Flughafen Moskau-Wnukowo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flughafen Moskau-Wnukowo
Внуково
Flughafen Wnukowo.jpg
Kenndaten
ICAO-Code UUWW
IATA-Code VKO
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 30 km südwestlich von Moskau
Nahverkehr Bus 611
Basisdaten
Eröffnung 1941
Passagiere 9.460.000 [1] (2010)
Luftfracht 20.238 t [2] (2006)
Flug-
bewegungen
98.457 [2] (2006)
Start- und Landebahnen
01/19 3060 m × 45 m Asphaltbeton
06/24 3500 m × 60 m Zementbeton



i7

i11 i13

Der Flughafen Moskau-Wnukowo (IATA: VKO, ICAO: UUWW; englische Transkription Vnukovo; russisch Внуково) ist der drittgrößte und älteste internationale Verkehrsflughafen im Großraum der russischen Hauptstadt Moskau.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Wnukowo liegt etwa 30 km südwestlich vom Stadtzentrum Moskaus und etwa 11 km von der Moskauer Ringautobahn entfernt, in der Nähe der Autobahn M 3, Richtung Smolensk und Minsk. In der Nähe des Flughafens verläuft die Eisenbahnstrecke von Moskau nach Kiew. 2005 wurde ein Abzweig von dieser Bahnstrecke direkt bis zum Flughafen und dort ein unterirdischer Bahnhof errichtet, womit Wnukowo erstmals eine direkte Bahnanbindung bekommen hat. Der Flughafen liegt näher am Stadtzentrum als Domodedowo oder Scheremetjewo. Dies birgt aber auch Nachteile – so sind einer Erweiterung mit neuen Landebahnen oder Nachtflügen durch die nahe Bebauung enge Grenzen gesetzt.

Der Flughafen ist benannt nach der in der Nähe gelegenen, rund 20.000 Einwohner zählenden Vorortsiedlung Wnukowo, die offiziell ein Stadtteil von Moskau im Stadtbezirk West ist, obgleich sie abgelegen als Exklave vom übrigen Moskauer Stadtgebiet liegt.

Die schnellste Verbindung ist der Aeroexpress-Zug, der im 60-Minuten-Takt ohne Zwischenhalt zum Kiewer Bahnhof fährt. Die Fahrtdauer beträgt 35 Minuten, ein Einzelfahrschein kostet 420 Rubel (Stand: 6. Januar 2016). Es gibt die Möglichkeit ein „Metro+“-Ticket, das auch für eine Fahrt mit der Metro gilt, zu erwerben.

Von der Metrostation Jugo-Sapadnaja aus ist der Flughafen außerdem mit Bussen, Taxis und Sammeltaxis erreichbar - preisgünstiger als mit dem Aeroexpress, aber auch mit längeren Fahrzeiten.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht des internationalen Terminals
Flughafen Wnukowo 1971

Der Flughafen verfügt über zwei Start- und Landebahnen von 3060 m und 3500 m Länge, die sich jedoch kreuzen und nicht unabhängig voneinander betrieben werden können. Stündlich können bis zu 2300 Fluggäste abgefertigt werden. 2010 benutzten etwa 9,5 Millionen Passagiere den Flughafen.

Die Stadt Moskau will Wnukowo als neuen internationalen Flughafen ausbauen. Dazu hat der damalige Präsident Putin der Stadt Moskau Ende 2003 aus dem Besitz der Föderation 60 Prozent der Wnukowo-Aktien überschreiben lassen. Der Flughafen macht Gewinn und Oberbürgermeister Juri Luschkow wollte die Passagierzahlen des Flughafens kontinuierlich erhöhen und mit großen Investitionen den Erfolg von Domodedowo wiederholen. Der Flughafen wurde in den letzten Jahren um ein modernisiertes Terminal für den Fernverkehr mit Europa erweitert, über das u.a. Germanwings Flüge nach Deutschland abwickelt. In den 2000er-Jahren wurde außerdem an einem weiteren Passagierterminal gebaut. Es wurde im Juli 2010 fertiggestellt und soll künftig internationale Flüge abfertigen. Ende Dezember 2012 wurde der Passagierbereich erneut erweitert. Die Kapazität des Flughafens wurde auf 30 Millionen Passagiere pro Jahr erhöht. Es können nun auch Flugzeuge des Typs Airbus A380 abgefertigt werden.[3]

Wnukowo dient gleichzeitig außerdem als Regierungsflughafen. Während wichtiger politischer Treffen kann es so zu Beeinträchtigungen des Passagierverkehrs kommen.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moskau-Wnukowo wird derzeit hauptsächlich noch für zahlreiche Verbindungen innerhalb Russlands sowie einigen osteuropäischen Destinationen genutzt, angeflogen werden beispielsweise Samara, Krasnodar, Archangelsk oder Simferopol. Größte Fluggesellschaft vor Ort ist UTair, die hier eine Basis betreibt. Aus Deutschland fliegen Lufthansa von Frankfurt am Main, Germanwings von Düsseldorf und Berlin, Pobeda von Memmingen sowie die russische UTair von Dresden (letztere jeweils mittwochs und sonntags) aus den Flughafen an. Diese ersetzen teils die Verbindungen nach Moskau-Domodedowo. Die russische Gesellschaft Red Wings Airlines hat hier ihre Basis und fliegt besonders Mittelmeerziele an.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 13. Februar 2007 ging ein Geschäftsreiseflugzeug von Typ Bombardier Challenger 850 beim Start in Flammen auf. Der Flughafen wurde daraufhin kurzfristig gesperrt.
  • Am 29. Dezember 2012 schoss eine Tupolew-204 in Diensten der Red Wings Airlines bei der Landung über die Landebahn hinaus und zerbrach. Bei dem Unglück kamen 5 Mitarbeiter der Fluggesellschaft auf der Kiewskoje-Chaussee ums Leben.[4]Hauptartikel: Red Wings Airlines Flug 9268
  • Am 20. Oktober 2014 kollidierte eine französische Dassault Falcon 50 beim Start mit einem Schneepflug. Die vier Insassen im Jet starben, unter ihnen der Hauptgeschäftsführer von Total S.A. Christophe de Margerie. Der Fahrer des Schneepflugs blieb unverletzt. Der Generaldirektor des Flughafens, Andrej Djakow, und sein Stellvertreter Sergej Solnzew sind daraufhin zurückgetreten. Zudem wurden drei Verantwortliche vorübergehend von der Arbeit suspendiert.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flughafen Wnukowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Passagierzahlen für 2009 (russisch)
  2. a b Worldwide Airport Traffic Statistics 2006. Airports Council International, Dezember 2006, archiviert vom Original am 8. Oktober 2007, abgerufen am 4. März 2015 (PDF; 720 KB, englisch).
  3. airliners.de - Nachrichten aus aller Welt KW 1/2013 4. Januar 2013
  4. Russia Today: Moscow plane crash: Deathtoll rises to five. Abgerufen am 30. Dezember 2012
  5. „Moskau: Fünf Verdächtige nach Unfalltod von Total-Chef de Margerie“. In: „RIA Novosti, 23. Oktober 2014“. Abgerufen am 3. November 2014.