmals. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hg.). Berlin 2008.
  • Preußen und Amerika. In: "Bau und Raum 1999/2000", Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Hatje Cantz Verlag. Bonn 1999.
  • Frankfurt am Main. Florian Mausbach. Bonechi Verlag Styria, Köln 1985.
  • 13 Mäuse für Deng – aus der Sturm-und-Drang-Zeit eines Staatsbaumeisters. Als E-Book bei amazon.de erschienen. Berlin 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung des Tagesspiegels. Abgerufen am 27. Mai 2013.