Flucht aus L.A.

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Film
Deutscher TitelFlucht aus L.A.
OriginaltitelJohn Carpenter’s Escape from L.A.
Flucht aus L A.svg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie John Carpenter
Drehbuch John Carpenter
Debra Hill
Kurt Russell
Produktion Debra Hill
Kurt Russell
Musik Shirley Walker
John Carpenter
Kamera Gary B. Kibbe
Schnitt Edward A. Warschilka
Besetzung

Flucht aus L.A. ist die 1996 erschienene Fortsetzung des Films Die Klapperschlange aus dem Jahr 1981 mit sehr ähnlicher Handlung wie sein Vorgänger, weshalb er mitunter auch als Remake bezeichnet wird. Kurt Russell spielt erneut die Hauptrolle. Der Film startete am 31. Oktober 1996 in den deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Los Angeles, das im Jahr 2000 nach einer durch ein Erdbeben ausgelösten Flut zu einer Insel wurde, ist 2013 Deportationszone für unerwünschte Personen oder Personen, die als unfähig angesehen werden, im „moralischen“ Amerika des auf Lebenszeit gewählten, neuen theokratischen Präsidenten zu leben.

Der festgenommene „Outlaw“ Snake Plissken wird erneut vor die Wahl gestellt, entweder einen gefährlichen Auftrag zu übernehmen oder innerhalb weniger Stunden qualvoll an einem injizierten Virus zu sterben. Er entscheidet sich notgedrungen für Ersteres.

Plissken erhält die Informationen, dass die Präsidententochter Utopia den zu einer Satellitenwaffe gehörenden Prototyp einer EMP-Fernbedienung entwendet hat und ihrer Internetbekanntschaft, dem peruanischen Top-Terroristen des Leuchtenden Pfads, Cuervo Jones, gleichzeitig auch Anführer der Mescalito Justice, der größten und übelsten Gang in L.A., gebracht hat. Utopia hat danach zum Aufstand gegen ihren „korrupten und verlogenen“ Vater aufgerufen und mit dem Einsatz der Superwaffe gedroht. Ihr Freund bereitet bereits eine Invasion der USA mit Kämpfern aus Süd- und Mittelamerika vor. Das Gerät soll zurückgebracht und Utopia am besten erschossen werden, mit einem Überlebenden eines fünfköpfigen Rettungsteams solle zunächst Kontakt aufgenommen werden.

Snake erhält unter anderem eine Waffe und Munition, eine tragbare, einmal benutzbare holografische Kamera, ein Funkgerät als Armbanduhr mit Ortungschip und ablesbaren knapp 10 Stunden Zeit, in der er seine Mission ausgeführt haben muss, um rechtzeitig ein Gegengift gegen den Virus injiziert zu bekommen.

Snake gelangt im Ein-Mann-Tauchboot zur Insel. Er findet das letzte Rettungsteammitglied nur noch tot auf. Nach der Frage nach Cuervo Jones wird er zum heruntergekommenen Sunset Boulevard gelotst, wo Jones mit Utopia im offenem Cabrio vorbeifährt. Snake kämpft sich von hinten durch den Jones abschirmenden Tross, aber ein Attentat auf diesen gelingt nicht. Er lernt Eddie kennen, der einen sprechenden Stadtplan entwickelt hat, auf einer CD und einem Abspielgerät, das der EMP-Fernbedienung zum Verwechseln ähnlich sieht, der ihn aber beim nächsten Aufeinandertreffen betäubt und an Jones ausliefert. Gefesselt hört Plissken mit, wie Jones von einem Vertrauten über das EMP-Gerät informiert wird: dass von dem die Erde umkreisenden Ring von Satelliten über die Steuerungs-CD des Gerätes EMP's ausgelöst werden können, die alle elektrischen Geräte zum Ausfall bringen, auf der ganzen Welt mit dem Weltcode 666, punktuell oder flächenmäßig mit zusätzlich eingegebenen Codes. Jones schaltet eine Bild-Ton-Verbindung zum Präsidenten und sendet einen Impuls auf dessen Heimatstadt.

Danach hat Plissken in einem aussichtslosen Spiel um sein Leben auf einem Basketballfeld 10 Punkte zu werfen, abwechselnd auf beide Körbe mit 10 Sekunden Zeit pro Wurf, doch er schafft das Unmögliche mit einem letzten Wurf über das ganze Spielfeld, der im Korb landet. Die Zuschauer in der Arena sind begeistert, Jones schießt auf den davonlaufenden Plissken, Utopia ist nurmehr wenig angetan von ihrem Lover.

Snake lauert Jones auf und entreißt ihm den Koffer mit der Fernbedienung; der verfolgende Eddie trifft Plissken mit einem Schuss am Bein, kann sich in den Besitz des Koffers bringen und ihn Jones zurückgeben. Kurz darauf trifft Snake erneut auf Eddie, der ihn nach einem zuvor erhaltenen Tipp zu Hershe bringen muss, einer Transsexuellen und Anführerin einer kleinen Gang, die er noch als Mann kannte. Sie klärt ihn auf, dass die Geschichte mit dem Virus ein bekannter Bluff ist. Mit Hängegleitern, Granaten und automatischen Schusswaffen kämpfen Snake und Hershes Gang aus der Luft gegen Jones und seine Leute, die auf einer Freilichtbühne auf einen von der Regierung angeforderten, kugelsicheren Hubschrauber gewartet haben. Auf dem Boden kann Snake Jones das EMP-Gerät entreißen und mit Hershes Gang den Helikopter kapern. Auch Utopia flüchtet in das Luftfahrzeug. Eddie erschießt Jones, der noch eine Granate auf den Helikopter abfeuern kann, wobei im hinteren Teil Hershe und ihre noch übrigen drei Männer verbrennen. Snake und Utopia schaffen es zum Festland.

Snake lässt Utopia abspringen, der er ein Gerät in die Kleidung steckt, dann landet er den zerberstenden, brennenden Hubschrauber und erscheint vor dem Präsidenten und seinen Soldaten. Die haben Utopia und das Gerät bereits gefunden. Mit den selbstinszenierenden, bibelangelehnten Worten: „denn er liebte sein Land so sehr, dass er sein eigenes, ungehorsames Kind hingab“ schickt der Frömmler Utopia auf den elektrischen Stuhl, dann sendet er – es sind wenige Minuten, bevor die Invasionstruppen aus Kuba und Mexiko die USA erreichen – in einer weltweiten Übertragung einen EMP-Impuls auf Kuba. Doch aus dem Gerät ertönt Eddies Stadtführer. Plissken zeigt das Original in seiner Hand. Der Präsident lässt auf Plissken feuern – vergeblich, denn er hat nur sein Hologramm projiziert. Der Präsident fragt ihn: „wir oder sie“, doch Plissken gibt nur den Weltcode ein, alle Lichter gehen aus, im Hinrichtungsraum funktioniert der elektrische Stuhl nicht mehr – Utopia ist gerettet, Technik und Lebensstandard der Welt sind zurückgeworfen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Lied zum Film war The One von White Zombie. Der Song erschien nicht auf dem Soundtrack zum Film.
  • Der Musiker und Schauspieler Isaac Hayes, der im ersten Teil eine der Hauptrollen, den Duke spielt, hat im zweiten Teil einen Kurzauftritt als Wächter.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Unübersehbare parodistische Elemente werden zwischen kostspieligen Äußerlichkeiten und stereotypen Actionmustern erstickt. Ein Film, der der Fantastik seines Entwurfs nur augenblicksweise gerecht wird.“

„Schauspieler und Produzent Kurt Russell war die treibende Kraft hinter dem Remake des Genre-Klassikers ‚Die Klapperschlange‘ von 1981. Eine fast identische Story, nur um ca. 43 Millionen Dollar teurer als das Original. Leider hetzt Regisseur John Carpenter sein tolles Team (u. a. Stacy Keach, Pam Grier, Steve Buscemi) diesmal nur kopflos durch den Großstadtdschungel.“

„Wie ein groß angelegter Comic parodiert der Film das heutige und die Vision eines zukünftigen Amerikas, in dem auf der Gefangenen-Insel mehr individuelles Leben und Freiheit stattfindet als im geordneten Teil des Landes. [...] Vor allem die Inszenierung der Massenszenen überzeugt und der Einsatz digitaler Technik fügt sich nahtlos ein in die artifizielle Gestaltung einer neuen Welt. Gut sind die darstellerischen Leistungen, vor allem von Kurt Russell. Licht, Farben, Tricks und Ausstattung bieten ein außergewöhnliches Sehvergnügen. Einige allzu drastische, ironische Überhöhungen (Präsidenten-Tochter, Hospital) erzeugen Langatmigkeit in diesem ansonsten furiosen Endzeitfilm, der mit einer gelungenen Schlußpointe sein Genre in Frage stellt.“

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soundtrack zum Film erschien unter dem Titel Escape from L.A. Er wurde wieder von John Carpenter produziert, diesmal allerdings mit Hilfe von Shirley Walker. Mehr als eine Neuauflage zu der Originalfilmmusik war es aber nicht, was für die Kritiker ein weiterer Minuspunkt war. Der Soundtrack erschien gleichzeitig mit dem Film beim Label Atlantic. Im Jahr 2006 erschien der Soundtrack unter dem gleichen Titel als Neuauflage.

  1. DawnStabbing Westward
  2. SweatTool
  3. The OneWhite Zombie
  4. Cut Me OutToadies
  5. PotteryButthole Surfers
  6. 10 Seconds DownSugar Ray
  7. Blame (L.A) RemixGravity Kills
  8. Professional WidowTori Amos
  9. PaisleyMinistry
  10. Fire In The HoleOrange 9mm
  11. Escape From The Prison PlanetClutch
  12. Et Tu Brute?CIV
  13. Foot On The Gas – Sexpod
  14. Can’t Even BreatheDeftones

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robin Michel Bush für die Kostüme sowie der Film als Bester SF-Film wurden 1997 für den Saturn Award nominiert.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „Wertvoll“.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Flucht aus L.A.. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Flucht aus L.A. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017. 
  3. tvspielfilm.de
  4. a b Flucht aus L.A. In: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)