Flughafen Münster/Osnabrück

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Münster Osnabrück International Airport
Flughafen Muenster-Osnabrueck Logo.svg
Flughafen Münster Osnabrück, Terminal I & II
Kenndaten
ICAO-Code EDDG
IATA-Code FMO
Koordinaten
52° 8′ 5″ N, 7° 41′ 5″ OKoordinaten: 52° 8′ 5″ N, 7° 41′ 5″ O
48 m (157 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 25 km nördlich von Münster,
28 km südwestlich von Osnabrück[1]
Straße A1 B219 B475 B481
Nahverkehr Busverbindungen nach
Osnabrück (X150)
Münster (S50, D50, R51)
Ibbenbüren (S50)
Lengerich (R51)
Basisdaten
Eröffnung 1972
Betreiber Flughafen Münster/Osnabrück GmbH
Fläche 182,5 ha
Terminals 2
Passagiere 969.762[2] (2017)
Luftfracht 16.163 t (2017)[3]
Flug-
bewegungen
36.324[2] (2017)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
ca. 2,5 Millionen[4]
Beschäftigte ca. 1.600 (2007)
Start- und Landebahnen
07/25 2170 m × 45 m Asphalt
07/25 960 m Gras[5]

Der Flughafen Münster/OsnabrückICAO-Code EDDG, IATA-Flughafencode FMO, Markenname Münster Osnabrück International Airport – ist ein internationaler Verkehrsflughafen in Nordrhein-Westfalen. Der IATA-Code FMO ist gleichzeitig die Abkürzung für die offizielle Bezeichnung Flughafen Münster/Osnabrück. Im Volksmund sowie in der Presse wird deswegen häufig vom FMO gesprochen. Der FMO liegt jeweils (bezogen auf das Stadtzentrum) 7 km nordöstlich von Greven, 25 km nördlich von Münster und 28 km südwestlich von Osnabrück[1] im Stadtgebiet von Greven.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flughäfen in NRW

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einzugsbereich des Flughafens Münster/Osnabrück, in dem über sechs Millionen Menschen leben, umfasst neben dem Münsterland das Tecklenburger Land, das nördliche Ruhrgebiet, das südwestliche Niedersachsen bis zum mittleren Emsland sowie Teile der Niederlande, Grenzregion Twente, Achterhoek (EUREGIO) und zum Teil auch Ostwestfalen-Lippe.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ÖPNV-Anbindung gibt es die Buslinien R51, S50 und D50 aus Münster und die Flughafenbuslinie X150 aus Osnabrück, sie verbinden die beiden namengebenden Städte mit dem Flughafen.

Außerdem ist der Flughafen Münster/Osnabrück von der Bundesautobahn 1 über die Anschlussstelle 75 (Flughafen Münster-Osnabrück) erreichbar.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Flughafen Münster/Osnabrück werden überwiegend europäische Urlaubsdestinationen angeflogen. Innerdeutsch werden die Flughäfen Stuttgart, München und Frankfurt bedient.

Flughafenanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Start- und Landebahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild aus östlicher Richtung, im Vordergrund der Dortmund-Ems-Kanal

Nach dem Planfeststellungsverfahren von Ende 2004 durfte der Flughafen Münster/Osnabrück seine Start- und Landebahn zunächst auf 3000 Meter, und schließlich auf 3600 Meter verlängern. Die Baumaßnahme sollte im Dezember 2006 begonnen und Ende 2009 abgeschlossen werden. Die damalige Umweltministerin Bärbel Höhn (Bündnis 90/Die Grünen) meldete Ende 2004 den Eltingmühlenbach im Kreisgebiet Steinfurt als FFH-Zone des Naturschutzes, was die Ausbaupläne abbremste. Außerdem wurde gegen das Planfeststellungsverfahren u. a. vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) Klage erhoben, die im Juli 2006 vom Oberverwaltungsgericht NRW zurückgewiesen wurde. Dagegen hatte der Naturschutzbund eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht durchgesetzt, die im Juli 2009 wegen rückläufiger Passagierzahlen an das Oberverwaltungsgericht Münster zurückverwiesen wurde. Das Gericht in Münster zeigte sich Ende Mai 2011 nicht überzeugt von der Vorstellung der Flughafenbetreiber, mit der zu verlängernden Start- und Landebahn zu einem interkontinentalen Flughafen zu werden. Deshalb argumentierten die Richter, dass das öffentliche Interesse am Ausbau nicht die Schutzwürdigkeit des Naturraumes überwiege. Im November 2011 einigte sich FMO und Naturschutzbund, nun kann die Start- und Landebahn zumindest auf 3000 m verlängert werden, wenn der Eltingmühlenbach nicht mehr unter die Start- und Landebahn verlegt werden soll, sondern um sie herum geleitet wird.[6]

Für das Projekt waren bis November 2011 bereits Kosten von rund 19 Millionen Euro entstanden,[7] die gesamte Ausbaustufe war ursprünglich mit rund 60 Millionen Euro veranschlagt worden. Anfang November 2017 wurde bekannt, dass dieses Projekt nicht weiterbetrieben werden soll, weil „...die Entwicklung des Luftverkehrs in der jüngsten Vergangenheit und die kurz- und mittelfristigen Aussichten lassen … am FMO keinen akuten Bedarf erkennen.“[8]

Terminals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Münster/Osnabrück hat zwei zusammenhängende Terminals. Im Erdgeschoss sind die Check-in-Schalter sowie der Ankunftsbereich. Das erste Obergeschoss dient als Abflugbereich, dort befindet sich auch die Sicherheitskontrolle, dahinter sind die oberen Gates. Über eine Treppe können von dort aus die Gates A1 bis A9, die im Erdgeschoss des Terminal I liegen, erreicht werden. Im Erdgeschoss befindet sich die Gepäckausgabe. Zudem sind im Obergeschoss Gastronomie und einige Geschäfte angesiedelt, eine frei zugängliche Besucherterrasse ist im ersten Obergeschoss des Terminals 1.[9]

Airportpark FMO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wacholder und Sandweg im NSG Hüttruper Heide

Der Airportpark FMO ist ein 200 Hektar großes Gewerbegebiet für das an den Flughafen angegliederte Gewerbe, das 2004 von den Städten Münster und Greven sowie vom Kreis Steinfurt südlich des Flughafens Münster/Osnabrück ausgewiesen wurde. Da sich fast ein Jahrzehnt keine Interessenten fanden, wurden schließlich die Vorgaben gelockert, das Gewerbe musste also nicht mehr flughafenaffin sein. Erst im Frühjahr 2013 gelang so die erste größere Ansiedlung.

Das städtebauliche Strukturkonzept des Airportpark FMO berücksichtigt zwar die besonderen Belange des FFH-geschützten Eltingmühlenbachs, jedoch wurde schon im Vorfeld der Erschließung für die K1 das Naturschutzgebiet Hüttruper Heide, das zwischen dieser Stichstraße und dem Dortmund-Ems-Kanal liegt, gezielt entwertet. Peripheres Grünland des Schutzgebiets, das erst in den 1990er Jahren als Pufferzone angelegt worden war, wurde noch vor der Begutachtung umgebrochen und Kleingewässer – so genannte Blänken mit Vorkommen des Nördlichen Kammmolchs – wurden zugeschüttet. Die Planung des Airportpark FMO beinhaltet insgesamt vier Realisierungsstufen, von denen die letzte die Bebauung und weitgehende Vernichtung auch des Naturschutzgebiets vorsieht.[10]

Behördliche Dienststellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS)
  • Hauptzollamt Münster
  • Polizeiwache Flughafen Greven der Kreispolizeibehörde Steinfurt
  • Flugwetterwarte Münster/Osnabrück
  • Luftsicherheitsstelle FMO (Bezirksregierung Münster, Dezernat 26)
  • Luftaufsicht FMO (Bezirksregierung Münster, Dezernat 26)
  • Bundespolizei

Betreiber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anteile der Gesellschafter
Gesellschafter Anteil
Stadtwerke Münster GmbH
  
35,0599 %
Kreis Steinfurt
  
30,2795 %
Stadt Osnabrück
  
17,1979 %
Stadt Greven
  
5,8896 %
Landkreis Osnabrück
  
5,0773 %
Kreis Warendorf
  
2,4392 %
Landkreis Grafschaft Bentheim
  
0,4514 %
Kreis Borken
  
0,4514 %
Kreis Coesfeld
  
0,4514 %
Landkreis Emsland
  
0,4514 %
IHK Nord Westfalen
  
0,0677 %
HWK Münster
  
0,0340 %
HWK Osnabrück-Emsland
  
0,0340 %
IHK Osnabrück-Emsland
  
0,0340 %
KvK Oost Nederland
  
0,0340 %
Quelle: fmo.de[11]

Verkehrszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jahr 2000 war mit rund 1,8 Millionen Passagieren das fluggastreichste Jahr des Flughafens. Seit 2008 sanken die Fluggastzahlen zunächst leicht, ab 2011 aber deutlich. 2012 wurde die Ein-Millionen-Marke nur noch knapp erreicht,[12] 2013 wurden nur noch rund 862.000 Passagiere verzeichnet,[13] was einem Rückgang von rund 16 % gegenüber 2012 entspricht. 2014 stieg die Fluggastzahl wieder leicht auf 886.186,[14] um 2015 wieder auf 815.005 nachzugeben[15], und 2016 weiter auf 785.000 zu sinken[16].

Passagiere pro Jahr
Jahr Passagiere
1999
  
1,60 Mio.
2000
  
1,80 Mio.
2001
  
1,60 Mio.
2002
  
1,50 Mio.
2003
  
1,50 Mio.
2004
  
1,50 Mio.
2005
  
1,50 Mio.
2006
  
1,55 Mio.
2007
  
1,60 Mio.
2008
  
1,58 Mio.
2009
  
1,39 Mio.
2010
  
1,33 Mio.
2011
  
1,32 Mio.
2012
  
1,03 Mio.
2013
  
0,86 Mio.
2014
  
0,89 Mio.
2015
  
0,82 Mio.
2016
  
0,79 Mio.
2017
  
0,97 Mio.
Verkehrsreichste Flugstrecken ab FMO[17]
Rang Ziel Passagiere
2017
Veränderung Passagiere
2016
Starts
2017
Veränderung Starts
2016
1 DeutschlandDeutschland München 117.521 4,92 % 112.005 1.457 4,9 % 1.389
2 SpanienSpanien Palma de Mallorca 104.092 30,11 % 80.005 702 24,03 % 566
3 DeutschlandDeutschland Frankfurt/Main 66.513 6,28 % 62.582 1.296 -2,48 % 1.329
4 TurkeiTürkei Antalya 63.405 28,31 % 49.416 396 24,53 % 318
5 SpanienSpanien Fuerteventura 14.660 122,22 % 6.597 102 67,21 % 61
6 SpanienSpanien Las Palmas 13.181 46,85 % 8.976 100 25 % 80
7 TurkeiTürkei Istanbul-Atatürk 11.308 -51,42 % 23.275 121 -52,92 % 257
8 GriechenlandGriechenland Heraklion 10.131 Route neu 0 77 Route neu 0
9 GriechenlandGriechenland Kos 7.585 Route neu 0 52 Route neu 0
10 GriechenlandGriechenland Rhodos 6.765 Route neu 0 57 Route neu 0
In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen)
Verkehrsreichste Flugstrecken nach Ländern ab FMO[18]
Rang Ziel Passagiere
2017
Veränderung Passagiere
2016
Starts
2017
Veränderung Starts
2016
1 DeutschlandDeutschland Deutschland 191.312 6,04 % 180.421 8.475 15,37 % 7.346
2 SpanienSpanien Spanien 147.275 37,65 % 106.991 1.074 28,78 % 834
3 TurkeiTürkei Türkei 89.315 15,32 % 77.449 637 1,43 % 628
4 GriechenlandGriechenland Griechenland 24.487 101,32 % 12.163 188 86,14 % 101
5 BulgarienBulgarien Bulgarien 6.632 19,88 % 5.532 52 15,56 % 45
In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen)

Kritik am Flughafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flughafenbetreiber des FMO strebte von 1994 bis 2017 eine Verlängerung der Start- und Landebahn an, damit Interkontinentalflüge angeboten werden können.[7] Dagegen gab es Widerstände vor allem aus den Reihen des Naturschutzes, da von diesen Planungen das FFH-Gebiet des Eltingmühlenbachs tangiert wurde. Das Fließgewässer hätte dazu unter der Start- und Landebahn in einem Tunnel geführt werden müssen. Dieses Projekt wurde im Herbst 2017 durch den Airport-Betreiber selbst mangels Bedarfs gestoppt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1954–1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1954 erfolgte die offizielle Zulassung des Areals als Segelfluggelände. Am 20. Dezember 1957 erhielt der Flugplatz die Zulassung als Motorlandeplatz betrieben durch die Luftfahrtvereinigung Greven. Am 21. Dezember 1966 gründen die Städte Münster, Osnabrück und Greven sowie die Landkreise Münster und Tecklenburg die Flughafen Münster/Osnabrück GmbH. Zum ersten Geschäftsführer wurde Klaus Meyer-Schwickerath, der Oberkreisdirektor des Landkreises Münster gewählt, der dieses Amt bis 1974 innehatte. Die GmbH wurde Anfang 1968 Betreiberin des Flugplatzes. Am 24. September 1968 erteilte das Land Nordrhein-Westfalen dem Staatsneubauamt Flughäfen (Fritz H. Wolters) die Genehmigung für die erste Ausbaustufe. In der Folge entstanden ein Vorfeld sowie eine 2000 m lange Start- und Landebahn. Die Planierarbeiten wurden dabei im Zuge einer Übung von der Britischen Rheinarmee durchgeführt.

1971–1985[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach fünfjähriger Bauzeit wurde der Flughafen Münster/Osnabrück am 27. Mai 1972 offiziell eröffnet. Im Jahr 1973 fand der Start des ersten Charterflugs vom Flughafen Münster/Osnabrück nach Palma de Mallorca statt. Die Flughafenfeuerwehr erhielt 1973 ein Großtanklöschfahrzeug von Magirus-Deutz mit 12.000 Litern Wasservorrat.

Der Tower wurde 1975 in Betrieb genommen und die Luftaufsichtsbehörde bezog ihre Räumlichkeiten. Die Luftverkehrskontrolle und das Instrumentenlandesystem (ILS) ermöglichten fortan noch sicherere Starts und Landungen. Die Erklärung zum Zollflughafen erfolgte ebenfalls 1975, damit wurden „Duty-free“ sowie Frachtimport und Frachtexport ermöglicht. Die Start- und Landebahn wurde 1976 um 170 m auf eine Länge von 2.170 m verlängert.

Die erste Linienverbindung mit Düsenmaschinen erfolgte 1984 am Flughafen. Ebenfalls 1984 startete British Airways erste Berlinflüge mit der BAC 1-11.

1986–2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Münster/Osnabrück wurde 1986 als 12. Mitglied in den Kreis der internationalen Verkehrsflughäfen der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Die Flugzeughalle 4 wurde 1987 fertiggestellt. Der Flughafen Münster/Osnabrück wurde 1989 als zehnter Verkehrsflughafen in das Nachtflugpostnetz der Lufthansa integriert. 1990 ging ein neuer Tower in Betrieb. Eine 1200 m² große Cargohalle steht seit Herbst 1991 zur Verfügung. Verhandlungen um den Ausbau der Start- und Landebahn des Flughafens auf 3600 m begannen 1994.[7] Das von JSK geplante Terminal I[19] wurde 1995 eröffnet.

2001–2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Terminal II wurde 2001 in Betrieb genommen. Als zu groß dimensioniert kritisiert wurde es als Auslöser für die finanzielle Schräglage des Flughafens ausgemacht, wobei zu dessen Errichtung der durch die Terroranschläge am 11. September 2001 und die Weltwirtschaftskrise ab 2007 bedingte Passagierrückgang nicht absehbar war.[12]

Der Neubau einer Flugzeugswartungshalle für Air Berlin wurde Ende 2002 abgeschlossen, und der Intensivtransporthubschrauber Christoph Westfalen wurde vom ADAC in Dienst gestellt und am FMO stationiert. Im November 2004 wurde die Start- und Landebahn erneuert, dafür war eine viertägige Schließung des Flughafens nötig.

2005 brachte das Land Nordrhein-Westfalen das Planfeststellungsverfahren zur Verlängerung der Start- und Landebahn nach zehn Jahren zum Ende. Zwar durfte der Flughafen Münster/Osnabrück die Bahn verlängern, musste aber strenge Umweltauflagen berücksichtigen. Die Verlängerung von 2170 m auf 3600 m wurde mit etwa 120 Millionen Euro veranschlagt. Am 16. Dezember 2005 beschloss die Gesellschafterversammlung zunächst die Verlängerung auf 3000 m. Das Oberverwaltungsgericht Münster wies 2006 drei Klagen von Umweltschützern ab und erlaubte auch den Ausbau der Start- und Landebahn auf 3600 m.

Das neue Cargo-Terminal am Flughafen wurde 2007 eröffnet, im selben Jahr bezog LSG Sky Chefs das neue Catering-Gebäude. Im selben Jahr begannen die Vorarbeiten für die Erschließungsachse des Airportparks und den Autobahnanschluss.

Die angefochtene Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster vom 13. Juli 2006 wurde vom Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) Leipzig 2009 aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das OVG Münster zurückverwiesen.

Am 17. November 2010 wurde der Autobahnanschluss für den Airportpark eröffnet, im Mai 2011 begann dort der Bau der neuen ADAC-Luftrettungsstation für „Christoph Westfalen“.[20]

Seit 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Mai 2011 wurde der Planfeststellungsbeschluss zur Start- und Landebahnverlängerung für rechtswidrig erklärt, damit wurden die Ausbaupläne einstweilen gestoppt. Im November 2011 einigte sich FMO und Naturschutzbund darauf, die Startbahn nur auf 3000 m zu verlängern und dafür den Eltingmühlenbach umzuleiten. Am 12. Dezember 2012 wurde entschieden, dass der Flughafen von den Stadtwerken Münster in den folgenden fünf Jahren Gelder in Höhe von 9,54 Millionen Euro erhalten sollte, die im Ermessen der Flughafenbetreiber auch für den Ausbau der Startbahn verwendet werden können.[21]

Ende September 2013 wurden – nachdem der Rat der Stadt Osnabrück bereits ähnlich entschieden hatte – durch den Rat der Stadt Münster als einem der großen Anteilseigner, die Modalitäten einer beträchtlichen Kapitalerhöhung beschlossen. Demnach sollen dem FMO bis 2015 insgesamt mehr als 27 Millionen Euro in drei Raten zur Verfügung gestellt werden. Die Betreibergesellschaft hat inzwischen fast 100 Millionen Euro Schulden verursacht, und das bei Verlusten im laufenden Geschäftsjahr von 10 Millionen Euro und weiterhin kontinuierlich zurückgehenden Fluggastzahlen.[22] Im Jahr 2014 betrug der Jahresverlust ca. 12,85 Mio. €.[23]

Zu Beginn des Jahres 2015 kam es nach Vorwürfen von FMO-Aufsichtsratsmitglied Thomas Kubendorff, Landrat des Kreises Steinfurt (CDU), gegen Gerd Stöwer, den Geschäftsführer des Flughafens, zu einer Vertrauenskrise. Stöwer habe mit bewusst unklar gehaltenen Formulierungen versucht, Entscheidungen in seinem Sinne zu beeinflussen, so der Vorwurf Kubendorffs. Stein des Anstoßes war das Entschuldungskonzept des mit rund 90 Millionen Euro hoch verschuldeten Flughafens. Die Aufsichtsratsvertreter des Kreises Steinfurt, der mit mehr als 30 % zweitgrößter Anteilseigner des FMO ist, hatten sich daher geweigert, Stöwer das Vertrauen auszusprechen.

Zum Nachfolger des ausscheidenden Stöwer bestimmten die Gesellschafter den ehemaligen Manager des neuen Berliner Flughafens BER, Rainer Schwarz.[24]

Im Oktober 2017 beschloss der Aufsichtsrat die Einstellung des Projekts zur Start- und Landebahnverlängerung.[25]

Angesiedelte Luftfahrtunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Executive Charter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BAC (Business-Aircraft-Charter.de) Citation Mustang Betreiber

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Wetterdienst unterhält am Flughafen Münster/Osnabrück eine Wetterstation (Stationskennziffer 10315),[26] die die Klimadaten seit 1. Oktober 1989 aufzeichnet.[27] Sie ist Nachfolgerin der Station Münster, die bis 1990/1991 am Zoo der Stadt Münster beheimatet war,[28] und liegt auf einer Höhe von 47,8 m ü. NN[26]. Die höchste gemessene Temperatur betrug 37,5 ° Celsius am 19. August 2012.[29] Der niedrigste Wert wurde mit minus 21,5 ° Celsius am 2. Januar 1997 verzeichnet.[30]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flughafen Münster/Osnabrück – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Intensivtransporthubschrauber Christoph Westfalen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b AIP Germany. S. AD 2 EDDG 1–1 (online [abgerufen am 2. November 2015] letzte Berichtigungen: AIP-Berichtigung 11/15 (berichtigt am 15. Oktober 2015), AIRAC AIP-Berichtigung 09/15 (Inkrafttretungsdatum: 15. Oktober 2015)).
  2. a b 23% mehr Fluggäste in 2017. FMO.de, 8. Januar 2018, abgerufen am 8. Januar 2018.
  3. fmo.de. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 10. Januar 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.fmo.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  4. Flughafen Münster/Osnabrück: Zahlen/Daten/Fakten
  5. Sportflugzentrum Münster-Osnabrück: Über das Fliegen in der LFV Greven, abgerufen am 2. September 2010
  6. Allgemeine Zeitung: Einigung über FMO-Ausbau: Flughafen und Nabu: 3000 Meter kommen – Bach wird verlegt, Greven/Münster, Elmar Ries, 8. Dezember 2011.
  7. a b c Westfälische Nachrichten: Verhandlungen seit 17 Jahren: Diskussion über die Zukunft des FMO, Münster, Jennifer von Glahn, 13. Oktober 2011
  8. Westfälische Nachrichten:[1], Greven/Münster, Elmar Ries, 4. November 2017
  9. Flughafen Münster/Osnabrück: Terminalplan
  10. Airportpark FMO: Städtebauliches Strukturkonzept: AirportPark FMO (PDF; 5,2 MB), Anlage 3 der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung über die kommunale Zusammenarbeit betreffend den AirportPark FMO
  11. Flughafen Münster/Osnabrück: Gesellschafter
  12. a b Münstersche Zeitung: FMO zieht Bilanz: In diesem Jahr hatte es der Flughafen Münster/Osnabrück schwer – und hofft auf 2013, Münsterland, Michael Hagel, 8. Dezember 2012.
  13. Zahlen für 2013 – 16 Prozent weniger Fluggäste am FMO, Städte: Greven, 30. Dezember 2013.
  14. http://www.adv.aero/fileadmin/pdf/statistiken/2014/12.2014_ADV-Monatsstatistik.pdf (Memento vom 5. Februar 2015 im Internet Archive)
  15. http://www.adv.aero/fileadmin/pdf/statistiken/2015/12.2015_ADV-Monatsstatistik.pdf
  16. http://www.wn.de/Muensterland/2639638-Flughafen-investiert-ins-Touristik-Programm-2017-wird-ein-Schicksalsjahr-fuer-den-FMO
  17. Publikation – Transport & Verkehr – Luftverkehr auf Hauptverkehrsflughäfen – Statistisches Bundesamt (Destatis). Abgerufen am 14. März 2018.
  18. Publikation – Transport & Verkehr – Luftverkehr auf Hauptverkehrsflughäfen – Statistisches Bundesamt (Destatis). Abgerufen am 14. März 2018.
  19. Eintrag Flughafen bei Baukunst NRW
  20. ADAC-Luftrettung zieht um in den Airportpark am FMO, Neue Osnabrücker Zeitung, Franz-Josef Raders, 15. April 2011
  21. Münstersche Zeitung: Mehr Geld für den FMO, Münster/Politik, Münster, ueb, 14. Dezember 2012
  22. Westfälische Nachrichten: Frisches Geld für den FMO, Münster, Klaus Baumeister & Elmar Ries, 27. September 2013
  23. https://www.bundesanzeiger.de/ Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014
  24. http://www.tagesspiegel.de/berlin/neuer-job-fuer-ehemaligen-ber-chef-rainer-schwarz-wird-flughafen-geschaeftsfuehrer-in-muenster/14466498.html
  25. Westfälische Nachrichten:[2], Greven/Münster, Elmar Ries, 4. November 2017
  26. a b Station Münster/Osnabrück des DWD.
  27. Übersicht der Stationen mit frei verfügbaren Werten des DWD
  28. Klimadiagramm für Münster auf der Webseite der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster
  29. Absolute Höchsttemperaturen in Deutschland.
  30. Absolute Tiefsttemperaturen in Deutschland.