Flughafen Brindisi

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Flughafen Brindisi-Casale "Aeroporto del Salento"
Areoportro BDS 2.JPG
Kenndaten
ICAO-Code LIBR
IATA-Code BDS
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km nördlich von Brindisi
Basisdaten
Eröffnung 1923
Betreiber S.E.A.P. - Società Esercizio Aeroporti Puglia - S.p.A.
Passagiere 2.258.292 [1] (2015)
Luftfracht 28 t [1] (2015)
Flug-
bewegungen
18.042 [1] (2015)
Start- und Landebahnen
05/23 1796 m × 45 m Asphalt
14/32 3048 m × 45 m Asphalt

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Der Flughafen Brindisi-Casale (ital.: "Aeroporto di Brindisi-Casale – Aeroporto del Salento") ist ein internationaler Flughafen drei Kilometer nördlich von Brindisi, Italien.

Zusammen mit dem Flughafen Bari wickelt er den größten Teil des kommerziellen Luftverkehrs in Apulien ab. Die wichtigsten Verbindungen sind die nach Rom-Fiumicino und Mailand.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen von Brindisi diente ab 1916 als Stützpunkt für militärische Wasserflugzeuge. Neben den militärischen Anlagen entstanden zwischen 1923 und 1925 am Hafen auch Abfertigungseinrichtungen für zivile Flugboote, die in den 1920er Jahren in Italien bei der Abwicklung des kommerziellen Flugverkehrs im Vordergrund standen. Konventionelle Landflugzeuge nutzen seinerzeit den knapp zehn Kilometer westlich von Brindisi gelegenen Flugplatz San Vito dei Normanni. Zwischen 1931 und 1937 erweiterte man die an der Hafeneinfahrt von Brindisi gelegenen Einrichtungen, indem man unmittelbar nördlich einen Flugplatz für Landflugzeuge einrichtete, womit beide Arten von Flugzeugen an einer zusammenhängenden Anlage abgefertigt werden konnten. Ab 1928 war Brindisi eine wichtige Station für kommerzielle Flüge nach Albanien, Griechenland, die Türkei und in den Orient. Im Zweiten Weltkrieg stand die militärische Nutzung im Vordergrund, kommerzielle Flüge wurden aber noch bis 1943 durchgeführt.

Im Jahr 1947 überließ man einen Teil im Westen des Flughafengeländes ganz der zivilen Luftfahrt. Dort entstand ein Passagierterminal mit Vorfeld und sonstigen Einrichtungen. Die italienische Luftwaffe blieb dennoch Eigentümerin des Flughafens. Im Süden und Osten des Geländes stationierte sie bis 1994 Kampfflugzeuge und bis 2012 Rettungshubschrauber. Seit 1994 wird der militärische Teil vorwiegend von den Vereinten Nationen genutzt. Dort befindet sich ein großes Logistikzentrum des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Logistics Base - UNLB und United Nations Humanitarian Response Depot - UNHRD), weswegen der Flughafen auch ein Drehkreuz des United Nations Humanitarian Air Service ist. Der militärische Teil ist durch eine Rollbahn weiterhin mit den ehemaligen Abfertigungseinrichtungen für Flugboote am Hafen verbunden, wodurch das Logistikzentrum auch Seetransporte abwickeln kann.

Im Jahr 2005 übergab die italienische Luftwaffe den Flughafen Brindisi der Zivilluftfahrtbehörde ENAC, behielt sich jedoch die militärische Mitnutzung vor. Den Betrieb des zivilen Teiles übernahm die apulische Flughafengesellschaft SEAP.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 27. Januar 1959 verließ eine Avro Tudor IV "Super Trader" der Air Charter Limited (Luftfahrzeugkennzeichen G-AGRG) bei starkem Seitenwind während des Starts die Startbahn; danach riss das linke Hauptfahrwerk ab. Die auf dem Weg nach Australien befindliche Frachtmaschine explodierte und brannte aus, wobei zwei der sechs Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.[2]
  • Am 9. Juli 1962 schlug eine Douglas DC-4 der libanesischen Trans Mediterranean Airways (OD-AEC) 2200 m hinter dem Startbahnende im Meer auf. Mit der auf dem Weg zum Flughafen Beirut befindlichen Frachtmaschine konnte nach dem Ausfall zweier Triebwerke die Höhe nicht mehr gehalten werden. Hinzu kam Übermüdung der sechsköpfigen Besatzung, die bei dem Unfall getötet wurde.[3]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c assaeroporti
  2. Unfallbericht G-AGRG, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.
  3. Unfallbericht OD-AEC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]