Flughafen Jersey

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Jersey Airport
Flughafen Jersey Logo.svg
Jersey Airport.JPG
Kenndaten
ICAO-Code EGJJ
IATA-Code JER
Koordinaten
Basisdaten
Eröffnung 1937
Terminals 1
Passagiere 1.554.390 (2015)[1]
Luftfracht 4.413 t (2015)[2][3]
Flug-
bewegungen
46.822 (2015)[4]
Start- und Landebahn
08/26 1706 m × 46 m Asphalt/Beton[5]

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Der Flughafen Jersey liegt in der Gemeinde Saint Peter auf der Kanalinsel Jersey.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorfeld des Flughafens

Vor 1937 gab es Flugverbindungen nach Jersey nur mit Doppeldeckern und einigen Wasserflugzeugen, die den Strand der St. Aubin’s Bay nutzten. Unter den Fluggesellschaften, die diese Verbindungen anboten, waren die Jersey Airways und die Imperial Airways. Aber die Bedingungen für Landungen und Starts waren schwierig und der Zeitplan wurde durch die Gezeiten bestimmt. Es musste darauf geachtet werden, dass sich während des Betriebs keine Passanten im Landegebiet aufhielten. Trat an einem Flugzeug ein Defekt auf, so musste es mühsam vom Strand weggezogen werden, bevor die Flut einsetzte.

Das Parlament von Jersey entschied deshalb, einen separaten Flughafen zu errichten. Dieser nahm 1937 seinen Dienst auf. Genutzt wurden vier Graslandebahnen, von denen die längste 896 Meter (2940 Fuß) maß und eine Mittellinie aus Beton besaß. Während der Besetzung im Zweiten Weltkrieg baute die deutsche Luftwaffe Rollwege aus Beton sowie einige Hangars. Einer von ihnen existiert heute noch. Im Jahre 1952 wurde eine 1280 Meter lange Landebahn aus Asphalt eingeweiht und die Graslandebahnen geschlossen. In den folgenden Jahren wurde die Landebahn noch mehrmals verlängert, das letzte Mal 1976, als sie ihre heutige Länge von 1706 Metern erhielt.

Neben der Erneuerung der Start- und Landebahn in den Jahren 2008/2009 wurde der Bau eines neuen Kontrollturms im November 2010 fertiggestellt.

Abfertigungsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Terminal von 1937 wurde so entworfen, dass der Tower zwischen den An- und Abflugbereichen steht. Es wurde 1976 und 1997 erweitert.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jersey ist mit zahlreichen Destinationen in Großbritannien und Irland verbunden, darunter London, Edinburgh und Dublin. Im deutschsprachigen Raum wird Jersey saisonal von SkyWork Airlines aus Bern, von Germanwings und Air Berlin aus Düsseldorf sowie von der Lufthansa aus München angeflogen. Air Berlin bietet außerdem derzeit (Sommer 2016) Flüge von Berlin, Hannover und Stuttgart nach Jersey an.[6] Im Jahr 2013 bot Germania einzelne Flüge nach Kassel-Calden an, ebenso 2014 für den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden.[7]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 4. November 1938 stürzte eine de Havilland D.H.86 der Jersey Airways (Luftfahrzeugkennzeichen G-ACZN) mit Flugziel Southampton kurz nach dem Start auf ein Feld östlich des Flughafens, wobei alle 13 Flugzeuginsassen sowie ein weiterer Mann, der auf dem Feld arbeitete, getötet wurden.[8]
  • Am 14. April 1965 berührte eine von Paris-Orly kommende Douglas C-47B der British United Airways (Luftfahrzeugkennzeichen G-ANTB, Flug-Nr. 1030X) beim Landeanflug einen Mast der Anflugbefeuerung, stürzte auf ein Feld und ging in Flammen auf. 26 der 27 Insassen starben, eine Flugbegleiterin überlebte den Unfall schwerverletzt. Zum Zeitpunkt des Absturzes lagen die Sichtverhältnisse weit unter dem für eine Landung zulässigen Minimum.[9]
  • Am 6. August 1970 stürzte eine private Beagle B.206 (Luftfahrzeugkennzeichen G-AVAM) kurz nach dem Start infolge von Triebwerksproblemen ab und brannte aus. Der Pilot, der sich auf einem Alleinflug befand, kam dabei ums Leben.[10]
  • Am 24. Dezember 1974 erlitt eine Handley Page Dart Herald der British Island Airways (Luftfahrzeugkennzeichen G-BBXJ), die auf einem Flug von Southampton nach Guernsey wegen Triebwerksproblemen nach Jersey umgeleitet worden war, bei einer Bruchlandung irreparable Schäden. Die 49 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder blieben dabei unverletzt.[11]
  • Am 1. Oktober 1980 stürzte eine von Cardiff kommende private Cessna Citation 500 (Luftfahrzeugkennzeichen G-BPCP) beim witterungsbedingten Abbruch des Landeversuchs auf ein Haus und ging in Flammen auf. Der Pilot, der allein im Flugzeug war, kam dabei ums Leben; die vier zum Zeitpunkt des Absturzes im Haus befindlichen Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen.[12]
  • Am 16. Juni 2012 brach bei der Landung einer ATR 42-320 der Fluggesellschaft Blue Islands (Luftfahrzeugkennzeichen G-DRFC) aufgrund von Materialermüdung das linke Hauptfahrwerk. Vier der 40 Passagiere erlitten leichte Verletzungen; das Flugzeug musste als wirtschaftlicher Totalschaden abgeschrieben werden.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Passagiere 2015 Statistik der CAA (PDF, englisch), abgerufen am 13. April 2016
  2. Luftfracht 2015 Statistik der CAA (PDF, englisch), abgerufen am 13. April 2016
  3. Luftpost 2015 Statistik der CAA (PDF, englisch), abgerufen am 13. April 2016
  4. Flugbewegungen 2015 Statistik der CAA (PDF, englisch), abgerufen am 13. April 2016
  5. Jersey - EGJJ Website der National Air Traffic Services für den Flughafen Jersey mit Links zu den aktuellen AIPs und Charts (englisch), abgerufen am 13. April 2016
  6. Flugplan Sommer 2016 auf der Homepage des Flughafens (englisch), abgerufen am 13. April 2016
  7. Ralf Euler: Acht Starts und Landungen am Tag. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. März 2013, abgerufen am 9. Mai 2013.
  8. Unfallbericht im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. April 2016
  9. Unfallbericht im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. April 2016
  10. Accident report: 11/1972 G-AVAM, 6 August 1970 Unfallbericht der AAIB, PDF (englisch), abgerufen am 13. April 2016
  11. Accident report: 4/1976 Handley Page Dart Herald 203, G-BBXJ, 24 December 1974 Unfallbericht der AAIB, PDF (englisch), abgerufen am 13. April 2016
  12. Accident report: 4/1982 Cessna Citation 500, G-BPCP, 1 October 1980 Unfallbericht der AAIB, PDF (englisch), abgerufen am 13. April 2016
  13. Accident report: 10/2013 ATR 42-320, G-DRFC, 16 Juni 2012 Unfallbericht der AAIB, PDF (englisch), abgerufen am 13. April 2016