Flughafen Paris-Beauvais-Tillé

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Aéroport de Beauvais Tillé
Cola en los mostradores de facturación del aeropuerto París Beauvais Tillé.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LFOB [1]
IATA-Code BVA
Koordinaten
49° 27′ 16″ N, 2° 6′ 46″ OKoordinaten: 49° 27′ 16″ N, 2° 6′ 46″ O
109 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3,5 km nordöstlich von Beauvais [1],
84 km nördlich von Paris
Basisdaten
Eröffnung 1956
Terminals 2
Passagiere 4.023.363 (2014) [2]
Flug-
bewegungen
25.388 (2011)
Start- und Landebahnen
04/22 708 m × 25 m Asphalt [1]
12/30 2430 m × 45 m Asphalt [1]

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Der Flughafen Beauvais-Tillé (IATA: BVA, ICAO: LFOB; frz. Aéroport de Beauvais Tillé) ist ein internationaler Verkehrsflughafen in der nordfranzösischen Region Hauts-de-France. Er ist vom Besucheraufkommen einer der beiden wichtigsten Flughäfen Nordfrankreichs, gemeinsam mit dem Flughafen von Lille-Lesquin. Der Flughafen von Beauvais-Tillé befindet sich unweit des Stadtzentrums von Beauvais. Aus Gründen des Marketings wird der Flughafen von einigen Fluggesellschaften als Flughafen Paris-Beauvais-Tillé bezeichnet, obwohl die französische Hauptstadt 84 Kilometer südlich liegt. Er wird in erster Linie durch Billigfluggesellschaften genutzt und zählte im Jahr 2013 knapp vier Millionen Reisende.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen wurde in den 1930er Jahren erbaut. Er wurde im Zweiten Weltkrieg durch die deutsche Luftwaffe besetzt.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht, die hier zwischen 1940 und 1944 stationiert waren. Während dieser Zeit befand sich zirka zwei Kilometer weiter östlich, also östlich der heutigen Autobahn A-16 und nördlich von Nivillers, ein Satellitenflugplatz, der keine eigene Start- und Landebahn besaß, sondern über Rollwege mit dem Hauptplatz verbunden war. Die Luftwaffe bezeichnete ihn als Flugplatz Beauvais–Nivillers.

Von Bis Einheit[3]
Juni 1940 Oktober 1940 I./KG 76 (I. Gruppe des Kampfgeschwaders 76)
März 1941 Mai 1941 II./KG 77
August 1941 Oktober 1941 III./KG 40
Juli 1942 August 1942 II./KG 54
September 1942 Dezember 1942 II./KG 6
Dezember 1942 Februar 1943 I./KG 6
März 1943 Juni 1943 I./KG 6
August 1943 Oktober 1943 II./JG 26 (II. Gruppe des Jagdgeschwaders 26)
Juni 1944 Juni 1944 III./JG 1

Der Flugplatz wurde Anfang September 1944 durch alliierte Bodentruppen befreit und notdürftig instandgesetzt. Als Airfield A.61 diente er ab Mitte September als Einsatzbasis der Ninth Air Force der United States Army Air Forces. Hauptnutzer war bis Mitte März 1945 die 322d Bombardment Group, ein B-26-Verband. Daneben lag hier bis Januar 1945 die 1st Pathfinder Squadron (Provisional). Später wurde er auch durch Transportflugzeuge angeflogen. Mitte August 1945 wurde der Flugplatz an die französischen Behörden zurückgegeben.

Mit Beginn des Kalten Kriegs wurde der Flugplatz ein Ausweichplatz der NATO, jedoch kam es nicht zum Ausbau des damals üblichen Standards zum Betrieb von Strahlflugzeugen, so dass das Bündnis nach 1953 keinen Bedarf mehr für die Beauvais–Tillé Air Base hatten.

Im Jahr 1956 konnte er daher für die zivile Luftfahrt geöffnet werden und 1979 wurde ein ziviles Terminal eröffnet. Er wurde ab 2005 modernisiert und besitzt seit 2010 ein zweites Terminal.

Der Flughafen wird heute nicht wie die anderen Flughäfen im Großraum Paris, Charles de Gaulle, Le Bourget und Orly, von Aéroports de Paris betrieben, sondern von einem kommunalen Zweckverband.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen verfügt derzeit über die beiden Terminals 1 und 2. Die längste Start- und Landebahn 12/30 ist seit 2009 mit einem Instrumentenlandesystem der Kategorie CAT III ausgestattet und kann seither auch bei ungünstigen Wetterbedingungen angeflogen werden.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen liegt bei Beauvais, 84 km nördlich von Paris und außerhalb der Grenzen der französischen Hauptstadtregion Île-de-France im Département Oise. Er ist über die Autoroute A16 an Paris angebunden. Von Paris gibt es bis zu 16 tägliche Busverbindungen zum Flughafen nach Beauvais. Die Einstiegsstelle befindet sich an der Station Porte Maillot der Métro Paris. Eine einfache Fahrt dauert je nach Verkehrslage etwa 70 bis 100 Minuten.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paris-Beauvais wird hauptsächlich von Billigfluggesellschaften wie beispielsweise Ryanair und Wizzair angeflogen, die ihn mit mehreren europäischen Zielen verbinden, darunter Mailand und Stockholm, aber auch Städte am Mittelmeer einschließlich Marokko.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 14. April 1966 setzte eine Airspeed Ambassador der Dan-Air (G-ALZX) bei der Landung sehr spät auf, überrollte das Landebahnende und kollidierte mit einem Erdhaufen. Die Maschine wurde irreparabel beschädigt. Alle 59 Insassen überlebten.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Beauvais Tille. AIP-Chart. In: AIP. Service de l'Information Aéronautique, France, 7. März 2013, S. 3, abgerufen am 25. März 2013 (pdf; 602 kB, englisch).
  2. Statistik auf der Website des Ministère de l'écologie, du développement durable et de l'énergie (Memento vom 30. September 2015 im Internet Archive) (abgerufen am 6. Februar 2016)
  3. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 France (with Corsica and Channel Islands), abgerufen am 5. September 2014
  4. Unfallbericht F-BAXL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. Januar 2016.
  5. Unfallbericht G-ALZX, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. Januar 2016.