Florian Tennstedt

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Florian Tennstedt (* 6. September 1943 in Sangerhausen) ist ein deutscher Sozialwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tennstedt studierte Sozial- und Rechtswissenschaften an den Universitäten in Göttingen und Marburg. Er wurde in Göttingen promoviert und war danach als wissenschaftlicher Assistent an der TU Braunschweig und als Akademischer Rat an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld tätig. Er wurde an die Universität Kassel berufen und war Professor für Sozialpolitik am ehemaligen Fachbereich Sozialwesen. Sein Forschungsschwerpunkt ist die historische Sozialpolitik. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen und Herausgeber der vierzigbändigen Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867 bis 1914. Tennstedt ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.[1]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • als Herausgeber mit Christoph Sachße: Bettler, Gauner und Proleten. Armut und Armenfürsorge in der deutschen Geschichte. Ein Bild-Lesebuch (= rororo 7777 Rororo-Sachbuch). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-499-17777-3.
  • mit Christoph Sachße: Die Bundesrepublik – Staat und Gesellschaft. Eine Einführung für soziale Berufe. Weinheim Verlag, München 2005, ISBN 3-7799-1948-6.
  • mit Christoph Sachße: Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland. 4 Bände. Kohlhammer, Stuttgart 1980–2012:
  • mit Alfons Labisch: Der Weg zum „Gesetz über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens“ vom 3. Juli 1934. Entwicklungslinien und -momente des staatlichen und kommunalen Gesundheitswesens in Deutschland. Düsseldorf 1985 (= Schriftenreihe der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf. Band 13, 1.2).
  • mit Alfons Labisch: Gesundheitsamt oder Amt für Volksgesundheit? Zur Entwicklung des öffentlichen Gesundheitsdienstes seit 1933. In: Norbert Frei (Hrsg.): Medizin und Gesundheitspolitik in der NS-Zeit. R. Oldenbourg Verlag, München 1991 (= Schriften der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Sondernummer), ISBN 3-486-64534-X, S. 35–66.
  • mit Eckhard Hansen (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945.
    • Band 1: Sozialpolitiker im Deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918, bearbeitet von Dirk Hainbuch und Florian Tennstedt, Kassel University Press, Kassel 2010, ISBN 978-3-86219-038-6.
    • Band 2: Sozialpolitiker in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1919 bis 1945, bearbeitet von Eckhard Hansen, Christina Kühnemund, Christine Schoenmakers und Florian Tennstedt, Kassel University Press, Kassel 2018, ISBN 978-3-7376-0474-1.
  • mit Wolfgang Ayaß und Wilfried Rudloff: Sozialstaat im Werden.
    • Band 1: Gründungsprozesse und Weichenstellungen im Deutschen Kaiserreich. Stuttgart 2021, ISBN 9783515130066.
    • Band 2: Schlaglichter auf Grundfragen. Stuttgart 2021, ISBN 9783515130073.

Quelleneditionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867 bis 1914
    • I. Abteilung (1867–1881)
      • Band 1. Grundfragen staatlicher Sozialpolitik, Stuttgart, Jena, New York 1994 (zusammen mit Heidi Winter).
      • Band 2. Von der Haftpflichtgesetzgebung zur ersten Unfallversicherungsvorlage, Stuttgart, Jena, New York 1993 (zusammen mit Heidi Winter).
      • Band 5. Gewerbliche Unterstützungskassen, Darmstadt 1999 (zusammen mit Heidi Winter).
      • Band 6. Altersversorgungs- und Invalidenkassen, Darmstadt 2002 (zusammen mit Heidi Winter).
      • Band 7. Armengesetzgebung und Freizügigkeit, Darmstadt 2000 (zusammen mit Elmar Roeder und Christoph Sachße).
      • Band 8. Grundfragen der Sozialpolitik in der öffentlichen Diskussion: Kirchen, Parteien, Vereine und Verbände, Darmstadt 2006 (zusammen mit Ralf Stremmel und Gisela Fleckenstein).
    • II. Abteilung (1881–1890)
      • Band 1. Grundfragen der Sozialpolitik. Die Diskussion der Arbeiterfrage auf Regierungsseite und in der Öffentlichkeit, Darmstadt 2003 (zusammen mit Wolfgang Ayaß und Heidi Winter).
      • Band 2, Teil 1. Von der zweiten Unfallversicherungsvorlage zum Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1884, Stuttgart, Jena, New York 1995 (zusammen mit Heidi Winter).
      • Band 5. Die gesetzliche Krankenversicherung und die eingeschriebenen Hilfskassen, Darmstadt 2009 (zusammen mit Andreas Hänlein und Heidi Winter).
    • III. Abteilung (1890–1904)
      • Band 5. Die gesetzliche Krankenversicherung, Darmstadt 2012 (zusammen mit Wolfgang Ayaß und Heidi Winter).
      • Band 6. Die Praxis der Rentenversicherung und das Invalidenversicherungsgesetz von 1899, Darmstadt 2014 (zusammen mit Wolfgang Ayaß).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliedseintrag von Florian Tennstedt bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, abgerufen am 6. November 2017.