Flughafen Linz

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Flughafen Linz
Hörsching Flughafen.JPG
Kenndaten
ICAO-Code LOWL
IATA-Code LNZ
Koordinaten
48° 14′ 0″ N, 14° 11′ 15″ OKoordinaten: 48° 14′ 0″ N, 14° 11′ 15″ O
298 m (978 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 12 km südwestlich von Linz
Straße B133, Autobahn A1, Autobahn A7
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Eröffnung 1955
Betreiber Flughafen Linz GmbH
Fläche 383 ha
Terminals 1
Passagiere 402.007[1] (2017)
Luftfracht 53.976 t (inklusive Luftfrachtersatzverkehr)[2]
Flug-
bewegungen
28173[1] (2016)
Beschäftigte 145[1] (2016)
Start- und Landebahnen
08/26 3000 m × 60 m Asphalt
07/25 (Hubschrauberpiste) 15 m × 15 m Asphalt
Flughafentower

Der Flughafen Linz (IATA: LNZ, ICAO: LOWL) wurde 1955 offiziell eröffnet, er bestand jedoch schon seit 1939 am Standort Hörsching.[3] Der Flughafen benutzt auch die Eigenbezeichnung blue danube airport linz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Standort für den Luftverkehr war das Gelände am Südbahnhofmarkt im Linzer Zentrum, wo am 30. Oktober 1909 das Luftschiff Estaric I aufstieg. 1925 wurde der Flugverkehr zwischen Linz und Wien aufgenommen. Ab 1934 wurde der Flugverkehr im Stadtteil Linz-Katzenau (heutige Industriezeile) abgewickelt, jedoch nach 1938 durch die Errichtung der Chemie Linz durch die NSDAP aufgelöst. Es erfolgte die Übersiedelung auf das heutige Flughafengelände in Hörsching.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht die hier zwischen 1943 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit[4]
Oktober 1943 Dezember 1943 I./KG 51 (I. Gruppe des Kampfgeschwaders 51)
November 1943 März 1944 III./KG 76
Oktober 1944 April 1944 II./KG(J) 27
April 1945 April 1945 II./KG 51
April 1945 Mai 1945 I./JG 52 (I. Gruppe des Jagdgeschwaders 52)

Seit 1956 findet regelmäßiger Passagierluftverkehr statt. Ab 1972 wurde auf der Nordseite des Geländes ein eigenes Passagierterminal errichtet, welches 1976 in Betrieb ging. Seit 1985 ist die Piste des Linzer Flughafens mit einem Instrumentenlandesystem der Kategorie III B ausgerüstet. Von 1998 bis 2003 erfolgte die Adaptierung und Vergrößerung des bestehenden Passagierterminals. 2005 wurde ein neues Instrumentenlandesystem (ILS) auf der jetzigen Start- und Landebahn 08/26 in Betrieb genommen.

Seit 1966 bestehen tägliche Flugverbindungen nach Frankfurt am Main, daneben beinhaltet der aktuelle Flugplan Verbindungen nach Düsseldorf, London (durch Ryanair), und Wien. Daneben gibt es noch ein Charterprogramm mit Flügen in die Urlaubsregionen.[5] Seit Mai 2006 bedient Niki in der Sommersaison, zudem 6× wöchentlich Palma de Mallorca sowie zahlreiche andere Urlaubsziele.[6] Im Jänner 2016 übernahm Niki Lauda alle Gesellschaftsanteile des Bedarfsflugunternehmens Amira Air GmbH und taufte diese in Laudamotion um.[7] Ab Juni 2018 fliegt die österreichische Fluggesellschaft unter anderem von Linz nach Mallorca.[8] Der Flughafen Linz erzielte im ersten Halbjahr 2018 eine deutliche Steigerung beim Passagieraufkommen. Verantwortlich dafür, ist unter anderem die Frequenzsteigerung nach Palma de Mallorca auf fünf wöchentliche Verbindungen, die von den Fluglinien Eurowings und Laudamotion durchgeführt wird.[9] Im April 2014 nahm Etihad Regional eine Linienverbindung nach Zürich auf, stellte sie jedoch am 1. Februar 2015 wieder ein.[10][11] Seit der Eröffnung der direkten Bahnverbindung von Linz zum Flughafen Wien-Schwechat am 14. Dezember 2014 wird den Passagieren eine weitere Ergänzung zum Flughafen Linz geboten.[12] Aufgrund der hohen Verluste stellte Austrian mit dem Sommerflugplan 2015 am 1. April 2015 die meisten Flugverbindungen zwischen Wien und Linz ein, sodass nur mehr sechs Flüge pro Woche angeboten werden.[13]

Bis 1989 konnte mehrmals der Überschalljet Concorde begrüßt werden. Seit Mitte der 90er wurden auch einige Frachtflüge mit dem Großraumtransporter Antonow An-124 Ruslan abgefertigt, 2003 erfolgte die Erstlandung des größten Frachtflugzeuges der Welt in Österreich, der Antonow An-225. Am 2. Juni 2010 erfolgte im Rahmen des Linientrainings die Landung des Airbus A380-800 „Frankfurt am Main“, dem weltweit größten zivilen Verkehrsflugzeug, von Lufthansa. Die A380 landete um 15:34 Uhr, von Wien kommend, am Linzer Flughafen, um 16:30 Uhr hob das Flugzeug wieder nach München ab.[14]

Seit 1978 ist Linz hinter Wien-Schwechat der zweitgrößte Frachtflughafen Österreichs, wobei der überwiegende Frachtanteil per LKW umgeschlagen wird. Nach Passagieraufkommen ist der Flughafen Linz nach Wien-Schwechat, Salzburg, Innsbruck und Graz der fünftgrößte der sechs Verkehrsflughäfen in Österreich.

Mit Amerer Air war von 1995 bis 2009 das einzige Flugfrachtunternehmen in Österreich am Flughafen Linz stationiert. Fertigstellung und Eröffnung des Frachtterminal 1 war im Juni 1994.[15] Ein Jahr später wurde bereits an einer Erweiterung gearbeitet. 1996 eröffnete schließlich die neue Frachthalle in Terminal II. 2000 folgte die Inbetriebnahme des 3. Frachtterminals.[16] Im Oktober 2013 wurde der neue Frachtterminal 5 eröffnet und in Betrieb genommen. 2015 wurde die ARGE „Flieg ab Linz“ von der Wirtschaftskammer OÖ und dem Linzer Flughafen gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat das bestehende Flugangebot ab Linz weiter auszubauen.[17] Die Initiative zählt inzwischen 21 Unternehmen und Organisationen zu ihren Mitgliedern. Zu den beliebtesten Reisezielen ab Linz zählen aktuell Rhodos, Kreta, Kos, Mallorca und Zakynthos.[18] Im Sommer 2019 erweitern sich die Destinationen von Istanbul bis über Tunesien und Ägypten. Usedom und Rostock hingegen werden eingestellt.[19] Außerdem startet die Bulgarian Air Charter ihre Premiere vom Linzer Flughafen mit Flugzielen nach Bulgarien und Griechenland.[20] Aufgrund der neuen und zukünftigen Destinationen werden die Sitzplätze der Charterflüge zusätzlich um 20 %, von 80.000 auf 95.000, erhöht.[21]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flughafen Linz GesmbH – blue danube airport linz gehört zu 50 % dem Land Oberösterreich (seitens der OÖ Verkehrsholding GmbH), und zu 50 % der Stadt Linz.[22] Sie führt „sämtliche Verwaltungs- und für den Flugverkehr notwendigen Abwicklungstätigkeiten durch“.[23] Gerhard Kunesch ist seit 1998 Geschäftsführer.[24] Im Mai 2018 trat Norbert Draskovits die Nachfolge von Gerhard Kunesch als neuer Geschäftsführer der Flughafen Linz GesmbH an. Draskovits war unter anderem zehn Jahre lang bei der Austrian Airlines in mehreren Leitungsfunktionen für die Bereiche Netzplanung und Vertrieb tätig.[25] Darüber hinaus ist er der frühere Manager des Österreichischen Verkehrsbüros und war zuletzt Vorstandsmitglied bei der Air Berlin Tochter Niki Luftfahrt. [26]

Flughafenanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme mit Start- und Landepiste und zivilem Teil (links)

Der Flughafen verfügt über eine 3000 m lange Präzisions- Start- und Landebahn mit zwei Instrumentenlandesystemen (eines davon für Schlechtsichtanflüge bis CAT IIIb), sowie zusätzlich noch eine Hubschrauberpiste. Für Mittelstreckenflugzeuge stehen 16 Abstellpositionen zur Verfügung. Der Flughafen Linz ist eigentlich ein Militärflughafen. Es gibt jedoch ein ziviles Nutzungsrecht. Der zivile Teil ist nördlich der Start- und Landebahn, südlich davon befindet sich Österreichs zweitgrößte Kaserne, der Fliegerhorst Vogler mit dem Kommando Luftunterstützung mit Teilen der Flieger und dem Militärkommando OÖ. Am 1. November 2010 wurde die Kennung der Start- und Landebahn von 09/27 auf 08/26 geändert, sowie der Hubschrauberpiste von 08/26 auf 07/25. Diese Änderung ergab sich dadurch, dass sich die Abweichung zwischen geographischer und magnetischer Nordrichtung permanent ändert. Da die eingerechnete Variation der Kompassrose einen solchen missweisenden Wert ergibt, der näher an der 08/26 liegt als an der bestehenden Kennung 09/27, wurde von der österreichischen Flugsicherung Austro Control die Nachführung der neuen Pistenbezeichnung in die Wege geleitet.

Barrierefreiheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über gekennzeichnete Parkplätze für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität. Diese Stellplätze haben eine Ermäßigung von 20 % des entsprechenden Tarifs. Zudem befinden sich in der Nähe der Parkplätze Rufsäulen mit denen Kontakt zur Flugplatzbetriebsleitung aufgenommen und gegebenenfalls ein kostenloser Rollstuhl angefordert werden kann. Der Flughafen selbst verfügt über Aufzüge und Rampen welche den Ebenenwechsel erleichtern. Wichtige Plätze, wie u. a. Toiletten und Waschräume, sowie das Flughafenrestaurant befinden sich entweder ebenerdig oder sind mit einem Aufzug erreichbar.[27] 500 MB freies Datenvolumen im WLAN stehen jedem Passagier kostenlos zur Verfügung. Auf Anfrage steht außerdem eine Gesundheitspsychologin zur Verfügung, die sich Flugängsten der Reisenden widmet.[28]

Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über ein Restaurant, eine Bar sowie ein Café. Im Restaurant finden bis zu 450 Personen Platz. Sonntags wird ein Champagnerbrunch und Freitags ein italienischer Abend angeboten.[29] Zudem findet in dem Restaurant in regelmäßigen Abständen das Event „Dinner & Crime“ statt. Die in ganz Österreich stattfindende Produktion lädt Gäste zu einem Abendessen ein, bei welchem ein Mordfall gelöst werden muss, und sich die Zuschauer an der Auflösung des Falles beteiligen können. Das Sky Gourmet ist der einzige Austragungsort der Veranstaltung in Oberösterreich.[30]

Dachterrasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flugzeuge können im Sommer täglich von 06–23 Uhr von der Dachterrasse aus beobachtet werden. Der Zugang ist für Gäste kostenlos. Auf der Terrasse befindet sich außerdem ein Kinderspielplatz.[31]

Spotterlöcher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spotterlöcher bieten Flugzeugbegeisterten die Möglichkeit, ohne störende Hindernisse und ganz ohne Zaungitter vor der Linse, Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven der Flugzeuge zu machen.[32]

VIP-Lounge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die VIP-Lounge steht zutrittsberechtigten Passagieren der Star Alliance zur Verfügung. Der Eintritt erfolgt mittels eines Jetons, welcher beim Check in-Schalter zu erhalten ist.[33]

General Aviation Center (GAC)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die General Aviation (deutsch: Allgemeine Luftfahrt) befindet sich in einem separaten Terminal und koordiniert unter anderem folgende Punkte:[34]

  • Pass- und Zollkontrollen
  • Betankung
  • Startstromgerät
  • Reinigung
  • Taxibestellungen, Autovermietungen und Hotelreservierungen
  • Fax, E-Mail und Kopiermöglichkeit
  • sämtliche Auskünfte über Privatflug- bzw. gewerbliche Flugmöglichkeiten
  • Verkauf von Bord- und Flugbüchern
  • Abrechnung der anfallenden Flughafen Gebühren
  • Auskünfte über Flughafen-Tarife

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der blue danube airport ist zentral in Oberösterreich gelegen und aus allen Richtungen gut erreichbar. Er ist 14 km von Linz, 20 km von Wels, 40 km von Steyr und 60 km von Gmunden entfernt.[35][36]

Anfahrt mit dem Auto

Aus dem Osten, Süden und Norden Österreichs empfiehlt sich die Anreise über die A1, Ausfahrt Traun, weiter über die B 139 Richtung Hörsching. Aus dem Westen oder aus Deutschland fahren Reisende am besten zuerst über die A8, dann über die Autobahn A25 Ausfahrt Marchtrenk und von dort aus weiter über die B1. Der Flughafen verfügt über 1.050 Kurzzeit- und Linienparkplätze, von denen 260 überdacht sind. Zudem gibt es zwei Großparkplätze mit 2.300 Abstellplätzen, welche sich seitlich der Terminals befinden. Von diesen können die Fluggäste einen Shuttle-Dienst, welcher sie bis zur Abflughalle bringt, benutzen.[37]

Anfahrt mit dem Zug

Jede Stunde fährt ein Zug vom Linzer Hauptbahnhof zum Bahnhof Hörsching. Von dort steht den Reisenden mit gültigem Flugticket ein kostenloser Shuttlebus, der die Gäste direkt zum Flughafen bringt, zur Verfügung. Die Fahrzeit beträgt insgesamt 14 Minuten (11 Minuten Zug, 3 Minuten Bus).

Anfahrt mit dem Bus

Von der Linzer Innenstadt können Passagiere mit dem Flughafenbus Nr. 601 zum Flughafen gelangen. Die Fahrt dauert 19 Minuten und der Bus fährt täglich in teilweise halbstündlichen Intervallen.[38]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zivile Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Datenbank des Aviation Safety Network sind schwere Flugunfälle weltweit seit dem Jahr 1943 erfasst. Mit Stand Jänner 2018 sind dort keine Luftfahrtunfälle am oder in der Nähe des Flughafens Linz vermerkt.[39]

Militärische Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Januar 1973 stürzte eine Saab 105OE neben der Landebahn des Fliegerhorsts Vogler ab und ging in Flammen auf. Dabei kamen beide Piloten, Oberleutnant Hans-Georg Hartl und Hauptmann Leopold Hoffmann, ums Leben.[40]

Am 14. Mai 1977 stürzte eine Saab 105OE beim Landeanflug ab. Der Pilot, Hauptmann Johann Gölzner, kam ums Leben.[41]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flughafenhalle
Check-In-Bereich

Wirtschaftsfaktor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Linz ist der zweitgrößte regionale Frachtflughafen in Österreich und somit wesentlicher Auftraggeber für die österreichische Wirtschaft. Die Märkte im Nahen und Fernen Osten, die Länder im arabischen Raum sowie Indien stehen dabei im Fokus. In den neuen Frachtterminal hat der Flughafen Linz rund sechs Millionen Euro investiert.[42] Der Flughafen Linz ist mit über 100 Unternehmen der größte Wirtschaftspark in Oberösterreich. Die Flughafen GmbH beschäftigt 160 Mitarbeiter.[43]

Das Dreiländereck Niederbayern, Südböhmen und Oberösterreich entwickelt sich rasch und die Regionen wachsen enger zusammen. Die Donau-Moldau Region wird als wirtschaftlicher und touristischer Zukunftsmarkt gehandhabt, denn neben den zahlreichen Touristen ist vor allem die exportorientierte Wirtschaft auf bestmögliche Anbindungen an den internationalen Luftverkehr angewiesen. Hierbei kommt dem Blue Danube Airport Linz eine zentrale Funktion zu. Derzeit werden die Drehkreuze Wien, Frankfurt, Düsseldorf und London von Linz aus angeflogen.[44]

Um die Anreise vom Flughafen Linz in die Donau-Moldau Region zu erleichtern, bietet das blue danube airport shuttle seine Transferdienste an.[45]

Auf Grund von geopolitischen Krisen und Terroranschlägen in Urlaubsdestinationen ist europaweit die Nachfrage für Flug-Pauschalreisen stark zurückgegangen. Der Linzer Flughafen vermerkte hier einen Rückgang bei den Flugzielen Ägypten und Türkei. An der Spitze der derzeit beliebtesten Destinationen liegt Griechenland, insbesondere die Inseln Rhodos, Kos und Kreta.[46] Aufgrund verstärkter Nachfrage wird das Angebot für Griechenland und Ägypten 2018 weiter ausgebaut. Zudem werden auch Rostock und Monastir ab 2018 wieder wöchentlich direkt angeflogen.[47][48] Weitere neue Destinationen ab Sommer 2018 sind unter anderem Sharm El Sheik, Korfu und ein wöchentlicher Flug in die Türkei.[49][50]

Verkehrszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Linzer Flughafen liegt nach Passagieraufkommen unter den sechs Verkehrsflughäfen in Österreich auf Platz fünf. Zahlen laut Jahresbericht des Flughafens bzw. österreichischer Verkehrsstatistik.[51][52]:

Jahr Passagiere Flugbewegungen Luftfracht Fracht gesamt (inklusive Luftfrachtersatzverkehr)
2005 726.529 13.955 0.384 31.829
2006 762.094 12.705 0.404 33.862
2007 773.114 14.282 1.505 34.661
2008 803.163 15.674 5.181 36.540
2009 682.945 13.881 5.709 33.325
2010 692.039 13.688 6.558 ohne Post 44.809
2011 679.220 10.669 8.341 ohne Post 47.341
2012 623.385 10.894 8.283 ohne Post 42.974
2013 549.961 10.227 9.531 ohne Post 42.987
2014 561.295 10.433 10.994 ohne Post 44.414
2015 529.785 8.365 10.329 ohne Post 45.985
2016 435.468 7.390 9.644 ohne Post 44.879
2017 402.007 6.890 10.255 ohne Post 53.976

Frachtflughafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luftfracht-Bereich des Blue Danube Airport Linz agiert unter der Marke Air Cargo Center. 2017 konnte das Aufkommen deutlich gesteigert werden und belief sich in Summe auf 53.796 Tonnen Fracht. Damit konnte der Flughafen seine Führungsposition als größter regionaler Frachtflughafen Österreichs unterstreichen und den Frachtbereich im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 % ausbauen.[53] Unter anderem werden die Märkte im Nahen und Fernen Osten im arabischen Raum sowie in Indien bedient.

Neben den zweimal täglichen durchgeführten Flügen von DHL Aviation (Ljubljana – Linz – Leipzig und retour) werden auch Sonderfrachten abgewickelt. Im Juni 2014 transportierte DHL Global Forwarding mithilfe eines Frachtflugzeugs vom Typ Boeing 747-400F mit Bugladeklappe 9,5 Tonnen schwere und über 12 Meter lange Stahlplatten von Linz nach Mumbai.[54] Der blue danube airport ist 24 Stunden für Frachtflugzeuge geöffnet.

DHL Express ist nach der Genehmigung im August 2017 im Begriff, ein neues Logistikzentrum auf dem Flughafen zu errichten. [55] Für dessen Bau werden über 25 Millionen Euro investiert. Durch die Zusammenführung sollen Qualitätsvorteile geschaffen und erhöhte Sicherheitsstandards gewährleistet werden. [56] Aufgrund der modernen Gebäudetechnik sollen jährlich mehr als 360 t CO₂ eingespart werden. Darüber hinaus werden durch den neuen DHL-Standort 180 weitere Arbeitsplätze entstehen.[57]

Im Zuge des kontinuierlichen Ausbaus der Kapazitäten und der Inbetriebnahme des Frachtterminals 5 am 17. Oktober 2013, wurden ein 70 mal 35 Meter großes Gebäude, eine 2900 m² große Frachthalle, 12 Verladerampen sowie zwei Sägezahnrampen errichtet. Oberösterreich ist die viertstärkste Exportregion innerhalb der EU und bietet für den Flughafen Linz, als europäischer Luftfracht-Drehkreuz, eine günstige geografische Lage.[58][59] Der Flughafen Linz verfügt über die Ausrüstung für die Abfertigung von Großraumflugzeugen.[60]

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Linz weist eine Verkehrsinfrastruktur auf, welche Luftfahrt, Straße, Bahn und Schifffahrt verbindet.[61]

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

URIS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der blue danube airport Linz wird vom URIS (Umfeld Rückkoppelungs- und Informations-System)- Beirat in seinen Umweltanliegen unterstützt.[62] Der 1999 gegründete Beitrat fungiert als neutrale Anlaufstelle für sämtliche Anrainergemeinden. Im Uris-Beirat sind folgende Interessensgruppen vertreten:

  • Anrainergemeinden Ansfelden, Hörsching, Kirchberg-Thening, Linz, Leonding, Marchtrenk, Oftering, Pasching, Traun
  • Bezirkshauptmannschaft Linz-Land
  • Bundesministerium für Landesverteidigung
  • Wirtschaftskammer OÖ, Bezirksstelle Linz-Land
  • Arbeiterkammer OÖ
  • Industriellenvereinigung OÖ
  • Flughafen Linz

Lärmmessungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2003 wurden drei neue Lärmmessstationen im Bereich des Flughafens Linz eingerichtet, welche rund um die Uhr den aktuellen Schallpegel messen und aufzeichnen. Sowohl die zwei stationären Stationen (Oftering und Traun) als auch der mobile Messanhänger wurden vom blue danube airport angekauft und ergänzen die bereits vorhandenen Flugwegaufzeichnungen. Die stationären Stationen liegen 2.500 m (Feuerwehr Oftering) bzw. 3.000 m (Stadtfriedhof Linz) vom nächstgelegenen Pistenfang entfernt. Die Ergebnisse werden von der Umweltschutzabteilung des Landes Oberösterreich ausgewertet und in regelmäßigen Berichten dokumentiert.[63][64]

Der aktuelle Höchstwert liegt bei 87,2 dB (Zivil) bzw. 93,7 dB (Militär) in Oftering, 89,2 dB (Zivil) bzw. 94,0 dB (Militär) in Traun sowie 81,8 dB (Zivil) und 87,0 dB (Militär) bei der mobilen Messstation (Stand 2014).[65]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über eine eigene Flughafenfeuerwehr, deren Aufgabenbereich in internationalen und nationalen Richtlinien festgelegt ist. Die Feuerwehr verfügt über 6 Kraftfahrzeuge mit insgesamt 37.000 Liter Wasser sowie 4.500 kg Schaummittel bzw. Pulver. Genau sind das zwei Löschfahrzeuge mit jeweils 12.500 Liter Wasser, 1.500 Liter Schaum sowie 250 kg Pulver; ein Tanklöschfahrzeug mit einer Kapazität von 8.000 Liter; ein Schnellangriffsfahrzeug mit 4.000 Liter und 500 kg Pulver sowie ein Rüstfahrzeug und ein Kommandofahrzeug.[66] Im Dezember 2017 wurde der blue danube airport mit dem EU-Zertifikat durch die EASA (European Aviation Safety Agency) ausgezeichnet. Das Zertifikat bestätigt die Qualität und Einhaltung hoher Sicherheitsstandards im Flughafenbetrieb und für Passagiere. Der Flughafen Wien sowie die Airports Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und der Flugplatz Bad Vöslau sind ebenfalls Träger des EASA-Zertifikats.[67]

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2015 findet auf der Piste des Flughafens jährlich ein Nachtlauf statt, zunächst unter dem Namen „Runway Night Run“, seit 2017 als „Airport Night Run“.[68][69] Ungewöhnlich ist neben der Strecke der Beginn um Punkt Mitternacht. Die 5 km lange Strecke führt entlang des Vorfeldes über den Taxiway „Foxtrott“ zur Piste, auf der sie zunächst zum Wendepunkt am östlichen Ende „08“ und dann in Richtung Westen verläuft, bis es am Rollweg „Golf“ schließlich zurück ins Ziel geht. Es können sowohl Einzelstarter als auch Teams von drei Personen teilnehmen und es gibt eine eigene „Blaulichtwertung“ für Mitglieder von Einsatzorganisationen. 2018 nahmen etwa 2300 Läufer teil.[70]

Im Sky Gourmet des Flughafens Linz können zwei moderne Seminarräume mit Ausblick auf die Start- und Landebahn gemietet werden. Diese sind lediglich mit einer Trennwand verbunden und können bis zu 500 Personen fassen.[71]

Der blue danube airport bietet Flughafenführungen für Gruppen von 15- max. 40 Personen an. In einer 1 ½ stündigen Tour wird ein allgemeiner und geschichtlicher Überblick über den Flughafen gewährt. Zudem werden u. a. die Aussichtsterrasse, der Check-In-Bereich sowie die Feuerwehr besucht.[72]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistiken. Linz-Airport.com, abgerufen am 3. April 2018.
  2. Jahresbericht 2016, Flughafen Linz. (PDF)
  3. Jahresbericht 2016, S. 2, Flughafen Linz Ges.m.b.H.
  4. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945 Austria (1937 Borders), S. 13–14, abgerufen am 4. September 2014
  5. Flughafen Linz mit fast 12 Prozent Passagierrückgang in 2013 9. Februar 2014
  6. GESCHICHTE AIRPORT LINZ. Abgerufen am 9. August 2016.
  7. Aus Amira Air wird LaudaMotion. Abgerufen am 28. Mai 2018.
  8. Laudamotion fliegt ab Juni 2018: Buchungsplattform bereits online. Abgerufen am 28. Mai 2018.
  9. FLUGHAFEN LINZ AUF WACHSTUMSKURS. Abgerufen am 7. August 2018.
  10. Erstflug von Etihad Regional nach Zürich. Abgerufen am 10. August 2016.
  11. Darwin streicht Linz-Flüge. In: Austrianwings. Abgerufen am 13. April 2015.
  12. Roman Payer: Bahn als Konkurrenz für Regionalflughäfen? auf austrianaviation.net. Abgerufen am 2. August 2014
  13. AUA: Streckenstreichungen in Linz, austrianwings.info, 2. Februar 2015
  14. ORF Oberösterreich: Airbus A380 in Linz gelandet, vom 2. Juni 2010
  15. Wettbewerbsauslobung. Abgerufen am 20. November 2014 (PDF).
  16. Chronik. Abgerufen am 6. März 2016.
  17. Neue Initiative "Flieg ab Linz". Abgerufen am 28. Mai 2018.
  18. Sommer 2018. OberösterreicherInnen fliegen auf Griechenland. Abgerufen am 28. Mai 2018.
  19. Aus für Usedom und Rostock, dafür öfter in Türkei. Abgerufen am 28. November 2018.
  20. Bulgarian Air Charter startet in Linz. Abgerufen am 28. November 2018.
  21. Leichter Aufwind für den Flughafen Linz-Hörsching. Abgerufen am 28. November 2018.
  22. Firma Flughafen Linz GesmbH. Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at
  23. Firmenbuch wörtlich
  24. Gerhard Kunesch: Der Direktor kämpft gegen Windmühlen. Abgerufen am 10. Oktober 2016.
  25. Norbert Draskovits wird neuer Direktor am Flughafen Linz. Abgerufen am 7. August 2018.
  26. Flughafen Linz: Norbert Draskovits folgt Gerhard Kunesch als Direktor nach. Abgerufen am 7. August 2018.
  27. Barrierefreie Anreise. Abgerufen am 4. Januar 2017.
  28. Service. Abgerufen am 18. November 2018.
  29. Gastronomie und Konferenzräume. Abgerufen am 10. August 2016.
  30. Spielorte & Menüs. Abgerufen am 12. Februar 2017.
  31. Flugzeugschauen. Abgerufen am 10. August 2016.
  32. Flugzeugschauen. Abgerufen am 2. Oktober 2018.
  33. Transit. Abgerufen am 10. Oktober 2016.
  34. General Aviation. Abgerufen am 2. Mai 2016.
  35. Anreise & Parken. Abgerufen am 10. August 2016.
  36. Linz Blue Danube Flughafen Guide. Abgerufen am 12. August 2015.
  37. Anreise & Parken. Abgerufen am 10. August 2016.
  38. ANREISE & PARKEN. Abgerufen am 28. Februar 2016.
  39. Linz-Blue Danube Airport profile. Aviation Safety Network, abgerufen am 14. Februar 2018 (englisch).
  40. Alle Abstürze der österr. Fliegertruppe mit Todesfolgen. Franz Mydza, abgerufen am 29. November 2015.
  41. Historie der Saab 105 Ö. www.airpower.at, abgerufen am 29. November 2015.
  42. Neues Frachtterminal am Flughafen Linz eröffnet. Abgerufen am 11. August 2016.
  43. Flughafen Linz: Mit Partnern in die Zukunft. In: Neues Volksblatt. 2014, Seite 16
  44. Linienflüge Winter 2017/18. Abgerufen am 17. September 2017.
  45. Airport Shuttle. Abgerufen am 19. September 2017.
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  47. Wieder ein Rostock-Flug. Abgerufen am 21. November 2017.
  48. Verkehrszahlen 2017. Abgerufen am 29. Januar 2018.
  49. Sommerflugprogramm ab Linz deutlich ausgeweitet. Abgerufen am 28. Mai 2018.
  50. Sommer 2018: OberösterreicherInnen fliegen auf Griechenland. Abgerufen am 28. Mai 2018.
  51. Statistik Austria
  52. [1] Verkehrsstatistik 2017, ersichtlich in Pdf: Verkehrszahlen 15.01.2018
  53. Statistiken - Flughafen Linz. Abgerufen am 29. Januar 2018.
  54. DHL lieferte Riesenbleche mit „Nose Up“ Jumbo Charter. Abgerufen am 3. November 2014.
  55. DHL zieht positive Zwischenbilanz nach einem Jahr in Österreich. Abgerufen am 21. November 2017.
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  57. DHL EXPRESS PLANT NEUE, HOCHMODERNE, RESSOURCENSCHONENDE NIEDERLASSUNG AM FLUGHAFEN LINZ-HÖRSCHING. Abgerufen am 2. Oktober 2018.
  58. Allgemein. Abgerufen am 11. August 2016.
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