Flughafen Innsbruck

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Flughafen Innsbruck
Overview of Innsbruck airport.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LOWI
IATA-Code INN
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 5 km westlich von Innsbruck
Straße B 171, Autobahnen A 12, A 13
Nahverkehr Bus Linie F zum Hauptbahnhof
Basisdaten
Eröffnung 1948
Betreiber Tiroler Flughafenbetriebs-
gesellschaft m.b.H.
Terminals 1
Passagiere 991.356 (2014)[1]
Luftfracht 184,4 t (2014)[1]
Flug-
bewegungen
11.687 (2014)[1]
Beschäftigte ca 130
Start- und Landebahnen
08/26 2000 m × 45 m Asphalt
08/26 350 m × 50 m Gras

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i7 i10 i12

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Der Flughafen Innsbruck liegt etwa fünf Kilometer von der Stadtmitte entfernt im Stadtteil Höttinger Au im Westen von Innsbruck. Bei den Passagierzahlen ist er der drittgrößte Flughafen Österreichs hinter Wien und Salzburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Terminalgebäude

Reichenau[Bearbeiten]

Die Tiroler Landesregierung beschloss 1920 die Errichtung einer Luftverkehrsstation in Innsbruck und bereits im April führte der Tiroler Fliegerverband Schau- und Passagierflüge durch. Am 1. Juni 1925 wurde dann der erste Flughafen im Osten der Stadt, in der Reichenau feierlich eröffnet und die Strecke München–Innsbruck-München durch den Süddeutschen Aero Lloyd in Betrieb genommen. Es folgten weitere Linienverbindungen, wie die Einführung der Strecke Wien-Salzburg-Innsbruck durch die ÖLAG (Österreichische Luftverkehrs AG).

Kranebitten[Bearbeiten]

Die Grundsteinlegung für den späteren Flughafen in der Höttinger Au bei Kranebitten im Westen der Stadt wurde 1946 durch die französische Besatzungsmacht gelegt und zwei Jahre später, am 15. Jänner 1948 wurde der neue Flughafen am jetzigen Standort in der Ulfiswiese eröffnet. Am 8. Oktober 1954 erfolgte die Gründung der Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H. mit den Geschäftsführern Hermann Egger und Moritz Brenner. Eine erste große Bewährungsprobe waren die Olympischen Winterspiele 1964 sowie 1976, die in Innsbruck stattfanden. Drei Wochen nach den Winterspielen 1964 stürzte ein britisches Flugzeug wegen eines Pilotenfehlers am südöstlich gelegenen Berg Glungezer ab[2] (siehe British-Eagle-Flug 802/6). In der Folge kam der Flugverkehr in Innsbruck nahezu zum Erliegen.[3]

Ende der 1970er Jahre flogen sowohl in der Sommer- als auch in der Wintersaison Charterflugketten den Innsbrucker Flughafen an und leiteten die Wende im Innsbrucker Fluggeschehen ein. Dieser Aufschwung wurde 1980 mit der Aufnahme der Kurse Innsbruck – Wien und Innsbruck – Zürich der neu gegründeten Tyrolean Airways bestärkt.

Die Baulichkeiten wurden seither immer wieder erweitert und umgestaltet, so 1990 mit dem Neubau des Towers, 1994 mit einem neuen Luftfrachtterminal, 1996 mit der umgestalteten Ankunfts- und 2000 mit der Abflugshalle. Weiters wurde im März 2003 das Flughafenrestaurant Fly Inn eröffnet und ein Jahr später die Erweiterung der Check-In-Halle und die Umbauarbeiten der General Aviation erfolgreich abgeschlossen. 2005 wurden das ÖAMTC-Flugrettungszentrum West in Betrieb genommen und die Sanierungsarbeiten am östlichen Vorfeld begonnen.

Zweite Innverlegung[Bearbeiten]

Die internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO forderte seit 1999 eine Pistenvorfeldfläche hinter dem Pistenende und dem Sicherheitsstreifen im Westen. Dieses Feld reichte in den Inn bzw. Inndamm hinein. Damit der internationale Standard erfüllt werden konnte, wurde mittels Bescheid vom 2. Februar 2005 die Vergrößerung des Pistenvorfeldes im Westen des Flughafens vorgeschrieben. Dies bedingte die Verlegung des Inn um circa 80 m nach Westen. Ende Dezember 2007 wurde die Bietergemeinschaft Strabag AG / Fröschl AG mit einem Auftragswert von 8,3 Mio. Euro mit der Durchführung der erforderlichen Bauleistungen für das „Sicherheitsprojekt Innverlegung“ beauftragt, somit konnte am 14. Jänner 2008 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Verlegung des Inn-Flussbetts (Inn-Verlegung Light) bei gleichzeitiger Verkürzung der Landebahn um 60 m wurde im Februar 2009 abgeschlossen. Um auch vorher diese Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, wurde von 2002 bis 2009 für Starts nach Westen und Landungen nach Osten die Landebahn auf 1.940 m verkürzt.

Tag der offenen Tür[Bearbeiten]

Aus Anlass des 80. Geburtstags des Innsbrucker Flughafen fand ein Tag der offenen Tür am statt. Seitdem wird jedes Jahr am 26. Oktober ein Tag der offenen Tür veranstaltet, das Familienfest stellte sich als wahrer Besuchermagnet heraus - 2009 konnte sich der Flughafen über 30.000 Besucher freuen. 2010 wurde die Abflughalle im Bereich der Gates vergrößert, da es in den Stoßzeiten im Winter immer wieder zu Engpässen kam, weshalb am 26. Oktober 2010 kein Flughafenfest stattfand.[4]

Bahnsystem und Navigationsanlagen[Bearbeiten]

Alle nachfolgenden Angaben beruhen auf den Ausführen des Luftfahrthandbuches AIP Österreich Stand 12. November 2015. [5] Der Flughafen Innsbruck besitzt sowohl auf konventionellen (Funknavigation) als auch auf Flächennavigation (Area Navigation) basierende An- und Abflugverfahren für Instrumentenflugbetrieb.

Im konventionellen Bereich ist dies der Localizer DME East sowie der Localizer DME West Approach. Ersterer ist ein aus Localizer OEV und Gleitweg bestehendes ILS ähnliches Anflugverfahren das einen quasi Geradeausanflug aus der Richtung des RTT NDB auf die Landebahn 26 ermöglicht. Auf Grund der Geographie ist dieser Anflug um 4 Grad versetzt, so das im Endanflug (ca bei 1,5 NM) eine leichte Kurve auf den Endanflug der Piste zu fliegen ist, was Erdsicht erfordert. Die Anflugminimas sind abhängig von den Leistungsdaten der Luftfahrzeuge und bewegen sich zwischen 700 und 1800 Fuß/Grund. Bei Landungen auf Piste 08 wird das Anflugverfahren aus dem Osten in 3500 ft verlassen und eine Sichtplatzrunde südlich des Platzes geflogen der in einen 3NM-Endanflug auf Piste 08 führt. Der Localizer West Approach ist ein Anflugverfahren aus westlicher Richtung beginnend im Bereich des ehemaligen NDB KTI. Dieser führt mittels Localizer OEJ südlich versetzt ca 1NM am Flughafen vorbei und endet im Bereich des Locators AB 6NM östlich des Platzes in 3100 Fuß/Grund. An diesem Punkt ist der Anflug unter Sicht mit einer Rechtskurve und eingeschränktem Radius zum Flugplatz fortzusetzen oder entlang des Localizer als Fehlanflug Richtung Osten fortzusetzen. Dieser Anflug besitzt mit 4,7 Grad bzw. 500ft/NM Sinkgradient einen steileren Sinkwinkel als üblich.

Der Localizer OEJ ist auch die Basis der konventionellen Abflugverfahren. Dieser führen bei Start von Piste 08 über Locator AB und OEJ nach Osten Richtung RTT NDB. Bei Start von Piste 26 ist im Sichtflug ca 2,5 N westlich des Flugplatzes eine Linkskurve auf den Localizer OEJ zu fliegen und diesem entsprechend den Abflugverfahren aus Piste 08 zu folgen.

Sowohl für Piste 26 als Piste 08 bestehen auf Flächennavigation (Area Navigation) beruhende Instrumenten-Anflugverfahren die der Geographie des Inntales Rechnung tragen. Beginnend in RTT NDB aus dem Osten führt der RNP 26 Anflug im Geradeausanflug auf die Piste 26 und besitzt mit 500 ft/Grund das aktuell niedrigste Anflugminima. Von Westen im Punkt ELMEM beginnend führen die RNP Y und RNP Z Anflüge dem Tal folgend in den Endanflug 08.

Instrumenten-Abflugverfahren in Flächennavigation beruhen auf den Navigationspunkten der Anflugverfahren und existieren momentan nur in Westrichtung. Diese sind das RTT2X sowie das MOGTI1X/H Abflugverfahren. Ersteres beinhaltet eine Rechtskurve ca 10 NM westlich des Flugplatzes und führt zurück in Richtung NDB RTT. Zweiteres erschließt über den westlichen Punkt MOGTI die Flugfortführung in Nördlicher und westlicher Richtung entsprechend den bestehenden Flugstraßen.

Da die Landebahn 08/26 mit Ausrichtung 079/259 Grad in Innsbruck 2000 m beträgt ist für Starts von Mittel- und Großraumflugzeuge eine genaue Berechnung des maximalen Abfluggewichtes erforderlich. Diese berücksichtigt den aktuellen Pistenzustand (Bremswert), die herrschenden Wetterbedingungen (Windrichtung, Sicht, Wolkengrenze, Temperatur), das geplante Abflugverfahren mit den dort geforderten Mindeststeigwerten etc.. Dadurch kann sich eine Reduktion der Reichweite und/oder Zuladung ergeben um den geforderten ICAO Verfahren für möglichen Startabbruch, Triebwerksausfall nach dem Start etc. entsprechen zu können.

Als Ergänzung zu den beiden Localizer (LOC) existiert, in beiden Richtungen ein optisches Anflug-Unterstützungssystem des Typs PAPI (engl. precision approach path indicator). Die beiden NDB (ungerichtetes Funkfeuer) INNSBRUCK (in 5,5 km Entfernung) und ABSAM sowie ein DME (Entfernungsmessgerät) ergänzen die Navigationsausstattung des Flughafens.

Schließlich verfügt die Flugsicherungsstelle Innsbruck über eine spezielle Radarüberwachung. Austro-Control hat ein Ortungssystem entwickelt und Ende 2007 in Betrieb genommen, das auf die besonderen topografischen Verhältnisse in der Umgebung des Flughafens Rücksicht nimmt. Damit Flugzeuge auch in Höhen von unter 3000 m vom Radarlotsen lückenlos identifiziert, lokalisiert und auf dem Flugweg begleitet werden können, mussten viele kleine Empfangsstationen im Inntal aufgebaut und miteinander vernetzt werden[6]. Für dieses sogenannte Multilaterationssystem wurde der Flughafen mit dem begehrten Airport Achievement Award 2006/2007 ausgezeichnet.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Abflug[Bearbeiten]

Außergewöhnlich ist das Abflugverfahren Adilo One Juliett für Verkehrsflugzeuge nach Norden. Dabei erfolgt der Start in östliche Richtung. Hierbei wird ein fast dreifach steilerer minimaler Steigwinkel als üblich gefordert. Südlich der Stadt erfolgt dann eine Kurve um mehr als 180° mit großer Querneigung, bei gleichzeitiger Steigung, und es geht entgegen der Startrichtung über das Mieminger Gebirge nach Kempten.

Anflug[Bearbeiten]

Der Flughafen im Inntal

Die Lage in einem Föhntal (Inntal) macht, wie oben bereits beschrieben, besondere Anflugverfahren notwendig. Bei sehr starkem und böigem Wind, der am Flughafen aus Ost bzw. Südost kommen kann, müssen die Flugzeuge von Westen her – gegen den Wind – landen. Die Anflugroute über Kematen und das westliche Mittelgebirge erfordert eine spezielle Ausbildung.

Da die Einflugschneise von Osten über das Stadtgebiet von Innsbruck führt und die Schallwellen an den nördlichen und südlichen Berghängen reflektiert werden, kommt es zu einer besonderen Lärmbeeinträchtigung durch den Flugverkehr. Dem wurde 1990 mit der Einschränkung auf Flugzeuge der leisesten internationalen Lärmschutzkategorie III nach ICAO Rechnung getragen. Der Flughafen hat die strengste Betriebszeitenregelung aller österreichischen Verkehrsflughäfen (6:30 bis 23:00 Uhr). Zusätzlich wurden vom Flughafenbetreiber lärmabhängige Flughafengebühren beschlossen.

Da es je nach gewählter Bahn, bzw. Ab- und Anflugverfahren theoretisch passieren kann, dass sich landende und startende Maschinen kreuzen, müssen Landungen und Starts noch sorgfältiger als an anderen Flughäfen zeitlich miteinander koordiniert werden. Dies beschränkt die Anzahl der Flugbewegungen.

Umgebung des Flughafens vom Tower aus gesehen. – 360° Panorama, in der Mitte des Bildes ist Norden.

Segelflugbetrieb[Bearbeiten]

Das Inntal stellt mit seinen günstigen thermischen Verhältnissen ein ideales Segelflugrevier dar. So herrscht bei entsprechender Wetterlage am Flughafen Innsbruck ein reger Segelflugbetrieb. Parallel zur langen asphaltierten Startbahn gibt es nördlich von dieser eine Grasbahn mit der Dimension 350 m x 50 m. Gestartet wird sowohl mittels Schleppflugzeugen als auch im Windenbetrieb. Segelflugbetrieb an und in der Nähe von Verkehrsflughäfen stellt für die Flugsicherung eine Herausforderung dar. So gibt es in Innsbruck ein strenges und breit gefächertes Regelwerk, um einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Trotz der schwierigen topografischen Verhältnisse sind in der Datenbank des Aviation Safety Network nur zwei Flugzeugabstürze in der Nähe des Flughafens verzeichnet.[7] Beide fallen unter die Kategorie „controlled flight into terrain“ in der Anflugphase. Beide Ereignisse datieren vor der Einführung der neuen ILS-Verfahren von 1980:

  • 29. Februar 1964: Bristol 175 Britannia 312, G-AOVO der British Eagle, wie oben schon erwähnt am Glungezer[2]
  • 28. August 1972: Learjet 23, HB-VAM der Vodavia [8]

Eigentümer[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Flugbetrieb[Bearbeiten]

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Linienflüge im Winterflugplan 2013/14 von Innsbruck:

Fluggesellschaft Ziele
Air Berlin Düsseldorf, Berlin-Tegel, Hamburg
Aeroflot Moskau-Scheremetjevo
Austrian Airlines Billund, Göteborg, Kiew-Boryspil, Kopenhagen-Kastrup, Moskau-Domodedowo, Oslo-Gardermoen, Stockholm-Arlanda, Wien
British Airways London Gatwick
easyJet Bristol, Liverpool, London Gatwick
Lufthansa Frankfurt am Main
Monarch Airlines Manchester
NIKI Kopenhagen-Kastrup, Moskau-Domodedowo, Stockholm-Arlanda
S7 Airlines Moskau-Domodedowo
Thomson Airways Flughafen London-Gatwick
Transavia Amsterdam, Rotterdam

Eine große Bedeutung für die Tourismusregion Tirol hat besonders der Wintertourismus mit seinem Incoming-Charterflugverkehr aus ganz Europa. In der weißen Jahreszeit nähert sich der Flughafen auch seiner Kapazitätsgrenze von 60 Rotationen pro Tag. Bis zu 17.000 Passagiere werden dann pro Tag abgefertigt.[9] Vor allem kommen dann Fluggäste aus Russland und den britischen Inseln an.

Verkehrszahlen[Bearbeiten]

Zahlen laut österreichischer Verkehrsstatistik:[10]

Jahr Passagiere Flugbewegungen Fracht in Tonnen
2005 0.738.453 13.830 576
2006 0.805.582 14.633 547
2007 0.859.830 14.396 483
2008 0.969.474 15.576 431
2009 0.956.972 14.792 360
2010 1.033.512 15.347 362
2011 0.997.020 13.505 372
2012 0.930.850 11.877 275
2013 0.981.118 11.535 238
2014 0.991.356 11.687 184

Flugzeuge[Bearbeiten]

Der Flughafen kann u. a. folgende Flugzeugtypen abfertigen:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c http://www.innsbruck-airport.com/media/16356/Jahresstatistik_2014.pdf
  2. a b Unfallbericht auf Aviation Safety Network.
  3. Tirol multimedial, abgerufen am 28. Februar 2010
  4. Umbauarbeiten am Flughafen Innsbruck. Abgerufen am 9. Oktober 2012.
  5.  Luftfahrthandbuch Republik Österreich Band 1 und Band 2. 12.11.2015 Auflage. Austro Control GmbH, Wien 2015.
  6. Bericht vom 17. Dezember 2007, in tirol - orf.at
  7. Innsbruck-Kranebitten Airport profile in englischer Sprache im Aviation Safety Network.
  8. Unfallbericht, in englischer Sprache.
  9.  Innsbruck, Winterausblick In: Aero International. August 2011, ISSN 0946-0802, S. 18.
  10. Statistik Austria: Personenverkehr und Frachtverkehr