Flughafen Karlsbad

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Flughafen Karlsbad
Karlovy Vary Airport
Karlovy Vary Airport, enter.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LKKV
IATA-Code KLV
Koordinaten
50° 12′ 11″ N, 12° 54′ 54″ OKoordinaten: 50° 12′ 11″ N, 12° 54′ 54″ O
606 m (1988 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 4,5 km südöstlich von Karlsbad
Straße D6
Nahverkehr Buslinie 8
Basisdaten
Eröffnung 1927
Betreiber Letiště Karlovy Vary s. r. o.
Terminals 1
Passagiere 25.235[1] (2016)
Flug-
bewegungen
5.008[1] (2016)
Start- und Landebahn
11/29 2150 m × 30 m Asphalt

Der Flughafen Karlsbad (IATA: KLV; ICAO: LKKV; tschechisch Letiště Karlovy Vary, englisch Airport Karlovy Vary) ist der internationale Verkehrsflughafen der tschechischen Stadt Karlsbad.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Karlsbad liegt im Karlsbader Ortsteil Olšová Vrata etwa 4,5 km südöstlich des Stadtzentrums. Er ist über die Autobahn D 6 (Ausfahrt Olšová Vrata) mit dem Auto zu erreichen. Aus der Innenstadt von Karlsbad verkehrt zudem die Stadtbuslinie 8.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Planungen für den Karlsbader Flughafen wurden in den 1920er-Jahren aufgenommen. 1925 stellte die Karlsbader Stadtverwaltung die Notwendigkeit einer Luftverbindung zu anderen Städten im In- und Ausland fest. Zur gleichen Zeit begann man, mit der Marienbader Stadtverwaltung zu kooperieren, die zur gleichen Zeit die Planungen für einen Flughafen aufnahm. Zusammen planten beide Städte die Verbindung Marienbad – Karlsbad – Chemnitz – Leipzig – Berlin.

1927 wurde ein Standort bei Olšová Vrata ausgewählt. Nach dem Erwerb des Landes und der Siedlungen übernahm das Ministerium für öffentliche Arbeit 1929 die Vorarbeiten. Die Kosten dafür lagen bei einer Million Kronen. Unter anderem wurde auf der Ebene Gras gesät. Die präparierte Fläche hatte die Form eines Trapezes und war 40 Hektar groß. 1930 wurde ein Hangar-Projekt präsentiert, dessen Autor war der Akademiker Stanislav Bechyne. Eine Studie des Hauptgebäudes wurde von dem aus Karlsbad stammenden Architekten Rudolf Weise erstellt. Allerdings wurde das Projekt aus unbekannten Gründen abgelehnt. Im Oktober 1931 wurde die aus Prag stammende Firma des Ingenieurs Jan Blazek mit der Ausarbeitung eines neuen Projekts beauftragt. Die folgende Konstruktion wurde von dem Ingenieur Antonin Brebera erstellt, die Bauaufsicht übernahm der Ingenieur Frantisek Solveter. Am 15. Mai wurde die erste Verbindung von Prag über Marienbad nach Karlsbad eröffnet. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Flughafen positiv. Im europäischen Flughafennetzwerk wurde er immer wichtiger. 1936 gab es unter anderem bei Flügen von Prag nach Amsterdam, Berlin, Belgrad, Budapest und Wien Zwischenstopps in Karlsbad. In den Jahren 1937 und 1938 gab es Inlandsflüge zu 11 Städten in der Tschechoslowakei. Während der deutschen Besetzung und dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Flughafen von der deutschen Luftwaffe eine Schule für Jägerpiloten eingerichtet. Am Ende des Krieges war er daher schwer beschädigt.

Nach dem Krieg wurde der Flughafen schnell wieder instandgesetzt, sodass er 1946 den Betrieb wieder aufnehmen konnte. Die erste saisonale Linienverbindung führte von Prag nach Karlsbad und zurück, dabei wurden Junkers Ju 52, Siebel-Flugzeuge und später auch Douglas DC-3 eingesetzt.

1952 erfolgte der Bau einer 2150 Meter langen Start-und Landebahn aus Beton. Anschließend wurde der komplette Flughafen saniert, modernisiert und ausgebaut. Am 15. Oktober 1960 konnte der Betrieb wieder in vollem Umfang aufgenommen werden. Es gab danach Linienflüge nach Brünn, Ostrava, Košice und Berlin-Schönefeld. Dabei wurden hauptsächlich Iljuschin Il-14 eingesetzt. 1965 bauten die Flughafenangestellten ein Funkfeuer auf einem Hügel in der Nähe von Struzna. Im gleichen Jahr konnte ein ganzjähriger Flugverkehr aufgenommen werden. Durch die steigenden Passagierzahlen wurde die Eröffnung einer Reiseagentur in Karlsbad möglich. Der Aufschwung erreichte im Jahr 1978 seinen Höhepunkt. Es gab sechs tägliche Flüge und es wurden 50.000 Passagiere transportiert. Anschließend folgte ein unter anderem durch hohe Flugpreise verursachter Niedergang. Die Passagierzahlen sanken um 74 %, der ein Großteil der Linienflüge wurde eingestellt. Ab 1981 gab es nur noch Flüge nach Prag. Von da an drohte dem Flughafen die Schließung. Außerdem wurden teure Reparaturen nötig. In den Jahren 1984 und 1985 wurde im Rahmen der Sanierung der Start- und Landebahn auf dieser eine Asphaltschicht aufgebracht.

Seit 1989 hat der Flughafen wieder den Status eines internationalen Flughafens. Nach der politischen Wende stieg das Interesse am Flughafen wieder und es wurden Planungen für eine umfassende Modernisierung aufgenommen. Ende 2005 begann die erste Modernisierungsetappe mit dem Aufbringen einer tragfähigeren Oberfläche auf der 2150 Meter langen Start-und Landebahn. Die zweite Etappe im Jahr 2006 beinhaltete ein Beleuchtungs- und Signalsystem, dadurch konnte die Flugsicherheit in dem zerklüfteten Gelände, das den Flughafen umgibt, verbessert werden. Am 20. Mai 2009 wurde die rund dreijährige Modernisierungsphase mit der feierlichen Eröffnung des neuen Terminals beendet. Für die Modernisierung wurden 300 Millionen Kronen, umgerechnet rund 11,5 Millionen Euro, ausgegeben.[2] Ein Großteil des Passagieraufkommens entsteht durch Flüge nach Russland. Infolge der US- und EU-Sanktionen gegen Russland gingen die Passagierzahlen daher 2014 im Vergleich zu 2013 um fast ein Fünftel zurück.[3]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über eine 2150 m lange Start- und Landebahn und kann daher auch mit mittelgroßen Flugzeugen der Boeing 737- oder Airbus-A320-Familien angeflogen werden. Zwischen 2005 und 2009 wurde der Flughafen umfassend modernisiert, wobei 2009 auch ein neues Terminal eröffnet wurde.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Linienverkehr ist der Flughafen derzeit ausschließlich mit Ländern der GUS verbunden. Neben den Verbindungen nach Moskau und St. Petersburg derzeit auch mit Jekaterinburg, Baku und Samara. In den Sommermonaten führen zudem Travel Service im Auftrag tschechischer Reiseveranstalter Charterflüge nach Antalya durch.

Die Fluggesellschaft Germania flog im Frühjahr 2017 zweimal wöchentlich von Düsseldorf nach Karlsbad. Die Verbindung wurde jedoch aufgrund zu schwacher Nachfrage eingestellt.

Flugplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerflugplan 2017[4]

Fluggesellschaft Ziele
Czech Airlines

Moskau-Scheremetjewo

Travel Service

Tel Aviv-Ben Gurion

Uzbekistan Airways

Taschkent

Verkehrszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Flughafen Karlsbad[1]
Flughafen Karlsbad – Verkehrszahlen 1991–2016[1]
Jahr Passagiere Flugbewegungen
2016 25.235 5.008
2015 51.780 5.816
2014 85.596 5.824
2013 104.469 5.342
2012 103.682 5.826
2011 99.014 6.891
2010 70.903 6.936
2009 68.369 7.632
2008 81.720 5.575
2007 64.641 6.801
2006 34.975 5.111
2005 37.313 7.865
2004 38.704 6.617
2003 25.805 5.428
2002 19.168 3.630
2001 21.748 3.398
2000 19.919 4.285
1999 17.885 5.568
1998 12.623 4.829
1997 7.435 5.713
1996 4.233 5.069
1995 1.186 3.222
1994 1.243 3.967
1993 1.573 2.918
1992 1.468 2.130
1991 1.328 2.000

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flughafen Karlsbad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Operation statistics. Airport-K-Vary.cz, abgerufen am 3. Februar 2017 (englisch).
  2. Neues Terminal am Flughafen Karlsbad eröffnet. Radio.cz, 28. Mai 2009, abgerufen am 3. Februar 2017 (deutsch).
  3. Tschechien und Slowakei im Sog der Russland-Sanktionen. GTAI.de, 20. August 2014, abgerufen am 3. Februar 2017 (deutsch).
  4. Timetable. Airport-K-Vary.cz, abgerufen am 22. Juli 2017 (englisch).