Flughafen Bardufoss

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Bardufoss lufthavn
Bardufoss flystasjon
Bardufoss' Start- und Landebahn
Kenndaten
ICAO-Code ENDO
IATA-Code BDU
Koordinaten
69° 3′ 21″ N, 18° 32′ 25″ OKoordinaten: 69° 3′ 21″ N, 18° 32′ 25″ O
77 m (253 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km südlich von Bardufoss
Basisdaten
Eröffnung 1938
Betreiber Luftforsvaret
Avinor AS
Passagiere 242.716[1] (2016)
Luftfracht 62 t[2] (2014)
Flug-
bewegungen
7.449[3] (2016)
Start- und Landebahn
07/25 2443 m × 45 m Asphalt

Der Flughafen Bardufoss (norw. Bardufoss lufthavn) ist ein zivil mitgenutzter Militärflugplatz in Norwegen. Die norwegischen Luftstreitkräfte Luftforsvaret bezeichnen ihn als Bardufoss flystasjon und nutzten ihn als Hauptstützpunkt ihrer Hubschrauberstaffeln. Er liegt auf dem Gebiet von Bardufoss in der Kommune Målselv in der Provinz Troms zirka 30 km Luftlinie südlich von Tromsø (130 Straßenkilometer).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bardufoss wurde im Jahre 1934 durch den norwegischen Heeresfliegerdienst als Notlandeplatz bestimmt und Mitte 1936 wurden die ersten Erprobungsflüge durchgeführt. Das zunächst sehr kleine Flugfeld wurde in den folgenden vier Jahren ständig erweitert.

Der Flughafen wurde während des Zweiten Weltkrieges von der deutschen Wehrmacht zu einem Fliegerhorst der Luftwaffe mit zwei Beton-Start- und Landebahnen ausgebaut, wobei jedoch die östlicher gelegene Nord-Süd-Bahn nicht betrieben wurde.

Luftaufnahme, Blick nach Osten, 2012

In den ersten Jahren der deutschen Besatzung waren auf dem Flugplatz nur gelegentlich fliegende Einheiten stationiert. Hierzu gehörte über den Jahreswechsel 1941/1942 die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 26 (I./KG 26) mit He 111H. Im Sommer 1942 kam noch die III./KG 30 hinzu, um von hier aus Nordmeergeleitzüge zu bekämpfen.[4]

Bardufoss wurde insbesondere in den letzten sechs Kriegsmonaten ein wichtiger Stützpunkt, auf dem eine Anzahl verschiedener Verbände lagen. Die III./KG 26 kehrte im September 1944, nunmehr mit Ju 88A ausgerüstet, für vier Monate nach Bardufoss zurück. Zu den Verbänden gehörten im November 1944 auch drei mit Bf 109G und Fw 190A ausgerüstete Staffeln des Jagdgeschwaders 5 (JG 5), deren Aufgabe unter anderem der Jagdschutz für die bei Tromsø liegende Tirpitz war. Die Vernichtung dieses Schlachtschiffs konnten sie jedoch nicht verhindern. Ein weiterer Nutzer war die mit einer geringen Anzahl verschiedener Flugzeugtypen ausgerüstete 1. Staffel der Aufklärungsgruppe (F) 124 (1./Aufkl.Gr. 124), die zwischen November 1944 und März 1945 von Bardufoss aus operierte.

Nach Kriegsende übernahm die Luftvorsfaret die Basis. Zwischen 1949 und Juli 1952 lag hier die 332 Skvadron, die mit Spitfire Mk. IXE ausgerüstet war, sie war die letzte norwegische Spitfire-Staffel.

SAC-C-141B, Bardufoss, 1982

Die NATO finanzierte 1952/1953 nach Ausbruch des Kalten Krieges einen weiteren Ausbau der Ost-West-Bahn auf 2,5 km Länge. Bardufoss diente der NATO seither auch als Nachschubbasis. Bei Manövern kamen seither auch immer wieder US-amerikanische Transportmaschinen nach Bardufoss.

Die zivile Mitnutzung begann 1956, als die SAS den Flugbetrieb aufnahm. Neben dem Flughafen Bodø war Bardufoss damals der einzige derart nutzbare Flughafen in Nord-Norwegen. Als zweite Fluglinie nahm Braathens Bardufoss 1967 in ihren Flugplan auf, und ein neues ziviles Abfertigungsterminal wurde 1972 eröffnet. Mit Eröffnung der Flughäfen in Tromsø und Harstad in den Jahren 1964 und 1973 nahm die Bedeutung von Bardufoss für den zivilen Luftverkehr ab.

Im Jahr 1964 begann die Nutzung als Stützpunkt von Helikoptern. Die 339. Staffel flog die Bell UH-1B bis 1988 und rüstete ab 1987 auf die modernere Bell 412SP um.

Die norwegischen Streitkräfte unterhielten bis 1992 einen eigenen Charterbetrieb. Diese Aufgabe übernahmen zivile Linienfluggesellschaften und die Oslo-Route bediente ab 1998 Braathens. Ein neues Terminal wurde 2004 in Betrieb genommen und seit 2008 betreibt Norwegian Air Shuttle die Oslo-Route.

Militärische Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bardufoss flystasjon wird zurzeit (2013) von folgenden fliegenden Staffeln des 139. Geschwaders genutzt:

  • 334. Skvadron, im Auftrag der Marine ausgerüstet mit Bordhubschraubern NH90-ASW für die Fridtjof-Nansen-Klasse geplant, die Luftfahrzeuge werden ab 2016 insbesondere die Marinebasis Haakonsvern nutzten
  • 337. Skvadron, im Auftrag der Küstenwache ausgerüstet mit Bordhubschraubern Lynx Mk.86 für die Nordkapp-Klasse, seit Januar 1980, Umrüstung auf NH90-NFH seit Dezember 2011
  • 339. Skvadron, ausgerüstet mit Transporthubschraubern Bell 412SP, seit 1987
  • 718. Skvadron, ausgerüstet mit Drohnen, die Drohnen wurden im November 2006 von der Marine übernommen
  • Luftforsvarets Flygeskole, Flugschule ausgerüstet mit T-17, seit 2002

Zivile Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen wird planmäßig von Norwegian Air Shuttle mit einer Verbindung nach Oslo bedient, ein Hauptnutzer der Linie sind ebenfalls die Streitkräfte. Im Jahre 2012 wurden gut 200.000 Passagiere abgefertigt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flughafen Bardufoss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Passengers 2016. In: avinor.no. Avinor, abgerufen am 16. August 2017 (Excel (xlsx); 27 KB, norwegisch/englisch).
  2. Frakt og Post 2014. In: avinor.no. Avinor, abgerufen am 16. August 2017 (Excel (xlsx); 22 KB, norwegisch/englisch).
  3. Flight movements 2016. In: avinor.no. Avinor, abgerufen am 16. August 2017 (Excel (xlsx); 26 KB, norwegisch/englisch).
  4. Leo Niehorster:German Airforce, Order of Battle 5th. Air Fleet, Air force Commander Lofoten 1 June 1942, abgerufen am 10. Mai 2015

Siehe auch: Vorlage:Navigationsleiste Militärflugplätze in Norwegen