Letiště Václava Havla Praha

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Letiště Václava Havla Praha
Václav Havel Airport Prague
Flughafen Prag Logo.svg
Prg Ruzyne airport 5841.JPG
Kenndaten
ICAO-Code LKPR
IATA-Code PRG
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 15 km westlich von Prag
Basisdaten
Eröffnung 5. April 1937
Betreiber Letiště Praha, a. s.
Passagiere 10.974.196[1] (2013)
Luftfracht 51.902 t[1] (2013)
Flug-
bewegungen
128.633[1] (2013)
Start- und Landebahnen
04/22
(geschlossen)
2120 m × 60 m Asphaltbeton
06/24 3715 m × 45 m Beton
12/30 3250 m × 45 m Beton[2]

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Letiště Václava Havla Praha ist der internationale Verkehrsflughafen der tschechischen Hauptstadt Prag und liegt bei Ruzyně im sechsten Prager Stadtbezirk, 15 km westlich des Stadtzentrums. Er befindet sich im Besitz des tschechischen Staates.

Geschichte[Bearbeiten]

Flughafen Prag

Der zivile Luftverkehr in der Tschechoslowakei begann im 1919 auf dem eigentlich militärischen Flughafen in Prag-Kbely. Jedoch erreichte der Flughafen schnell seine Kapazitätsgrenzen, sodass die Regierung 1933 mit dem Bau eines zivilen Flughafens bei Ruzyně begann. Der Flughafen konnte am 5. April 1937 eröffnet werden und wurde im gleichen Jahr bei der Pariser Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Das Flughafenareal erstreckte sich anfangs nur auf einer Fläche von 108 Hektar. In den folgenden zwei Jahren wurde es auf die dreifache Größe erweitert.

Am 16. März 1939 rief Adolf Hitler das Protektorat Böhmen und Mähren aus. Noch am gleichen Tag wurde der Flughafen von der deutschen Wehrmacht besetzt und ein Flugzeug der Luftwaffe landete. Die Luftwaffe richtete anschließend eine Schule für Bomberpiloten ein. Dadurch kam es zu häufigeren Bombenangriffen. Am 5. Mai 1945 wurde das deutsche Kommando zur Kapitulation aufgefordert. Die deutschen Soldaten verließen den Flughafen in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai 1945. Am 8. Mai 1945 wurde damit begonnen, den Flughafen wieder auf den zivilen Betrieb vorzubereiten.

Dwight D. Eisenhower während des Empfangs vor dem alten Kontrollturm

Nach Kriegsende kamen viele Personen, die vor den Nationalsozialisten geflüchtet waren, über den Flughafen in die Tschechoslowakei zurück. Für kurze Zeit fanden noch militärische Transporte der Alliierten statt. Am 8. September 1945 landete Karl Hermann Frank in einer aus Frankfurt am Main kommenden Sondermaschine und wurde anschließend in das Gefängnis Pankrác gebracht. Am 12. Oktober des gleichen Jahres landete Dwight D. Eisenhower für einen Besuch der Stadt auf dem Flughafen.

Mit dem Beginn der kommunistischen Alleinherrschaft verschwanden die westlichen Flugzeugmuster allmählich. Die ČSA stellte die Flotte auf sowjetische Flugzeugmodelle um, so dass das Bild des Flughafens in den nächsten Jahrzehnten vor allem von Flugzeugen von Iljuschin und Tupolew geprägt wurde. Ende des Jahres 1957 übernahm die ČSA die ersten Tupolew Tu-104 und läutete so das Düsenverkehrszeitalter am Flughafen Prag ein.

Das Terminal Nord am Tag seiner Eröffnung

Im Zusammenhang mit der internationalen Entspannungspolitik der Tschechoslowakei in den 60er Jahren stiegen die Verkehrszahlen an, was eine Erweiterung des Flughafens nötig machte. Zwischen 1960 und 1968 wurde ein neuer Gebäudekomplex errichtet, das heutige Terminal Nord. In den siebziger und achtziger Jahren gab es am Flughafen keine großen Erweiterungen. Aufgrund des Treibstoffmangels mussten Anfang der achtziger Jahre alle kürzeren Inlandsflüge eingestellt werden.

Nach der politischen Wende begann nach 1989 eine neue Bau- und Umbauwelle. Zuerst wurde das Abfertigungsgebäude renoviert und erweitert. 1997 wurde das Terminal Süd eröffnet. Am 17. Januar 2006 fand unter der Teilnahme des damaligen Staatspräsidenten Václav Klaus die Eröffnung des neugebauten Terminals Nord 2 statt.[3]

Am 5. Oktober 2012 wurde der Flughafen von Praha-Ruzyně nach dem im Dezember zuvor verstorbenen Václav Havel benannt.[4] An diesem Tag wäre er 76 Jahre alt geworden.

Anfahrt[Bearbeiten]

Von der Metro-Station Nádraží Veleslavín (U-Bahnlinie A) verkehrt tagsüber regelmäßig (alle 5 bis 10 Minuten)[5] die Bus-Linie Nr. 119 bis zum Flughafen (tsch. letiště), von der Metro-Station Zličín (Endstation der U-Bahnlinie B) die Bus-Linie Nr. 100, die beide mit einem normalen Nahverkehrsticket benutzt werden können. Zudem fährt ab Praha hlavní nádraží, dem Prager Hauptbahnhof, tagsüber halbstündlich der Airport-Express-Bus, für den ein spezieller Tarif gilt. Nachts wird der Flughafen alle 30 Minuten von der Bus-Linie 510 angefahren. Eine Verlängerung der U-Bahnlinie A bis zum Flughafen wird diskutiert.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jahresbericht 2013
  2.  AIP Czech Republic. S. AD 2-LKPR-9, AD 2-LKPR-26, LKPR AD-2-19-1 (letzte Berichtigungen: AIRAC AIP AMDT 8/14, AIP AMDT 297/14 (beide in Kraft ab 13. November 2014), PDF-Datei mit S. AD 2-LKPR-9 (182 KiB), PDF-Datei mit S. AD 2-LKPR-26 (492 KiB), PDF-Datei mit S. LKPR AD-2-19-1 (596 KiB), abgerufen am 5. Dezember 2014).
  3. Geschichten aus 70 Jahren Prager Flughafen, Český rozhlas, 7. April 2007, abgerufen am 29. März 2015.
  4. Geburtstagsgeschenk für Václav Havel – Prager Flughafen umbenannt, Český rozhlas, 5. Oktober 2012, abgerufen am 29. März 2015.
  5. http://jrportal.dpp.cz/jrportal/LineList.aspx?t=3&mi=5&n=0&lc=119&d=2014-10-01 abgerufen am 15. November 2014.
  6. OB Krnáčová: Prag plant keine Verlängerung der Metro zum Flughafen, Český rozhlas, 24. Februar 2015, abgerufen am 28. März 2015.